Großwäscherei Meyer in Bad Iburg Bad Iburg: Waschtag in XXL

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Rollcontainer voller Wäsche: Pro Tag werden in der Großwäscherei Mayer in Bad Iburg zwölf bis 14 Tonnen Wäsche gereinigt, getrocket, gefaltet sortiert und wieder ausgeliefert. Foto: Katja SteinkampRollcontainer voller Wäsche: Pro Tag werden in der Großwäscherei Mayer in Bad Iburg zwölf bis 14 Tonnen Wäsche gereinigt, getrocket, gefaltet sortiert und wieder ausgeliefert. Foto: Katja Steinkamp

Bad Iburg. Waschtag in ganz groß: Der Verein für Orts- und Heimatkunde Bad Iburg besichtigte jetzt die Großwäscherei Meyer in Bad Iburg. Brigitte Köppen-Börs und Carsten Börs führten die 35 Teilnehmern durch die Hallen und erklärten den Produktionsablauf zwischen Ankunft und Auslieferung der Wäsche.

Geschichte

Die Großwäscherei wurde nach dem Krieg 1949 von Elisabeth Meyer in Bad Iburg als Haushaltswäscherei gegründet. „Seit 1968 ist sie an der Münsterstraße in Bad Iburg angesiedelt und wurde immer wieder erweitert“, erläuterte Geschäftsführer Carsten Börs.

Mittlerweile beschäftigt die Wäscherei bis zu 100 Mitarbeiter, die zehn bis 14 Tonnen Flachwäsche, wie Bettwäsche, 2000 Kilogramm Formwäsche, wie Kittel von Krankenhäusern, und 1500 bis 2000 Kilogramm Bewohnerwäsche von Privatpersonen pro Tag verarbeiten, erklärte Börs.

Privatkunden

80 Prozent der Wäsche bei Textilpflege Meyer kommt aus dem Gesundheitswesen, wie Kliniken oder Altenheime. Sechs Lkw holen die Wäsche aus den Einrichtungen ab und bringen sie auch dorthin zurück.

An dem sogenannten Altbau angeschlossen, ist das Geschäft, in dem Privatpersonen ihre Kleidung abgeben können. „Wir machen dort einen Umsatz von 1,5 Prozent, also eigentlich ist es nicht nötig, aber es gehört dazu“, sagte Börs. Neben zwei Meistern und drei Lehrlingen, beschäftigt die Wäscherei fünf bis sieben Menschen mit Handicap.

Die 2800 Quadratmeter Produktionsfläche verteilen sich auf einen Altbau und eine vor zwei Jahren neu gebaute Halle. Im Neubau gibt es einen Bereich für die benutzte und einen für die saubere Wäsche, so Börs. Mit dem sogenannten Hängesack-System wird die schmutzige Wäsche automatisch in die Waschstraße befördert.

Dabei geht alle 100 Sekunden ein Sack auf und die Wäsche fällt in einen Trichter, wo sie dann bei circa 70 Grad gewaschen wird. Am Ende der Waschstraße kommt die Wäsche desinfiziert und gewaschen durch eine Entwässerungspresse heraus. „In einem Kilogramm Textil sind noch bis zu 450 Milliliter Wasser, das noch raus muss. Deswegen wird die Wäsche zu einem Kuchen zusammengepresst“, erklärte der Geschäftsführer.

Acht gasbeheizte Trockner arbeiten zwölf bis 13 Minuten lang daran, dass die Wäsche trocken wird. Danach wird sie in das Frottee befördert. Pro Schacht, in dem die Wäsche herunterfällt, können zwei Faltungen stattfinden. Jedes Teil wird hier wieder per Hand sortiert und in die jeweiligen Container befördert.

Das Waschen ist nur der eine Teil des Geschäfts: 70 Prozent der Wäsche, die bei Textilpflege Meyer verarbeitet wird, gehört der Wäscherei selbst. „Wir vermieten die Wäsche, zum Beispiel an Kliniken oder anderen Gesundheitseinrichtungen“, sagte Carsten Börs.

Im Altbau wird inzwischen nur noch „Bewohnerwäsche“ sowie die Kleidung aus dem Geschäft verarbeitet. Alles, was reinkommt, wird einzeln mit dem Computer erfasst, erläutert Brigitte Köppen-Börs. Dafür wurde an jedes Kleidungsstück ein QR-Code angebracht.

Anhand des QR-Codes kann die Wäscherei sehen, wie oft das Kleidungsstück hier schon eingetroffen ist. Außerdem können Anmerkungen in den Computer eingegeben werden, um nachvollziehen zu können, ob beispielsweise ein Teil bereits vor dem Eintreffen etwas kaputt war.

Danach verläuft das Waschsystem ähnlich wie im Neubau. Die Oberbekleidung wird bei 30 bis 40 Grad, die Unterbekleidung bei 70 Grad durch die Waschstraße befördert. „Das dauert vier bis fünf Minuten“, sagte Carsten Börs. Die Wäsche wird danach nicht wie im Neubau durch eine Entwässerungspresse geleitet, sondern durch eine Zentrifuge. „In der Presse könnten Reißverschlüsse oder Knöpfe kaputt gehen“, so der Geschäftsführer. Danach kommt auch diese Wäsche in einen speziell gebauten Gastrockner.

Blick hinter die Kulissen

Beate Bertrams, zweite Vorsitzende des Vereins für Ort- und Heimatkunde, organisiert einmal im Monat eine Veranstaltung. „Mal machen wir eine Fahrt oder sind bei einer Lesung und mal machen wir verschiedene Sachen hier im Ort“, erklärte sie. Dieses Mal war der Verein auf die Großwäscherei in Bad Iburg, Textilpflege Meyer, gestoßen. „Jeder sieht immer dieses große Gebäude, aber weiß nicht, wie es darin aussieht. Es ist ein interessantes Thema.“


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