Reha-Angebot wird ausgebaut Neurologie in der Iburger Dörenberg-Klinik

Von Stefanie Adomeit


Bad Iburg. Nicht nur vor der Fassade der Bad Iburger Dörenberg-Klinik, wo täglich Baumwipfelpfad und Attraktionen der Landesgartenschau in Höhe und Breite wachsen, ist etwas los. Auch hinter den Balkonen der Reha-Klinik tut sich einiges: Zu den Abteilungen für Orthopädie und Geriatrie kommt die Neurologie hinzu.

„Außerdem modernisieren wir 20 weitere Zimmer“, kündigte Ursula Stecker an. Die kaufmännische Leiterin der Klinik freut sich, dass die Räume für geriatrische Patienten jetzt grundsaniert und barrierearm ausgebaut werden. Im vergangenen Jahr wurden zehn Zimmer in der Orthopädie auf den neuesten Stand gebracht. „Moderne Zimmer fordern die Patienten auch ein.“

Im Sommer sollen dann die Klinikzimmer für die neurologischen Patienten bezugsfertig sein. Die Räume sollen beispielsweise Schlaganfallpatienten und multimorbiden Menschen (mehrfach Kranken) ein Zuhause auf Zeit sein. „Wir denken, dass diese Indikation gut zu unserer Orthopädie, der Geriatrie und der Kurzzeitpflege passt“, sagte Stecker. Auch für die Behandlung von Schmerzpatienten habe die Klinik Experten.

Patienten mit mehreren Erkrankungen

Dass es immer mehr Reha-Patienten mit mehreren Erkrankungen gibt, hänge auch damit zusammen, dass diese bis ins hohe Alter operiert, die Patienten generell älter werden und damit häufig Begleiterkrankungen hätten, ergänzte Katharina Lutermann, Referentin für Unternehmenskommunikation der Schüchtermann-Schiller‘schen Kliniken, Mutterkonzern der Dörenberg-Klinik.

Ziel der geriatrischen Rehabilitation sei es, die Patienten entweder nach Hause oder so in ein Pflegeheim zu entlassen, dass sie sich wieder etwas zutrauen können, sagte Stecker.

Für die neue neurologische Abteilung braucht die Dörenberg-Klinik spezielle Therapeuten, die sie zum Teil selbst ausgebildet, zum Teil gibt es bereits eigens qualifizierte Mitarbeiter. Diese werden Behandlungen wie Bobath, ein bewegungstherapeutisches Konzept für Menschen mit neurologisch bedingten motorischen Funktionsstörungen, oder Handtherapien, beispielsweise für einseitig beeinträchtigte Schlaganfallpatienten anbieten. Auch Neueinstellungen soll es geben.

Versprechen gehalten

Ursula Stecker war das erste Mal von Oktober 2013 bis 2015 in Bad Iburg, damals als – erfolgreiche – Sanierungsgeschäftsführerin. Nach der Insolvenz in Eigenverantwortung im Jahr 2013, die ihre Gründe nach Klinikangaben in zu geringen Belegungszahlen und zu hohen Kosten hatte, galt die Klinik Anfang 2015 als saniert. Der Standort und die 185 Arbeitsplätze waren gesichert, die Abteilung für Geriatrie kam hinzu.

Die Belegschaft musste dafür zwei Jahre lang auf einen Teil ihres Gehalts, Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten. „Pünktlich nach diesen zwei Jahren haben wir die Gehälter wieder auf den alten Stand gebracht“, erinnert sich Stecker. Das Versprechen gehalten zu haben, sei ihr wichtig: Schließlich hätten die Mitarbeiter auch in der kritischen Phase „toll mitgemacht. Es ist gut, dass sie seitdem sehen, dass sich bei uns immer etwas tut.“