Wegen Bauarbeiten bis April geschlossen Zeitgemäße Modernisierung für Bad Iburger Schlossmuseum

Von Horst Troiza

Viel Staub hängt in der Luft, die Wände der beiden Räume des Schlossmuseums sind zum größten Teil von Farbe und Putz befreit. Horst Reitzer (von links), Susanne Tauss und Joseph Rottmann werfen einen Blick auf die Pläne für die Umgestaltung. Foto: Horst TroizaViel Staub hängt in der Luft, die Wände der beiden Räume des Schlossmuseums sind zum größten Teil von Farbe und Putz befreit. Horst Reitzer (von links), Susanne Tauss und Joseph Rottmann werfen einen Blick auf die Pläne für die Umgestaltung. Foto: Horst Troiza

Bad Iburg. Das Schlossmuseum auf der Iburg besitzt gegenwärtig alles andere als einen musealen Charakter: Dort regieren die Handwerker, die eine Modernisierung der Räumlichkeiten in der Dauerausstellung vornehmen. Im April sollen die Vitrinen und andere Ausstellungsstücke dann wieder ihren Platz einnehmen.

Als Joseph Rottman die Tür aufschließt und eintreten will, wird klar, weshalb die Handwerker ins Schlossmuseum gerufen wurden: Die Tür öffnet sich nur einen Spaltbreit, danach blockiert sie. „Auch da muss noch mal jemand ran“, stellt der Vorsitzende des Schlossvereins fest. Seit einigen Tagen sind die beiden Räume rechts des Eingangs Baustelle, die Exponate der Ausstellung sind ausgelagert und schweres Gerät hat deren Platz eingenommen. ( Weiterlesen: Ausstellung im Schlossmuseum neu gestalten)

Staub hängt in der Luft

Staub hängt in der Luft. „Die Wände und Decken sind abgestrahlt worden. Alte Anstriche und Putz haben das darunter liegende Mauerwerk nicht nur verdeckt, sondern auch beschädigt“, erklärt Horst Reitzer, Mitglied des Schlossvereins und Bauunternehmer, dessen Firma die Arbeiten durchführt. Bei solch alten Mauern sei eben Feuchtigkeit das Problem, die in den Wänden hochsteige und nicht abtrocknen könne. Ursprünglich waren die Mauern damals nach dem Bau etwa zur Mitte des !8. Jahrhunderts unverputzt gewesen, sagt Historiker Rottmann, dann aber im Wechsel der Moden mal verputzt, mal mit Kalkfarbe überzogen worden. Nach der Modernisierung soll das Mauerwerk wieder zum größten Teil sichtbar sein.

Die Baumaßnahme wird etwa 90000 Euro kosten. Es gibt vier Geldgeber, darunter die Klosterkammer Hannover, das Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die Stiftung der Sparkassen im Osnabrücker Land.

Benno berichtet über sein Leben

Auch der Landschaftsverband Osnabrücker beteiligt sich, gibt 6000 Euro. Dessen Geschäftsführerin Susanne Tauss hebt hervor, die Veränderungen der Ausstellung hinsichtlich des pädagogisch-didaktischen Erscheinungsbildes finanziell fördern zu wollen. „Es wird dann mehr auf sinnliche Erfahrungen gesetzt, was die Ausstellung besonders für Kinder und Jugendliche interessant machen wird“.

Damit bezieht sie sich auf einige figürliche Darstellungen früherer Bewohner der Burg und des Klosters, die ins modernisierte Schlossmuseum aufgenommen werden. Über elektronische Kontakte werden Benno II., Fürstbischof Franz Wilhelm von Wartenberg, Ernst August und Sophie von der Pfalz und die Äbte Maurus Rost und Adolph Hane Auskunft über ihr Leben und ihre Zeit geben. ( Weiterlesen: Iburger Schlossverein sucht Exponate für neue Dauerausstellung)

Baugeschichte der Iburg

Neben den bisher gezeigten Exponaten wird das Modell der Iburg wieder in der Ausstellung zu finden sein. Die drei Vitrinen, die in dem größeren der beiden Räume gestanden haben, werden in Zukunft die bauliche Geschichte der Iburg und des Klosters wiedergeben. Hinzukommen wird ein Medientisch mit Dokumenten sowie weitere, auf junge Besuchergruppen zugeschnittene Angebote. Beraten wird der Schlossverein bei der Konzeption von Judith Franzen von der Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück.

Gegenwärtig verlegen die Handwerker die elektrischen Leitungen, im Anschluss kommen die Maler. Rottmann geht davon aus, im April wieder eröffnen zu können. Rechtzeitig zur Landesgartenschau, die zusätzliche Besucher ins Schlossmuseum führen soll. „Aber natürlich ist das Museum auch abseits dieser Schau als als Zielpunkt für den Tourismus gedacht“, macht Rottmann deutlich.