„Geht zu Lasten der Stadt“ Zuschuss für Iburger Kleiderkammer „mit Bauchschmerzen“

Von Stefanie Adomeit

Vor zwei Jahren hatte der Arbeitskreis Asyl die Räume in der ehemaligen Tischlerei Blanke renoviert. Archivfoto: Gert WestdörpVor zwei Jahren hatte der Arbeitskreis Asyl die Räume in der ehemaligen Tischlerei Blanke renoviert. Archivfoto: Gert Westdörp

Bad Iburg. Über den vom Bad Iburger Arbeitskreis Asyl beantragten Mietzuschuss für die Kleiderkammer diskutierten die Mitglieder des Sozialausschusses. Trotz des einstimmigen Votums für die Kleiderkammer machten viele Stadträte deutlich: Dauerhaft solle die Stadt die 3600 Euro im Jahr nicht tragen.

Die CDU hatte beantragt, die Existenz der Kleiderkammer für 2018 abzusichern. Maximilian Gehrmeyer erklärte dazu: „Wir wissen, was die Ehrenamtlichen leisten. Ohne den Mietzuschuss wäre Schluss mit der Kleiderkammer.“

Sabine Glosemeyer von der Wählergemeinschaft Bad Iburg-Glane (WBG) berichtete aus ihrer Fraktion: „Die Finanzierung der Kleiderkammer bereitet uns ein bisschen Bauchschmerzen. Es gibt in vielen Gemeinden Kleiderkammern. Für die Stadt ist es schwierig, so eine Einrichtung über Jahre zu finanzieren.“ Schließlich gebe es viele Menschen, die sich ehrenamtlich einsetzen. Die hätten auch gerne eine Unterstützung: „Das geht zu Lasten der Stadt“, folgerte sie. Sie wäre bereit, mit dem Asylkreis Firmen zu besuchen, um sie um Spenden zu bitten.

„Viele brauchen Förderung“

Dieselbe Argumentation verfolgte Matthias Seestern-Pauly von der FDP: „Wir haben viele Ehrenamtliche, viele brauchen Förderung“. An der FDP solle der Antrag zwar nicht scheitern, langfristig müsse man mal sehen, wie die Finanzierung gelingen könne: „Wir müssen sie auf jeden Fall auf andere Beine stellen.“ Sein Fraktionskollege Jörg Ritterbusch sah das genauso: „Wir müssen dauerhaft etwas anderes finden.“

Erst Annemarie Hein (SPD) wies darauf hin, dass es hier nicht nur um den Einsatz der ehrenamtlichen Helfer gehe, „sondern um sehr viele bedürftige Menschen, die nicht alle nach Georgsmarienhütte oder Bad Laer fahren können“. 150 Kunden hat die Kleiderkammer jeden Monat.

„Wir finden die Arbeit toll“, betonte die Grüne Renate Ralle für ihre Fraktion. „Wir tragen den Zuschuss für 2018 mit und machen uns Gedanken, wie wir das Projekt unterstützen können.“