Antrag und Gegenantrag Iburger Fraktionen wollen neu über Grundschulen entscheiden



Bad Iburg. Über die Zukunft der drei Bad Iburger Grundschulen wird seit Jahren diskutiert. Die drei Gebäude müssten für mehrere Millionen Euro instandgesetzt werden. Nach drei Jahren Pause liegt das Thema Sanierung oder zentraler Neubau wieder auf dem Tisch. Anlass sind zwei Anträge aus der Politik.

Gemeinsam haben FDP, CDU und WBG am Dienstag den Erhalt aller drei Schulen beantragt. Wenige Stunden später zog die SPD nach und beantragte eine zentrale Grundschule.

Im Detail: Die neue Allianz aus Liberalen, Christdemokraten und Wählergemeinschaft fordert, ab diesem Jahr mindestens eine halbe Million Euro jährlich in den Haushalt fließen zu lassen, um Investitions- und Sanierungsmaßnahmen an den vier städtischen Schulen zu bezahlen, also an den Grundschulen und der Realschule. 2017 waren für diese Aufgabe bereits 650000 Euro in den Haushalt gewandert.

Die Schulleitungen sollen eine Prioritätenliste für die wichtigsten Aufgaben schreiben, um dann mit Expertenrat und dem Blick auf Richtlinien und pädagogische Erfordernisse bis Ende Juni einen gemeinsamen Schulsanierungsplan zu entwickeln. So könnten einzelne Bauabschnitte gebildet werden.

So teuer wie ein Neubau

Über den Antrag soll am 25. Januar im Schulausschuss und am 15. Februar im Rat diskutiert und entschieden werden, sagte Fraktionschef Matthias Seestern-Pauly.

Anders die Sozialdemokraten: So gut die Arbeit der drei Grundschulen sei, alle drei bedürften einer gründlichen und aufwendigen Sanierung. Diese betreffe die Gebäudesubstanz, die energetische Dämmung und den Feuerschutz, die Renovierungen von Klassen- und Fachräumen. All das sei nach den vorliegenden Gutachten genauso teuer oder gar teurer als ein Neu- und Anbau für alle Grundschüler und am Ende „ein Fass ohne Boden und man hat immer noch einen Altbau“, so Nazih Musharbash.

So groß wie Dissen und Hasbergen

Für die SPD hat eine zentrale Grundschule Vorteile: Die Ausstattung mit allen Einrichtungen für inklusiven Unterricht, genügend Raum für Unterricht und Fachunterricht, eine moderne Turnhalle, eine fachgerechte Mensa und nicht zuletzt eine langfristige und sichere Finanzierung. Ein Neubau sei eben als Investition zu sehen, die haushaltsrechtlich einfacher zu bewerkstelligen sei als drei Sanierungen.

Aus „pädagogischer Verantwortung“ spreche man sich für ein einziges modernes Gebäude aus, so wie es in vergleichbar großen Gemeinden wie Dissen oder Hasbergen üblich ist.

Externe Experten sollen, so die SPD, alle drei Grundschulstandorte prüfen, welcher sich für den Bau der einzigen städtischen Grundschule am besten eignet. „Wo sind Fläche und Bausubstanz passend?“ Während der Bauzeit könnten die Kinder in den beiden übrigen Schulen unterrichtet werden. Nach Bezug des Neubaus könnten die anderen Grundschulen dann abgerissen oder anderweitig genutzt werden.

Maximal zwei Kilometer

Seit sechs Jahren denken die Iburger Kommunalpolitiker immer wieder über die drei Grundschulen nach. 2012 hatte die CDU den Neubau einer Grundschule in der Nähe des Schulzentrums an der Bielefelder Straße beantragt. Dort sei sie für 90 Prozent der Kinder maximal zwei Kilometer entfernt, hieß es.

Dafür sollten die drei anderen Standorte geschlossen worden. Die Heizkosten seien zu hoch, die Gebäude baufällig. Die CDU schrieb sich in die Agenda, dass es bis 2018 nur noch eine Grundschule geben solle.

SPD und FDP beriefen sich damals auf Wünsche aus dem Arbeitskreis Grundschule, nach denen alle drei Grundschulen erhalten werden sollten. Das war auch Tenor einer Podiumsdiskussion in der Grundschule Ostenfelde. Die Politik entschied, dem SPD/FDP-Antrag zu folgen und zunächst die Sanierungskosten für Glane und Hagenberg zu ermitteln, um Maßnahmen zu ermitteln, mit denen die Schulen noch einige Jahre weitergeführt werden könnten. Auf Dauer drei Schulen zu betreiben, hielt die SPD für falsch.

2013 war das Gutachten fertig. Demnach würden Sanierung und Brandschutz für die Grundschule Glane 3,7 Millionen und für die Schule am Hagenberg 3,2 Millionen Euro kosten. Die Grundschule Ostenfelde wäre mit 1,5 Millionen dabei. Zwei Jahre später gab es zwei weitere Gutachten und es wurde entschieden. Wir strecken die Sanierung bis in die Jahre 2020/2021.


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