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Reaktionen auf die Kommunalwahlergebnisse Altkreis Wittlage: „Nur ein Mandat auf Zeit“

12.09.2011, 16:55 Uhr

Am Tag danach wurde analysiert und Bilanz gezogen. Die Kommunalwahl war nicht nur für einige Überraschungen gut, sondern das Wählervotum sorgte speziell in der Gemeinde Bohmte für einen Paukenschlag.

Denn hier wurde zwar Bürgermeister Klaus Goedejohann als Amtsinhaber mit 52,9 Prozent im Amt bestätigt, aber SPD und Grüne verfügen im Gemeinderat nun über eine neue, eigene Mehrheit. Diese rot-grüne Mehrheit gibt es rechnerisch auch in den Ortsräten Bohmte und Herringhausen-Stirpe-Oelingen.

In Hunteburg wiederum wurde die CDU trotz monatelanger kontroverser Diskussion von Themen wie Kiesabbau oder Entlastungsstraße mit 50,08 Prozent bei der Ortsratswahl bestätigt (Sitzverteilung: CDU 5, SPD 3, Grüne 1).

Hunteburgs Ortsbürgermeister Norbert Kroboth (CDU) zeigte sich mit dem Hunteburger Ergebnis zufrieden: „Ich danke für die Unterstützung einer sachorientierten Arbeit. Wir werden auch weiterhin über Ortsteilwerkstätten die Bevölkerung in Prozesse und Entscheidungen einbinden und so Hunteburg gemeinsam voranbringen.“

Steffen Bach, frisch gewähltes Ratsmitglied der Grünen, freut sich „über ein gutes Ergebnis, das die Grünen in alle Ortsräte und zudem gestärkt in den Gemeinderat gebracht hat.“ Bach weiter: „Ich gratuliere Bürgermeister Goedejohann zu seiner Wiederwahl und bin für eine konstruktive Zusammenarbeit. Denn wir alle haben nur ein Mandat auf Zeit.“

SPD-Ratsmitglied Heiner Niemann war ebenfalls zufrieden: „Auf Gemeindeebene ist das Ergebnis für die SPD sehr gut. In dieser Konstellation ist eine vernünftige Zusammenarbeit und kommunalpolitische Veränderung möglich.“ Zukunftsorientierte Politik müsse sich daran messen lassen, was sie für die Menschen erreiche. Auch im Ortsrat gebe es für die SPD mit dem Einzug der Grünen eine neue Situation: „Für mich steht die Zusammenarbeit im Vordergrund“, so der Ortsbürgermeister von Herringhausen-Stirpe-Oelingen.

Den Sprung in den Kreistag neu geschafft hat Frank Imbusch (SPD), der sich über diesen Erfolg natürlich sehr erfreut zeigte. Im Ostercappelner Rat stellt die SPD acht Mandate. „Damit können wir gut leben“, so Imbusch. Drei Grüne sitzen künftig im Kommunalparlament. Bislang war die Partei hier nicht vertreten, „Wir müssen schauen, wie wir miteinander zurechtkommen“, merkte Imbusch an. Ein alter Bekannter ist dagegen Manfred Brauner aus Venne, der für die Linke in den Rat einzieht, er war nämlich früher in der SPD aktiv.

„Ich war zwischendurch drin, dann wieder draußen“, so Peter Kovermann (CDU), bislang Abgeordneter im Kreistag. Trotz eines sehr guten Resultats von knapp 2800 Stimmen hat er den Wiedereinzug verfehlt. Grund ist das Wahlverfahren, das eine Kombination von Direktwahl und Listenwahl vorsieht. Kovermann war in diesem Fall nicht weit genug vorn auf der Liste platziert; Marcus Unger aus Bohmte hat den Kreistagsplatz erhalten.

Kovermann freute sich aber, dass mit Frank Imbusch auch ein Vertreter der Gemeinde Ostercappeln dem neuen Kreisparlament angehört. Seine Glückwünsche galten auch Anette Gottlieb (CDU) aus Wimmer in der Gemeinde Bad Essen, die mit mehr als 3400 Stimmen ein überragendes Kreistagsresultat erzielt hat und bei der Wahl zum Bad Essener Rat mit 1208 Voten die mit Abstand höchste Stimmenzahl erzielte.

Im Ostercappelner Gemeinderat sieht Kovermann keine Probleme bei der künftigen Zusammenarbeit. „Ich denke, es wird ganz bestimmt keinen Konfrontationskurs wie vor 20 Jahren geben.“