Ein Artikel der Redaktion

Zehn Jugendliche kommen Minderjährige Ausländer ab Montag im Haus Sonnenwinkel

30.09.2015, 13:09 Uhr

Unbegleitete minderjährige Ausländer finden ab kommenden Montag ein neues Zuhause auf dem Essenerberg. Zehn Minderjährige im Alter zwischen 14 und 18 Jahren werden in der Clearing-Stelle in Bad Essen betreut. Sie werden in einem separaten Trakt der Familienferienstätte Haus Sonnenwinkel untergebracht. Träger dieser „Clearing Stelle“ ist die „Verbund Sozialer Dienste gGmbH“.

Mit der Flüchtlingswelle kommt eine Gruppe nach Deutschland, die das Schicksal besonders gebeutelt hat: die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge. Das Land Niedersachsen erwartet für das kommende Jahr etwa 3000 Kinder und Jugendliche ohne Begleitung einer sorgeberechtigten Person.

Tendenz steigend

Der Landkreis Osnabrück hat, so Tim Ellmer vom Verbund Sozialer Dienste , nach Trägern gesucht, die den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen eine möglichst frühe Integration in die Gesellschaft ermöglichen können. Es fehlen etliche Plätze für diese jungen Flüchtlinge – Tendenz steigend. Laut Auskunft des Trägers werden sie im Ort präsent sein, auch wenn sie auf dem Essenerberg untergebracht sind. Der strukturierte Tagesablauf sieht etwa Sprach- und Kulturschulungen vor. Erwartet werden Jugendliche aus Afghanistan oder Syrien.

Pädagogisches Konzept

Das pädagogische Konzept ist von den pädagogischen Leitern der Kinderhaus Wittlager Land gGmbH und der Dialog gGmbH, Nils Bollhorn und Heiner Wilken, erarbeitet worden. Beide Unternehmen sind in der Kinder- und Jugendhilfe tätig. Vertreter des Landesjugendamts und des Landkreises seien von dem fachlichen Anspruch des Konzeptes voll überzeugt gewesen.

Generell sei es wichtig, das Potenzial dieser jungen Menschen im Landkreis Osnabrück zu verankern, wird betont. Der Auftrag des Trägers sei es nun, das Potenzial der Kinder und Jugendlichen zu erkennen und auszuschöpfen. Denn langfristig sollen sie in den hiesigen Arbeitsmarkt integriert werden. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, kamen im vergangenen Jahr rund 11 600 Kinder und Jugendliche ohne Begleitung einer sorgeberechtigten Person über die Grenze in die Bundesrepublik . Das waren 5000 Minderjährige oder 77 Prozent mehr als im Jahr 2013 und sechsmal mehr als im Jahr 2009.

Im Rahmen des Clearingverfahrens werden unter anderem gemeinsam mit den Heranwachsenden und in Kooperation mit dem Jugendamt und dem Migrationszentrum des Landkreises Osnabrück die Fluchtgründe geklärt, nach möglichen Verwandten gesucht, Optionen von Familienzusammenführungen überprüft, Rückkehroptionen ins Heimatland diskutiert, ihr Bildungsstand und bisherige Lebenserfahrungen geklärt und vor allem mögliche Lebensperspektiven und Wünsche der jungen Menschen ermittelt.