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Radrennen in Bad Essen Den „Berg“ im Kurort 50-mal nehmen

21.07.2014, 15:04 Uhr

Es gibt Momente, da ist es günstiger, in der „Provinz“ zu wohnen. Erst recht, wenn Mann, wenn Frau vom Radrennsport begeistert ist. Extra zum Tour-de-France-Gucken nach Frankreich reisen? Sich irgendwo an die Strecke stellen? Dann stundenlang warten, plötzlich ein kurzes Rauschen, und schwupps, ist das Peloton wieder woanders.

Sicher, Frankreich hat ohne Zweifel seine touristischen Reize, aber aus der Perspektive der niedersächsischen Radfreunde ist der Besuch des Radrennens in Bad Essen einfach besser zu empfehlen: Wer ehrgeizige Rennfahrer sehen will, stellt sich hinter die Absperrungen, und der Tross strampelt an einem vorüber, um nach gut einer Minute wieder da zu sein, um dann erneut vom Publikum angefeuert zu werden: Also 50-mal hautnah das Flair einer Tour de France erleben. Damit können unsere sportbegeisterten Nachbarn jedenfalls nicht aufwarten.

„Wir sind mal über die Gartenstraße, den Harpenfelder Weg, die Schulallee und die Niedersachsenstraße rund herum geradelt“, erinnert sich Organisator Helmut Philipp von der Osnabrücker Radrenn-Gemeinschaft (RRG) und ergänzt: „Da kam die Idee zu diesem besonderen Rennen.“

Gerade mal 970 Meter misst der Rundweg um den Friedhof. Doch die Tücke steckt im Detail: Im Start- und Zielbereich auf der Niedersachsenstraße steigt die Straße um etwa zwei Prozent an. Hört sich für den Laien nicht sehr gewaltig an, aber wenn dieser „Berg“ gleich 50-mal hintereinander genommen werden muss...

2013 wurde die Premiere von den Sportlern so gut angenommen, dass schnell der Wunsch nach einer Neuauflage laut wurde. So setzte sich das Team um Helmut Philipp erneut zusammen, beantragte alle Genehmigungen, organisierte das sportliche Spektakel, schrieb den Wettbewerb aus.

Fast 100 radsportbegeisterte Frauen und Männer aus Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt sowie Thüringen und Sachsen folgten der Einladung nach Bad Essen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es diesmal auch Wettbewerbe für Frauen und Schüler, die das 13. Lebensjahr noch nicht erreicht haben.

Wie es sich für gute Gastgeber gehört, ließen die Rennfahrer der RRG am Ende ihren Mitbewerbern beim Sprint um den ersten Platz den Vortritt. Bei den unter 13-Jährigen durfte Ben Hagedorn (TuS Bramsche) ganz oben auf dem Podest stehen. Nur zwei Sekunden langsamer war Felix Dierking (RSC Oldenburg). Für die 15 Kilometer benötigte er 26 Minuten und 15 Sekunden. Dritter wurde Justin Bischoff (RV Etelsen). Zeitgleich 1 Stunde, sechs Minuten und 53 Sekunden benötigten Dorothee Janke (RV Endspurt 08 Wuppertal), Susanne Plambeck (Harburger RG von 1951) und Benita Wesselhoeft (MC Pirate Hamburg), um die vorgeschriebenen 43 Kilometer zu absolvieren. Sie teilen sich den ersten bis dritten Platz.

Nur gut, dass heute in der Tempo-30-Zone niemand die Geschwindigkeit gemessen hat. Durchschnittlich mit 44,2 km/h absolvierten die „Senioren 2“ ihre 60 Kilometer. Am Ende stand auf der Uhr „01:21:27“ als Guido Helmer (RSV Gütersloh 1931) als Erster im Ziel war, Christian Schürmann von der RRG belegte den zweiten Rang, gefolgt von Jörg Grünefeld (RV Blitz Spich).

Ähnlich sah es bei den „Senioren 3“ aus. Für ihre 50 Kilometer notierten die Zeitnehmer „01:14:08“ im Rennprotokoll. Thomas Engelbrecht und Andreas Reckemeier (beide RRV Hameln) landeten auf dem ersten und zweiten Platz. Dritter im Bunde wurde Jürgen Sopp (Erfurt Rauhfaser-Corratec).

Ebenfalls mit deutlich mehr als 40 km/h radelten die „Senioren 4“ ihre 40 Kilometer. Heinrich Kulms (RC Lüdenscheid) zeigte seinen Mitbewerbern das Hinterrad, gefolgt von Detlef Petermann (RSV AC Leipzig) und Norbert Dunschen (RSV Sturmvogel Bad Neujahr-Ahrweiler).