Ein Artikel der Redaktion Neue Osnabrücker ZeitungLogo Neue Osnabrücker Zeitung

Junge Rechenkünstler Rauchende Köpfe bei Mathe-Olympiade

Von Stefan Buchholz | 22.03.2019, 12:24 Uhr

Kann man nur mit einem Zollstock die Größe eines Winkels ermitteln? Man kann, die kniffelige Frage ist nur: wie? Unter anderem darum ging es bei der inzwischen schon 24. Ausgabe der Osnabrücker Mathematik-Olympiade, die diesmal im Gymnasium Bad Iburg stattfand.

Eingeladen werden traditionell die Gymnasien und Gesamtschulen der Osnabrücker Region. Und von den Schülerteams wird mehr erwartet, als nur die richtige Lösung: Der Lösungsweg muss von den Schülern auch überzeugend präsentiert werden.

Wie zum Beispiel von Max Pieper, einer von vier A-Team-Schülern des gastgebenden Gymnasium Bad Iburg. Er präsentierte den Lösungsweg der zweiten Aufgabe: Eine sogenannte Winkeljagd am Zollstock. Gefordert war die Größe eines Winkels, ohne ihn zu messen. Gelöst werden sollte das „mit Hilfe von euch bekannten mathematischen Sätzen“ – hieß es in der Aufgabenbeschreibung.

Ob Max Pieper nun alles richtig vorgetragen hat, entschied zum Glück die dreiköpfige Jury. Dass er es aber – auch akrobatisch – gut vorgetragen hat, davon konnte sich auch ein lange der Schule Entwöhnter überzeugen.

Wenig Zeit

Nicht alle A-Teams der Osnabrücker Mathe-Olympiade konnten die Lösung der kniffligen Zollstock-Winkel-Berechnung herausfinden. Das mag auch an der Zeit liegen, die das Reglement in der Finalrunde vorsah: Gerade mal 15 Minuten für zwei Aufgaben sind eine durchaus sportliche Ansage. Ausgedacht hatte sie sich die Aufgaben diesmal die Fachgruppe Mathematik des Iburger Gymnasiums.

Aufwertung des Faches

Unter den Zuschauern der Mathe-Olympiade saß auch Reinhardt Fulge. Er war bis zu seiner Pensionierung nicht nur Schulleiter des Osnabrücker Gymnasiums „In der Wüste“, er ist auch der Erfinder des regionalen olympischen Rechenwettkampfs, der 1996 erstmals im Osnabrücker Ratsgymnasium stattfand. „Ich wollte dem Fach Mathematik etwas mehr Bedeutung verleihen“, nennt Fulge den Grund, das alljährliche Spektakel der rauchenden Köpfe zu initiieren.

Denken und Sport

Pädagoge, der er war, hat Fulge auch daran gedacht, den Wettkampf für die Schüler der fünften und sechsten Jahrgänge etwas zu modifizieren. Für sie gibt es nur eine Mathe-Runde, danach sind sportliche Übungen gefragt – aber auch die kommen am Ende in die Wertung.

Marit gehört zu den jüngeren Teilnehmern der 21 teilnehmenden Schulen. Die Elfjährige vom Bersenbrücker Gymnasium hat die Finger gebetsartig verschränkt. Gerade geht es nämlich darum, ob ihr B-Team auf einen der ersten drei Plätze kommt. Warum sie hier sei? „Ich wurde gefragt“, sagt sie knapp und auf Nachfrage, ob Mathe denn ihr Lieblingsfach sei, noch „eigentlich alles, besonders aber auch noch Physik und Sport.“

Einen Olympia-Platz und damit Büchergutscheine holt ihr Team nicht. Dafür aber die Rechenkünstler um Max Pieper. Sie schaffen es auf Platz drei des Olympia-Treppchens.

Die 25. Osnabrücker Mathe-Olympiade findet nächstes Jahr im Osnabrücker Ratsgymnasium statt.

Olympioniken

Und das sind die Gewinner der 24. Osnabrücker Mathematik-Olympiade:

A-Teams der 7-10. Jahrgänge:

1.Platz: Ratsgymnasium Osnabrück

2.Graf-Stauffenberg-Gymnasium Osnabrück

3.Gymnasium Bad Iburg

4.EMA-Gymnasium Osnabrück

B-Teams der 5.-6. Jahrgänge:

1.Graf-Stauffenberg-Gymnasium Osnabrück

2.Gymnasium Bad Essen

3.Ursulaschule Osnabrück