Saisonbeginn mit Blechbläsern Keine 15.000 Euro für Iburger Schlosskonzerte

Von Stefanie Adomeit

Hochkonzentriert: Florian Noack begeisterte die Besucher der Schlosskonzerte-Reihe im Januar. Foto: Egmont SeilerHochkonzentriert: Florian Noack begeisterte die Besucher der Schlosskonzerte-Reihe im Januar. Foto: Egmont Seiler

Bad Iburg. Der Verein „Iburger Schlosskonzerte“ hat einen Teil der Verantwortung für die Konzertreihe abgegeben. Ein privater Veranstalter hat das Gros der Aufgaben der Ehrenamtlichen übernommen und bei der Stadt einen Zuschuss von 15.000 Euro beantragt. Der Kulturausschuss war mehrheitlich dagegen.

Der Wunsch von Timo Maschmann kam bei den Ausschussmitgliedern nicht allzugut an. Mit seiner Agentur Euregio Musikfestival hatte der Osnabrücker den Taktstock der Konzertreihe im vergangenen Jahr vom bisherigen künstlerischen Leiter Peter Doderer übernommen und ist nun außerdem für die wirtschaftliche Abwicklung und Organisation zuständig. Träger bleibt der Schlosskonzerte-Verein.

Die Iburger Schlosskonzerte sind die älteste und größte Kammermusikreihe im Osnabrücker Land. Mit monatlich einem Konzert in der Saison kommt die Reihe in 42 Jahren auf 385 Konzerte. Häufig sind junge Ensembles zu hören, gelegentlich schmücken sehr bekannte Namen die Programme, wie die Cellistin Maria Kliegel oder das Signum Quartett. Streichquartette dominieren die Reihe im Rittersaal der Iburg, die zuletzt mit sinkenden Besucherzahlen zu kämpfen hatte.

Niveau und Vielfalt erhalten

Maschmann möchte die Schlosskonzerte auffrischen, inhaltlich und optisch. Die beantragte Förderung möchte er für Organisation und Durchführung der Konzerte verwenden. Der Betrag sei notwendig, um das künstlerische Niveau und die Vielfalt zu gewährleisten. Insgesamt beziffert Timo Maschmann, der in seinem Antrag sämtliche Positionen detailliert auflistet, die Kosten für zehn Konzerte pro Saison mit 52500 Euro.

An Einnahmen erwartet der Veranstalter unter anderem 4000 Euro vom Schlossverein und 9500 Euro von „Exklusivpartnern“. Die Ticketeinnahmen sollen sich auf 17.500 Euro belaufen.

Das Programm stärke auch die Stadt Bad Iburg, argumentiert er. Die Saison 2018/2019 wird am 27. August mit dem M5 Mexican Brass Quintett beginnen, wahrlich kein Klassik-Urgestein: Die vier Mexikaner und ein Deutscher spielen auf ihren Blechblasinstrumenten so ziemlich alles, von Bach bis zur Westside Story, aber immer virtuos.

Ungerecht gegenüber anderen Vereinen

„15.000 Euro sind deutlich zu hoch“, sagte Daniel Schneider von den Grünen: „Damit würden wir jede Karte zu 86 Prozent bezuschussen, das geht auf keinen Fall. Schon allein deshalb, weil es gegenüber den anderen Vereinen in Bad Iburg ungerecht wäre.“ Auch Heinz Wallenstein von der SPD warnte davor, sich als Stadt derart für eine private Veranstaltungsreihe zu engagieren. Tim Baalmann (FDP) hielt „die Summe für zu hoch“, könnte sich eine Förderung aber vorstellen.

Bürgermeisterin Annette Niermann dagegen gab zu bedenken, dass die Schlosskonzerte „etwas Einmaliges“ seien. „Bisher hatten wir ja den Schlosskonzerte-Verein als Veranstalter. Ich finde Herrn Maschmann sehr mutig, dass er die Reihe übernommen hat. Vielleicht sollte man überlegen, ob eine Anfangsfinanzierung möglich wäre.“

Was passiert, wenn auch der Rat die Förderung der Konzertreihe ablehnt, erklärt der stellvertretende Vorsitzende des Schlosskonzerte-Vereins auf Anfrage unserer Redaktion: „Damit wird die stabile Zukunft der Schlosskonzerte infrage gestellt“, sagt Hans Schlotheuber. „Die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern können die Kosten nicht begleichen. Entweder finden wir Sponsoren oder wir werden den Spielbetrieb drastisch reduzieren oder sogar einstellen.“ Immer wieder werde betont, wie wichtig die Musikreihe für die Stadt Bad Iburg ist. Wenn es um eine Förderung gehe, sehe das leider anders aus.