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Vorschüler und Erstklässler Lernwerkstatt in Bad Essen: Geometrie zum Anfassen

Von Kerstin Balks | 20.07.2014, 16:51 Uhr

Gar nicht so einfach, weil ziemlich abstrakt: In 3-D wird aus einem Kreis eine Kugel, aus einem Quadrat ein Würfel, aus einem Rechteck ein Quader. Leichter zu verstehen ist es, wenn man die Dinge, also die geometrischen Körper, anfassen kann.

Das und vieles mehr erfuhren die Kinder der Lernwerkstatt, die in dieser Woche in der Grundschule Bad Essen stattfand.

„Wie nennt man das hier?“, fragt Sandra Perkuhn in die Runde und hält dabei eine Kugel hoch. Sie ist eine von den Kindergarten-Müttern, die ebenso wie zahlreiche Grundschullehrer und Erzieherinnen die Kinder in der Lernwerkstatt betreuen. „Ein Kreis, ein Kreis!“, rufen die Kinder. Eines von ihnen kommt der richtigen Antwort schon sehr nahe: „Ein Kopf“, sagt Fiona.

Sich selbst Zusammenhänge zu erarbeiten, an Stationen zu lernen, ist das Grundprinzip der Lernwerkstatt. Darüber hinaus geht es aber vor allem darum, die Kinder an die Schule und die neuen Mitschüler heranzuführen. Deshalb ist die Lernwerkstatt eingebettet in das Brückenjahr. „Das Brückenjahr, in dem Schule und Kindergärten miteinander kooperieren, gibt es bei uns ja schon länger. Dazu gehören unter anderem ein Turnfest und eine Schulrallye“, berichtet Hilde Schnieder, die diese Kooperation an der Grundschule Bad Essen koordiniert.

Im vergangenen Jahr sei die Veranstaltung als Modellprojekt mit dem Waldkindergarten Essenerberg durchgeführt worden. In diesem Jahr konnten nun erstmals auch die Vorschulkinder der anderen Einrichtungen im Einzugsgebiet der Grundschule Bad Essen teilnehmen. An vier Vormittagen waren sie in der Grundschule Bad Essen zu Gast. In der Lernwerkstatt konnten sie ihre ersten mathematischen Forschungen anstellen, wobei sie von den derzeitigen Erstklässlern unterstützt wurden. Insgesamt nahmen in diesem Jahr 60 Kindergartenkinder und 85 Erstklässler teil. Am Donnerstag empfingen die Schüler der 1c die Kinder aus Brockhausen und Wittlage und lernten gemeinsam an sechs Stationen viel über Geometrie. Etwa durch Tasten, Zeichnen und Basteln. Und offensichtlich profitieren auch die Eltern vom Projekt. „Auch wir Eltern kommen gleich viel besser mit der Schule in Kontakt und haben nach so einem Tag mit unseren Kindern viel zu erzählen“, findet Sandra Perkuhn.