Karneval in Bad Iburg Gartenschau und Dornröschen: Da lachen die Roten Hähne

Von Christoph Beyer


cby Bad Iburg. „Bad Iburg feiert Karneval mit viel Helau, dann rocken wir die Landesgartenschau“ prankte es verheißungsvoll auf einem Bühnenschild der Roten Hähne. Wenn es bei dem nahen Großereignis tatsächlich so munter zugehen sollte wie bei der Sitzung der Karnevalsgesellschaft, wäre der Erfolg sichergestellt.

Sitzungspräsident Bernd Happe gab, nach Einmarsch des Elferrates samt Prinzenpaar Martin IV. (Gieseke) und Sandra I. (Gieseke-Haberkorn), einen Ausblick auf das prall gefüllte Programm der Prunksitzung der KG Roter Hahn Bad Iburg und hieß alle Gäste herzlich willkommen, darunter auch Ehrensenator Hans-Gerd Pöttering. Die weiteste Anreise unter den kostümierten Narren hatten die Gäste der Charlottenburger KG Blau-Gelb, die den Iburger Karnevalisten in jahrzehntelanger Freundschaft verbunden sind. Deutlich kürzer hatten es die Aktiven der Tanzsportgarde Bad Essen, die bei Ihrem Gardetanz gehörig ins Schwitzen gerieten. Die schwungvollen Figuren wurden mit reichlich Applaus belohnt. Diesen heimsten im Anschluss auch die Frauen der KG Roter Hahn ein, deren zünftige Heino-Parodie nur der erste von drei Auftritten an diesem langen Abend sein sollte.

Alles andere als auf den Mund gefallen präsentierte sich Andreas Hille aus Ibbenbüren. Der erfahrene Büttenredner zog mit seiner spontanen Art gleich die Sympathien auf sich. Dabei feuerte er eine Lachsalve nach der anderen ab, frei nach dem Motto „Liebe macht blind? Dann musste heiraten, dann kannst du wieder sehen.“ Abwechselnd bekamen dabei die Schwiegermutter, die pubertierenden Kinder oder Ehefrau und Autonärrin „Dornröschen“ ihr Fett weg. „Mein Dornröschen wünschte sich von mir ein Teil, dass bei ihr schnell beschleunigt, da hab ich ihr eine Waage geschenkt,“ lautete einer seiner wenig charmanten Kommentare in Sachen Eheleben. Erst nach ausgiebiger Zugabe entließ ihn das Publikum von der Bühne. „Partylotta“ statt „Rosalotta“ lautete danach das Credo, als ein gar nicht so braves Double des Laga-Maskottchens selbiges gehörig durch den Kakao zog.

Förmlich zum Kochen brachte den Saal der Hagener Comedian Sven Bensmann. Als musikalischer Stimmenimitator par excellence gab er so manchen Welthit zum besten. Seine Joe-Cocker-Parodie etwa geriet zur Lachtränen treibenden Performance. Zudem stellte der Comedian gekonnt unter Beweis, dass sich Witze auch singend erzählen lassen.

Ganz auf die Wirkung von Tanz und Musik verließ sich KG-Dame Simone Winninghoff als Andrea Berg-Imitatorin. Die wummernden Schlagerrhythmen lockten sogar einen stürmischen Verehrer mit Blume auf die Bühne. Zum Abschluss des vierstündigen Karnevalsspektakels sangen Prinzenpaar, Elferrat und Publikum gemeinsam den Bad Iburg-Schlager.