Bodo Bach in Bad Iburg Gelungene Stand-up-Comedy mit leisen Zwischentönen

Von Rolf Habben

Begeisterte am Freitagabend im Auditorium des Gymnasiums Bad Iburg mit seinem neuen Programm „Pech gehabt“, Comedian Robert Treutel alias Bodo Bach. Foto: Rolf HabbenBegeisterte am Freitagabend im Auditorium des Gymnasiums Bad Iburg mit seinem neuen Programm „Pech gehabt“, Comedian Robert Treutel alias Bodo Bach. Foto: Rolf Habben

Bad Iburg. Der Comedian Robert Treutel alias Bodo Bach hat am Freitagabend im Auditorium des Gymnasiums Bad Iburg mit seinem neuen Programm „Pech gehabt“ das Publikum begeistert. Egal, welche Erlebnisse der Hesse aus seinem prallen Leben zum Besten gab, er zeigte sich vielseitig, vielschichtig und vor allem „vielosophisch“, wie es in der Vorankündigung hieß.

Einen lediglich höflichen „Mitleidsapplaus“ verbat sich der Künstler gleich zu Beginn. Dieser Hinweis erwies sich aber schnell als überflüssig. Satte zweieinhalb Stunden brannte der Hesse mit seinem Programm ein verbales Feuerwerk von Pointen und Gags im Sekundentakt ab und gewann im Nu die Herzen des Publikums und umgekehrt („Ihr seid ja ein Hexenkessel“).

„Sie habbe Geld bezahlt un‘ howwe, dass ihr Spaß habbe werdet“, begrüßte Bach seine Gäste in typisch hessischem Dialekt, „und wenn nicht, dann passt schon mal der Titel meines Programms“.

Publikum gekonnt mit einbezogen

Von jetzt auf gleich hatte der Comedian das Auditorium fest im Griff, und das nicht zuletzt durch wiederholte Kommunikation mit seinem Publikum. Spontan bezog er es mit Schlagfertigkeiten und kleinen Frechheiten ebenso wie mit weisen Einsichten mit ein, was besonders für den Besucher Gerald aus der vorderen Reihe galt, von dem er sich immer mal wieder Bestätigungen seiner Schilderungen und Behauptungen einholte.

„Ich bin kein Kabarettist“, stellte Bach gleich zu Beginn klar. Als „Stand-up Comedian“ erzählt er lieber teils autobiografische, immer aber skurrile Geschichten aus seinem Leben. Auf seiner „Welttournee durch Deutschland“ nimmt er menschliche Marotten, Launen und Absonderlichkeiten bildhaft, mitunter in drastischer Wortwahl, aber dennoch treffend humorvoll auf die Schippe. Aus allen Absurditäten macht Bach das Beste und nimmt es, wie es kommt.

Ikea steht für „Ich krieg einen Anfall“

Und nicht selten kommt es dabei für ihn knüppeldick. Sei es der Einkauf samstags in einem weltweit agierenden schwedischen Möbelhaus mit dem anschließenden Schrankaufbau als Heimwerker (der Firmenname Ikea steht bei Bach für „Ich krieg einen Anfall“), sei es der Besuch bei seinen esoterisch hochbegabten Nachbarinnen („Parallelwelten mit Meditationshintergrund“), die Suche nach einer Partnerin für seinen Sohn Rüdiger, Absurditäten einer vegetarischen Speisekarte oder die Abenteuer einer Weinwanderung („Die deutsche Weinstraße ist der Jakobsweg für Weintrinker“).

Mit leisen Zwischentönen

Mit viel Witz, mit derben Wortspielereien, teilweise recht frivol und mit zaghafter Boshaftigkeit, nahm der Entertainer das pralle Alltagsleben unserer Gesellschaft treffend aufs Korn. Zwischendurch gab es leicht philosophische Reflexionen über Glück und Pech als leise Zwischentöne („Wir verpennen das kleine Glück, weil wir auf das große hoffen“), über das Gestern und Heute, über die fortschreitende Digitalisierung mit ihren sozialen Netzwerken sowie bissige Satire über moderne Malerei („Da braucht man Untertitel“), immer mit einem Schuss Sarkasmus und gepaart mit Ironie, zeichneten Bodo Bachs kurzweiligen Parforceritt in Bad Iburg aus. Es war Comedy im besten Sinne – mit durchgängig heiterem Unterhaltungswert.

Bodo Bachs Credo: „Wenn wir Pech haben, ist das Glück nicht weg, das hat dann nur ein anderer“.