Viel zu spät – und doch zu früh Vorentscheid für Iburger Grundschulen: Ein Kommentar

Von Stefanie Adomeit

In der Grundschule Glane wären Handwerker gut beschäftigt. Foto: OsterfeldIn der Grundschule Glane wären Handwerker gut beschäftigt. Foto: Osterfeld

Bad Iburg. Übertriebenen Aktionismus kann man den Stadträten, den alten und den nun nicht mehr ganz neuen, wirklich nicht vorwerfen. Weit mehr als zehn Jahre hat Bad Iburg seine Schulen vernachlässigt.

So tatkräftig und konsequent es nun scheint, den Erst- bis Viertklässlern, ihren Eltern und Lehrern endlich Planungssicherheit und Geld in den Stundenplan zu schreiben, so verfrüht ist der Schnellschuss von FDP, CDU und WBG.

Der Sanierungsstau in den Schulen ist gewaltig: 4,1 Millionen Euro müssten in die Realschule gesteckt werden, weitere 10 Millionen in die Grundschulen. Das wusste man, das verdrängte man. Ab und zu schwappte das Thema wieder auf die Tagesordnung, manchmal rein zufällig: So hatten SPD und FDP, unterstützt von den Grünen, 2012 den Dringlichkeitsantrag gestellt, zügig über die Zukunft der Grundschulen zu beraten.

Anlass war eine Bemerkung des damaligen Bürgermeisters Drago Jurak, der am Rande eines Klassentreffens verkündete, dass sich die Sanierung der Grundschule am Hagenberg und der Schule in Glane nicht mehr lohne. Man wolle flott einen zentralen Neubau beschließen. Die CDU beantragte, 50000 Euro Planungskosten in den Haushalt zu stellen.

Passiert ist: nichts. Oder fast nichts. Flickwerk. Die einst ermittelten Kosten für Neubau und bitter nötige Sanierung werden frei interpretiert. Die Finanzierung beider Varianten ist so unklar wie die Geburtenzahlen der Iburgerinnen.

Schulschließungen sind unpopulär, Proteststürme empörter Eltern und trauriger Kinder so erwartbar wie Ostern. Mancher mag sich noch an Remsede erinnern. Doch für eine Entscheidung sind noch zu viele Punkte offen. Hoffentlich wählt Bad Iburg hier nicht schlicht den Weg des geringsten Widerstandes.