Stadt: Haben dazugelernt Sport im Winter: Es knirscht zwischen Iburger Vereinen

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In Bewegung bringen möchten alle Bad Iburger Vereine ihre Sportler. Symbolfoto: dpaIn Bewegung bringen möchten alle Bad Iburger Vereine ihre Sportler. Symbolfoto: dpa

Bad Iburg. Eigentlich möchten alle dasselbe: Die Iburger auch im Winter in Bewegung halten. Deshalb möchten alle Sportvereine möglichst viele passende Hallenzeiten haben. Seit diesem Winter regelt eine Richtlinie die Verteilung. Reibereien gibt es trotzdem.

Akteure sind die Traditionsvereine TuS Glane von 1929 (1368 Mitglieder) und VfL Bad Iburg von 1912 (um die 1000 Mitglieder), vor allem aber TC Bad Iburg (212 Mitglieder) und TV Bad Iburg (250 Mitglieder), Schauplätze die Sporthallen von Gymnasium und Hauptschule und den drei Grundschulen.

Die Wünsche sind umfangreich, die Möglichkeiten nicht. Deshalb hat der Stadtrat im Sommer letzten Jahres eine Richtlinie verabschiedet, die die Vergabe der Hallenzeiten durch die Stadtverwaltung bis ins Detail regelt. Nach dieser Wintersaison soll geprüft werden, ob sich die Richtlinie bewährt hat – die VfL und TuS überflüssig fanden.

Sofort hoher Zulauf

Zuvor hatten die Vereine den Hallennutzungsplan für die Stunden außerhalb des Schulunterrichts untereinander verhandelt – allerdings seit 2010 nicht gerade geschmeidig. In diesem Jahr kam zu TuS, VfL und TC der TV dazu. Sein Vorsitzender Udo Bröskamp und dessen Frau Annette gründeten den Turnverein, weil es Geräteturnen vor Ort nicht gab und der VfL kein Interesse an der Einrichtung der Sparte gehabt hätte, so Udo Bröskamp.

„Wir hatten sofort einen hohen Zulauf.“ Inzwischen bietet der TV auch Leichtathletik an, seit diesem Winter auch in der Halle. Das Bemühen um Hallenzeiten für seine Turner sei bis Sommer 2017 ein „ständiger Bittgang“ gewesen, die zugeteilte Halle mit Turnern und Leichtathleten völlig überfüllt.

Gleichzeitig hätten andere Vereine ihre Plätze mit sehr wenig Sportlern genutzt, „das war ein Missverhältnis“, findet Bröskamp. Zudem sei das Vergabeverfahren intransparent gewesen, Gespräche zwischen Verwaltung und Sportvereinen hätten sich „explosiv“ gestaltet. Jetzt laufe alles deutlich besser.

Punktesystem eingeführt

Denn jetzt regelt ein Punktesystem die Vergabe. Kinder haben Vorrang vor Jugendlichen, diese vor Erwachsenen. Die Gruppengröße spielt eine Rolle. Hallengebundene Sportarten stehen über solchen, die auch draußen möglich sind.

Und wer die Anmeldefrist versäumt, hat ein Problem. So wie Silvia Marschall, die die Tennis-Kinder im Winter trainiert. Nicht in Vorhand und Slice, sondern in Bewegungssport.

Sie konnte mit ihrer Gruppe jahrelang freitagnachmittags die Turnhalle am Hagenberg nutzen, die für die Kleinen mit dem Fahrrad erreichbar ist. Eine Tennishalle gibt es in Bad Iburg nicht mehr. Im Sommer hatte sie sich wieder für die Halle angemeldet, allerdings zunächst nur mündlich. Die schriftliche Anmeldung ging zu spät bei der Stadt ein.

Zwar habe man ihr, berichten Marschall und Bürgermeisterin Annette Niermann übereinstimmend, Alternativen angeboten, doch seien die, sagt Marschall, nicht praktikabel, weil für kleinere Kinder zu spät am Nachmittag oder zu weit entfernt. „Dabei wäre die Hauptschulhalle ab 16 Uhr frei für den TV, der jetzt in der Halle am Hagenberg trainiert“, ärgert sich Marschall.

Nur ein Notnagel

„Mit den Fußballern haben wir uns immer gut geeinigt, auch wenn es eng wurde“. Das sei mit dem TV nicht möglich. Selbst wenn der Verein im Winter draußen trainiere, „die Halle ist für die nur ein Notnagel“, bekäme sie keinen Bescheid. „Das wäre doch nur fair“, findet Marschall.

Mails und Briefe gingen hin und her. Aber auch ein Telefonat mit Bröskamp habe nicht zur Entspannung beigetragen: „Die Woche darauf war die Halle leer, die TV-Kinder liefen im Freden“, sagt Silvia Marschall.

„Es war 2017 Aufgabe der Stadt, zwischen den Vereinen, die die Hallen nutzen, eine Regelung zu finden, mit der alle leben können“, erklärt Bürgermeisterin Annette Niermann. Im ersten Jahr sei die Verteilung leider nicht schön verlaufen. „Es gibt immer wieder Reibereien zwischen den Vereinen“, sagt Niermann. Die Stadt hätte den Vereinen Alternativangebote gemacht, die aber seien zum Großteil nicht angenommen worden.

Deshalb will sich die Verwaltung im September nach Ende der Anmeldefrist am 31. August mit allen Beteiligten zusammensetzen. Man habe dazugelernt: „Wir müssen noch besser kommunizieren“, findet die Bürgermeisterin. „Denn eigentlich ist es doch toll, dass wir so viele begeisterte Trainer und Kinder haben.“


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