Ein Artikel der Redaktion

Zahlreiche Einsätze Sintflutartige Regenfälle im Wittlager Land

11.07.2014, 15:27 Uhr

Am Tag nach dem Starkregen wurde im Wittlager Land Bilanz gezogen. Denn am Donnerstagabend war eine schwere Unwetterfront von Osten her über die Gemeinde Bad Essen hinweggezogen. Der heftige Niederschlag richtete besonders in Lintorf und Linne Schäden an. Technisches Hilfswerk (THW) und Feuerwehren waren im Einsatz.

Um 19.15 Uhr wurden das THW aus Bad Essen und die Feuerwehr Lintorf zu mehreren Pumpeneinsätzen alarmiert. Gewaltige Wassermassen waren in Lintorf vom Wiehengebirge hinabgeflossen. Die Oberflächenentwässerung konnte die großen Mengen nicht aufnehmen. So drang Wasser in die neu gebaute Lintorfer Sporthalle und in ein Wohnhaus sowie in weitere öffentliche Einrichtungen an der Straße „Am Hallenbad“ ein.

Ein Gully sowie quer verlaufende Entwässerungsrinnen reichten nicht aus: Durch eine Doppelflügeltür bahnte sich das Wasser seinen Weg in die Turnhalle. Mit einem Wassersauger und Wasserschiebern bemühten sich Helfer von THW, Feuerwehr und VfL Lintorf gemeinsam, den Hallenboden vom Wasser zu befreien. Sollten Schäden in gemeindlichen Einrichtungen auftreten, ist die Kommune gegen Elementarschäden versichert.

So erlebten unsere Leser das Unwetter

Bei einer Fleischerei in der Ortsmitte von Lintorf war Wasser von außen über einen Kellerschacht eingedrungen. Die Feuerwehr pumpte den Keller leer. Allerdings nahmen dort gelagerte Lebensmittel Schaden.

Da eine große Anzahl von Anrufen bei der Rettungsleitstelle einging, wurde im Lintorfer Feuerwehrhaus zur Entlastung eine Abschnittsführungsstelle eingerichtet. Die Feuerwehren Dahlinghausen, Hördinghausen, Wimmer und Heithöfen sowie das THW nahmen von dort die Einsätze entgegen. Es waren mehrere Keller auszupumpen.

Auch etliche Hofflächen und Keller in Linne standen unter Wasser. Die Feuerwehralarmeinheit Hüsede, Barkhausen und Linne war dort im Einsatz.

Über 150 Unwettereinsätze im Raum Osnabrück

Der Wasserspiegel der Hunte war zwar deutlich angestiegen. Ursache für die Überschwemmung waren hier die Entwässerungsgräben, die die gewaltige Menge an Oberflächenwasser nicht ausreichend aufnehmen und entsprechend schnell abführen konnte. Der Inhaber eines Gewerbebetriebs in der Straße „Am Westerbruch“ fürchtete um Schäden an seinen hochwertigen Fertigungsanlagen. Er erinnerte sich „leider noch sehr gut“ an die Lage vor vier Jahren. 2010 war nach stundenlangen Regenfällen die Hunte über die Ufer getreten, und zudem hatte der Zustand der Entwässerungsgräben dazu beigetragen, dass das Wasser nicht abfließen konnte.

Auch am Donnerstag waren wieder etliche Gräben randvoll mit Wasser – ohne eine Fließgeschwindigkeit. Die Durchgänge waren teilweise verstopft und Gräben nicht ausgemäht. Dies bestätigte auch Linnes Ortsvorsteher Joachim Drengk am Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung.

Da der Regen nach etwa einer Stunde nachließ, entspannte sich die Lage am Donnerstagabend. Mehrere Eichen wurden an der ehemaligen Gastwirtschaft Schmidt wie Streichhölzer gespalten und krachten zu Boden. Es war Glück im Unglück, dass sie nicht auf den ausgebauten Teil des Hauses mit Mietwohnungen stürzten.