Bürgermeisterin zur Feldhaus-Kritik Niermann: Machen Laga, um Leute in die Stadt zu holen

Von Stefanie Adomeit

Bürgermeisterin Annette Niermann antwortet auf die Kritik der Investoren aus Bad Laer. Foto: Thomas OsterfeldBürgermeisterin Annette Niermann antwortet auf die Kritik der Investoren aus Bad Laer. Foto: Thomas Osterfeld

Bad Iburg. Was sagt die Bürgermeisterin zur Kritik der Familie Feldhaus, die meint, dass es Verwaltung und Rat am Willen fehle, die Iburger Innenstadt zukunftsfit zu machen?

Zwar fühlt sich Annette Niermann nicht direkt angesprochen, weil der Brief von Bernhard Feldhaus und seiner Familie an den Rat adressiert war. Das Schreiben habe sie an die Ratsmitglieder weitergeleitet. Auf Anfrage unserer Redaktion nimmt die Bürgermeisterin dann doch Stellung.

„Ich nehme die Unzufriedenheit ernst. Familie Feldhaus hat viel in Bad Iburg investiert. Aber ob man sagen kann, Stadt und Rat sind an der Situation im Stadtkern schuld...“. Die Innenstädte hätten ein grundsätzliches Problem: „Wir haben eine Änderung in der Funktion. Die Innenstädte sind nicht mehr Nahversorger, weil diese Geschäfte auf der Grünen Wiese stehen. In den Stadtkernen brauchen wir Aufenthaltsqualität.“

Verwaltung nicht verantwortlich

Allerdings seien die Belange der Einzelhändler unterschiedlich: „Dem muss man gerecht werden.“ Bei den Hausbesitzern handle es sich um Privatpersonen, „die sehe ich in der Pflicht, zu sagen, was sie wollen. Bislang gibt es keine Anträge zu diesem Thema.“ Die Stadtverwaltung helfe gerne, sei aber nicht verantwortlich für den Zustand der Innenstadt.

„Wir machen doch die Landesgartenschau, um Leute in die Stadt zu holen“, wundert sich Niermann. Nach der Gartenschau wolle man dann schauen, welche Projekte man verfolgen wolle.

Sollten die Hausbesitzer in der Innenstadt mehr Wohnungen bauen wollen, sei das eine politische Entscheidung, „aber wo will man da anfangen?“. Momentan laute die Satzung für diesen Bereich, dass im Erdgeschoss Geschäfte und darüber Wohnungen vorgesehen seien. „Die Anregung, das zu ändern, kann ich aufnehmen.“

Hatten Bauarbeiten an B51

Was die leer stehenden Läden betrifft, könne die Verwaltung lediglich Akquise betreiben, beispielsweise aktiv auf Einzelhandelsketten zugehen und die Betroffenen an einen Tisch holen. „Wir sind auch bei den Sitzungen des Marketingvereins dabei.“

Dass die Münsterstraße trotz Flächentausch noch nicht saniert wurde und auch die Rechtsabbiegerspur von der Bielefelder auf die Münsterstraße auf sich warten lässt, habe einen ganz einfachen Grund: „Wir haben bis vor zweieinhalb Monaten an der Bundesstraße und am Drostenhof gebaut. Da konnten wir die Ausweichstrecke Bielefelder Straße nun wirklich nicht blockieren.“

Auch diese Projekte wolle die Stadt nach der Landesgartenschau angehen. „Die Straße muss von Grund auf gemacht werden. Damit sie zur Laga ein ordentliches Bild abgibt, wird jetzt erstmal die Decke erneuert.“ Wie Fachdienstleiter Reinhard Fühner ergänzend mitteilte, wird das DSK-Verfahren angewandt, das steht für „Dünne Schicht im Kalteinbau“. Die Arbeiten sind Ende März, Anfang April geplant.