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Tobias Zarth engagiert sich Als Agrarscout von Wimmer nach Berlin

Von Rainer Westendorf | 24.02.2017, 20:22 Uhr

Tobias Zarth ist ein junger Landwirt aus Bad Essen- Er engagiert sich für seinen Berufsstand. „Ich möchte den Leuten zeigen, wie es wirklich auf einem Bauernhof aussieht“, so der 28-Jährige.

Die Landwirtschaft wird heute von vielen Bürgern kritisch gesehen. Der Generalverdacht der Massentierhaltung und Umweltschädigung steht im Raum. Doch wie arbeiten die Höfe wirklich? War früher wirklich alles besser? Tobias Zarth gibt Einblicke und bemüht sich, Interessierte zu informieren. Denn das Wissen über die Landwirtschaft ist heute geringer als in vergangenen Zeiten, als ein Großteil der Bürger noch einen direkten Bezug zu eine Hofstelle hatte.

Aufklärungsarbeit leisten

Eine Chance, in größerem Rahmen Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit zu leisten, war die Internationale Grüne Woche in Berlin. Tobias Zarth war einer von 102 Agrarscouts, die während der zehn Messetage auf dem Erlebnisbauernhof in einer der großen Halle als Dialogpartner für die Besucher zur Verfügung standen. Die Idee, die hinter dem Projekt steht: Was es heißt, als Landwirt oder Mitarbeiter eines Betriebs in der modernen Landwirtschaft tätig zu sein, kann kaum jemand authentischer erklären, als die Menschen aus der Praxis selbst. „Ich will, dass nicht nur über uns, sondern mit uns geredet wird. Deshalb suche ich den Dialog mit dem Verbraucher. Die Grüne Woche ist eine ideale Plattform dafür“, sagt Tobias Zarth über sein Engagement.

Aktion „zehn100tausend“

Die Geburtsstunde der Agrarcouts war die Aktion „zehn100tausend“ zur Grünen Woche des vergangenen Jahres. 2016 waren erstmals Persönlichkeiten aus der Landwirtschaft aktiv, die mit den Gästen sprachen. Wichtig dabei waren Überzeugung und Leidenschaft und die Bereitschaft, dabei auch schwierigen Themen nicht aus dem Weg zu gehen. Wie wurde der junge Landwirt aus der Gemeinde Bad Essen zum Agrarscout? „Ich habe eine Anzeige in einer Fachzeitschrift gesehen und mich beworben“, berichtet er. Tobias Zarth musste einige Fragen zu seiner Ausbildung, zum Betrieb und seiner Motivation beantworten. „Dann ging es relativ schnell und ich habe eine Zusage erhalten“.

Hochschule in Osnabrück-Haste

Der Wimmeraner ist gelernte Landwirt und hat zudem den Studiengang Landwirtschaft an der Hochschule in Osnabrück-Haste absolviert. Mittlerweile führt er den landwirtschaftlichen Betrieb in der Gemeinde Bad Essen gemeinsam mit seinen Eltern. „Da kann man sich auf mal abwechseln. So war Tobias‘ Vater Wilfried in den vergangenen Wochen mehrfach als Ensemblemitglied der Theatergruppe des Ortslandvolks Bad Essen im Einsatz. Ihn selbst zieht es allerdings nicht auf diese Bühne. Der Hof Zarth bewirtschaftet rund 70 Hektar mit Rinderhaltung und Schweinemast.

Positive Besucherresonanz

Wie bewertet Tobias Zarth den Einsatz als Agrarscout? „Die Resonanz bei den Besuchern war positiv. Viele Gesprächspartner waren doch sehr überrascht, wie sehr sich die Situation in der Landwirtschaft in den vergangenen 20, 30 Jahren doch verändert hat.“ Dass heute helle Boxenlaufställe die Regel sind und die Tiere nicht mehr im Anbindestall stehen, sei durchaus nicht allen Messegästen klar gewesen.

2018 sollen erneut Agrarscouts in Berlin vor Ort sein. Tobias Zarth würde gern wieder mit dabei sein. Kommt eine Anfrage von den Organisatoren des Forums Moderne Landwirtschaft , wird er zusagen. In diesem Forum, dass ein Verein sowie auch ein Netzwerk ist, haben sich Verbände, Organisationen und Unternehmen der Landwirtschaft sowie der vor- und nachgelagerten Bereiche zusammengeschlossen.

Gemeinsames Anliegen

Gemeinsames Anliegen ist es, den Dialog zwischen der Gesellschaft und der heutigen Landwirtschaft zu ermöglichen. Genau dafür setzt sich der Wittlager Landwirt natürlich auch außerhalb der Grünen Woche ein. So sind zum Beispiel mindestens einmal jährlich Kindergartenkinder auf dem Hof Zarth zu Gast.