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Zwischen Homann und Kesseböhmer Gewerbepark Lintorf: Warum er entstehen soll und wie es weitergeht

Von Rainer Westendorf | 05.07.2022, 14:02 Uhr

In der Bad Essen soll ein neues Gewerbegebiet ausgewiesen werden. Der Gemeinderat hat die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 90 „Gewerbepark Lintorf“ beschlossen.

Wo liegt die Flächen? Der Standort des zukünftigen Gewerbeparks Lintorf liegt südlich der Bundesstraße 65 in Nähe der Homann-Produktionsstätte östlich der Straße „Zur Gänsewand“. Das ist die Zufahrt zu Homann. Das knapp neun Hektar große Areal gehört zu den Ortschaften Lintorf und Hördinghausen. Die Fläche wird noch als Ackerland genutzt. Derzeit wachsen hier Mais und Getreide.

Warum wurde dieser Standort gewählt? Der Gewerbestandort Lintorf ist geprägt durch den Betriebsstandort der Firma Homann, der 2019 erweitert worden ist. Rund 650 Meter weiter östlich in der Ortschaft Dahlinghausen befindet sich die Firma Kesseböhmer. „Damit ist hier im Osten der Gemeinde Bad Essen an der Bundesstraße 65 ein Schwerpunkt der gewerblichen Entwicklung der Gemeinde angesiedelt“, betont die Verwaltung.

Eine Erweiterung gewerblich genutzter Flächen sei sinnvoller als ein neuer Standort in einer anderen Ortschaft. Ziel der Gemeinde sei es, im Sinne einer geordneten und nachhaltigen städtebaulichen Entwicklung, neue gewerbliche Bauflächen in Anlehnung an bestehende Siedlungsstrukturen zu entwickeln. Das vorgesehene Gebiet ist gewissermaßen der Lückenschluss zwischen Homann und Kesseböhmer.

Ein weiterer Aspekt: Durch die Erweiterung eines bestehenden Siedlungsbereiches können technische und verkehrliche Infrastruktureinrichtungen wirtschaftlicher genutzt werden und müssen nicht - wie bei einem neuen, von der bestehenden Siedlungsstruktur abgelegenen Standort - mit hohem technischem und finanziellem Aufwand neu erstellt werden.

Warum überhaupt ein neues Gewerbegebiet? Anlass der Erweiterung des Gewerbestandortes in Lintorf ist, dass die Bauflächen in den planungsrechtlich gesicherten Gewerbegebieten in der Gemeinde Bad Essen mittlerweile vollständig vergeben sind oder aufgrund von Erweiterungsoptionen der bereits ansässigen Betriebe nicht für Neuansiedlungen zur Verfügung stehen. „Um die weitere gewerbliche Entwicklung der Gemeinde Bad Essen auch in Zukunft zu sichern, ist es erforderlich, neue gewerbliche Bauflächen zur Verfügung zu stellen“, so die Kommune.

Die Gemeinde will damit erreichen, dass künftigen Anfragen nach gewerblichen Bauflächen entsprochen werden kann und somit auch ein Abwandern von hier ansiedlungswilligen Betrieben und Unternehmen verhindert werden kann.

Was sagt die Kommunalpolitik zu dem Vorhaben? Die Erweiterung bestehender Flächen sei sinnvoller, als neue Areale zu suchen. Der ins Auge gefasste Standort mache also Sinn, so alle Sprecher der Fraktionen. Silke Depker (Gruppe SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Bündnis C) regte an, einen „Grünen Gewerbepark Lintorf“ zu schaffen. „Als ein erste Pilotprojekt in der Gemeinde Bad Essen.“ Dafür müssen im Bebauungsplan bestimmte Festlegungen getroffen werden. Etwa die Pflicht, Fassaden zu begrünen. Photovoltaikanlagen zu installieren sowie Solarthermie und Zisterne anzulegen und zu nutzen.

Der Standort des Gewerbegebietes sei außerdem ideal, um dort das neue, gemeinsame Feuerwehrhaus der Ortswehren Lintorf und Hördinghausen zu errichten, so Jens Wagener (CDU) und Silke Depker (SPD).

Wie ist der weitere Ablauf? Die Verwaltung hat jetzt den Auftrag, die Entwurfsbearbeitung zu veranlassen und die weiteren Verfahrensschritte nach dem Baugesetzbuch bis zum Entwurfs- und Auslegungsbeschluss abzuwickeln. Das heißt, liegt der Planentwurf vor, startet das Bauleitverfahren mit der frühzeitigen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung.

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