Schnuppertag gut besucht Gymnasium Bad Iburg lädt Viertklässler ein



Bad Iburg. Zum Schnuppernachmittag lud das Gymnasium Bad Iburg (GBI) am Freitag ein. Über 300 Viertklässler kamen mit ihren Eltern und Familien.

Für den Besuch hatten Schüler, Lehrer und Mitarbeiter des Gymnasiums allerhand vorbereitet, sodass die Gäste beim umfangreichen Programm die Qual der Wahl hatten.

Los ging es im Pädagogischen Zentrum (PZ), wo Schulleiterin Christiane Schneider die Gäste begrüßte: „Heute soll hier geschnuppert werden.“ Fast das komplette GBI sei auf den Beinen und erwarte die Besucher mit verschiedenen Angeboten und Aktionen. Dazu gehöre unter anderem ein neues, in den Unterricht eingebettetes Bienenprojekt, erklärte Schulleiterin. Zur Begrüßung hatte die Schulgemeinschaft außerdem ein kleines Bühnenprogramm zusammengestellt: Zunächst traten die Bläsergruppe der fünften bis siebten Klassen sowie der Chor der Fünft- und Sechstklässler auf. Es folgten Rapp und Gesang von Französischgruppen der Klassen Sechs und Sieben. Und später nutzte auch noch eine Tanzgruppe der unteren Klassen die Bühne für einen Tanzflashmob.

Entdecken und erkunden

Die Besucher konnten eine der von Lehrern angebotenen Führungen mitmachen, sie suchten sich im Programmheft gezielt einzelne Aktionen, Fächer oder Räumlichkeiten aus, die sie besuchen wollten oder sie ließen sich durch den großen Schulkomplex treiben.

Digitale Welten

Henning (14), Georg (14), Nils (15) und Lennard (15) machen bei der Video-AG mit. Diese ist gerade dabei, einen virtuellen Rundgang durch das Gymnasium Bad Iburg zu erstellen. Am Schnuppernachmittag konnten die Besucher mittels virtueller Brille und Tabletcomputern sehen, wie weit die Schüler mit ihrer interaktiven Besichtigungstour schon sind. So einfach wie das Ganze ausschaut, sei es aber nicht, berichteten die Jungs: „Aufwendig war beispielsweise eine Kamerafahrt hier durch die Mensa“, so Lennard: „Wir mussten uns erst einen Weg überlegen und dann aufpassen, dass wir nicht ins Bild kommen.“

Welche Sprache?

Amina (8) und deren Schwester Jasmina (10), die im Sommer die Schule wechselt, machten mit ihrem Vater eine Pause im „französischen Café“ und Amina fand: „Der Crepe ist total lecker.“ Ein paar Meter weiter stand die Französischlehrerin Sandra Ramm als Ansprechpartnerin parat. Sie wurde oft gefragt, welche Sprache für welchen Typ Schüler empfehlenswert sei. „Kinder, die gerne sprechen, sind meist im Französischunterricht gut aufgehoben“, erläuterte sie: „Wer gerne puzzelt sowie Strukturen und Regeln schätzt, dem liegt meist eher Latein.“ Dem stimmte Lateinlehrerin Kirsten Schulke-Brensing zu: „Bei Latein kommt den Schülern systematisches Denken zugute.“

Kein bisschen angestaubt

Das Fach Latein war beim Schnuppernachmittag sehr präsent: Mit Tunika oder römischen Rüstungen verkleidet, luden Sechstklässler zum Lateinquiz ein, während Kai (16) und Jonas (16) an einem Marktstand typisch römisches Essen anboten: „Wenn es schmeckt, können die Leute die original römische Beschreibung und das Rezept mitnehmen“, so Kai mit Blick auf Schafskäse, Oliven und Kichererbsenmus. Louisa (9) fand die Kichererbsen: „Okay.“ Besonders beeindruckt hatte sie jedoch der Fachraum für Inklusionsklassen.

Mitmachen statt gucken

In vielen Räumen gab es beim Schnuppernachmittag Mitmachaktionen wie Mikroskopieren, Scherenschnitt, Handlettering, Puzzeln, Wappen basteln und „historisches Schreiben“. „Wir schreiben in alter Schrift, das ist schwer“, erklärten Tom (12) und Shawn (11). Die beiden waren hoch konzentriert bei der Sache, als sie mit einer Feder in ihren tintenbeklecksten Fingern versuchten, die Buchstaben der Sütterlinschrift nachzumalen. Unterdessen informierte ihr Geschichtslehrer, dass Geschichte inzwischen ein „Denkfach“ sei, bei dem es nicht mehr hauptsächlich auf richtigen Jahreszahlen ankomme: „Es geht darum, die Gegenwart zu verstehen. Gerade jetzt, wo viele sich bemühen, mit Geschichte etwas zu legitimieren, kommt es darauf an, sich sein eigenes Urteil bilden zu können.“


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