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Musical „Hairspray“ „Ednas Waschsalon“ steht in der Oberschule Bad Essen

Von Vom Cornelia Müller | 29.05.2016, 17:35 Uhr

So etwas ist Kurt Rieke, Schulleiter der Bad Essener Oberschule, auch noch nicht vorgekommen: eine Begrüßungsrede am Bügelbrett. Bei der Premiere des Musicals „Hairspray“, das seine Zehntklässler vor vollem Haus aufgeführt haben, verzichtete er aber gern auf ein eigenes Rednerpult und richtete sich in den Kulissen von „Ednas Waschsalon“ ein.

„Künstlerische Projekte wie dieses sind von unschätzbarem Wert im Erziehungsprozess,“ lobte er das Engagement der beteiligten Lehrer, Schüler und Unterstützer. Alle seien „bis in die Haarspitzen“ motiviert gewesen, um dieses Musical auf die Bühne zu bringen, und er sei sich sicher, dass die Jugendlichen dabei Erfahrungen gemacht hätten, von denen sie ihr Leben lang profitieren würden.

Vorbereitungen auf Abschlussprüfungen

Über die normalen Unterrichtsstunden hinaus hatten sich die Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtkurses „Musical“ an vier Samstagen getroffen, um zu proben – all das parallel zu den Vorbereitungen auf die Abschlussprüfungen. Das sei schon anstrengend gewesen, gaben sie zu, aber es habe auch sehr viel Spaß gemacht. Laura Schlukat zum Beispiel war von ihrer Rolle als Tracy auf Anhieb sehr angetan: „Sie möchte unbedingt ins Rampenlicht, genau wie ich. Wir haben viel gemeinsam.“ Und obwohl Laura Schwarz, die die fiese Velma spielt, das für ihre Rolle nun gerade nicht behaupten möchte, hat auch ihr das Schauspielern großes Vergnügen bereitet. „Da konnte man sich mal so richtig loslassen.“

Ernst gemeinter Appell

Vielleicht das Beste an diesem Musical aber ist für die Schüler etwas ganz Anderes gewesen: „Wir sind in der Probenzeit zusammengewachsen“, sagte „Penny“ Sabrina Auf der Masch. Genau darum geht es in „Hairspray“. Außer hochtoupierten Frisuren und mitreißenden Songs enthält es eine deutliche Botschaft: „Hört auf, einander auszugrenzen. Macht euch nicht gegenseitig das Leben schwer, sondern genießt es lieber gemeinsam.“ Dieser ernst gemeinte Appell wird in eine ziemlich schrille Handlung verpackt, die man in aller Kürze vielleicht so beschreiben könnte: Aschenputtel trifft Martin Luther King und MacGyver.

Schauplatz ist Baltimore

Das Ganze spielt in Baltimore im Jahr 1962. Die junge Tracy Turnblad träumt davon, in der Corny-Collins-Fernsehshow aufzutreten, erntet dafür zunächst aber nur Spott, vor allem von der arroganten Amber. Aber Tracy schafft es tatsächlich in die Show, wird zum Publikumsliebling und hat gute Aussichten, auch noch den Titel der „Miss Teenage Hairspray“ zu holen. Als sie für die Gleichberechtigung ihrer schwarzen Freunde demonstriert, landet sie im Kittchen und all ihre Hoffnungen scheinen sich in Haarspray-Nebel aufzulösen. Zum Glück ist da aber ihr Freund Link ...

Zuschauer sind begeistert

Die Zuschauer waren von dem Musical schlichtweg begeistert. „Toll. Mir hat die Aufführung sehr gut gefallen“, lobte Heike Segner. „Alle haben gut gespielt, niemand hat sich in den Vordergrund gedrängt, es war ein richtig schönes Miteinander. Die Schüler haben es wirklich geschafft, mich zu berühren. Zwischendurch hatte ich tatsächlich eine Gänsehaut.“

Weitere Vorstellungen

Auch das Rundherum stimmte, von der Live-Band, die den Gesang der Schüler innen begleitete, über das einfallsreiche Bühnenbild bis zum Catering-Service der Schülerfirma „KiWi“. Alles zusammen sorgte für eine gelungene Premiere, die noch zweimal ein Nachspiel haben wird, nämlich am Freitag, 10. Juni (19.30 Uhr) und am Sonntag, 12. Juni (11 Uhr), jeweils in der Aula der Oberschule.