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Leonie Richter Vizemeisterin Silber in der Reitdressur für Bad Essenerin

Von Winfried Beckmann | 22.09.2017, 09:01 Uhr

Nur Silber? Von wegen Fragezeichen! Als einen „hervorragenden Abschluss“ in der Kategorie Junge Reiter, die bis 21 Lebensjahre geht, feierte Leonie Richter aus Bad Essen Platz zwei in der Dressur bei den deutschen Meisterschaften im Reiter-Paradies von Aachen.

„Und das in einem so beeindruckenden Stadion, wo sonst der CHIO als das Ereignis im Reitsport läuft“, wusste die 21-Jährige vom Reiterverein Bad Essen ihren krönenden Abschluss vor dem altersbedingten Umstieg in den U-25-Bereich zu schätzen.

Und das als „Dauerbrenner“ bei ihrer zehnten DM-Teilnahme in Folge seit 2008 mit einem „Ersatz“, der alles andere als ein Ersatz war. Erfolgspferd Babylon, mit dem die BWL-Studentin im Vorjahr bei der EM in Spanien den kompletten Medaillensatz geholt hatte, musste pausieren nach einer Saison, in der sie nach zig Turnieren bei der Europameisterschaft als Reserve, sprich als national Viertbeste bei den Jungen Reitern, auf Abruf bereit stand.

Vierbeiner Poldi ausgeliehen

Da Babylon Ruhe brauchte, lieh sie sich von Bekannten den Vierbeiner Poldi aus, mit dem sie sofort klarkam. Freilich ohne sich Gedanken um eine Medaille zu machen, weil sie vor Aachen nur zwei Turniere mit Poldi erlebt hatte.

Doch es kam anders, denn am ersten und am zweiten Tag in Aachen ging sie völlig unbelastet und selbst überraschend gut jeweils auf Platz zwei, womit sie wahrhaft nicht gerechnet hatte. „Da kam dann vor dem Finale doch ein bisschen Druck auf“, gesteht Leonie in der Erinnerung an den Moment, als sie zur abschließenden Kür der zuvor besten zwölf auf den Parcours ging im Wissen um einen recht großen Vorsprung vor der Drittplatzierten.

Fünf-Minuten-Kür

Doch sie blieb gelassen genug mit dem im Gegensatz zu ihr eher temperamentvollen Poldi in der abschließenden Fünf-Minuten-Kür und strahlte mit Familie und Freunden sowie Pferdebesitzer um die Wette, als sie Platz zwei behauptete und mit Silber dekoriert wurde. Welch ein Abschluss als Junge Reiterin, sodass nun erst mal das sechste Semester in BWL in Münster Vorrang hat und das Masters folgen soll. Aber nicht ohne Reiten, auch wenn im Moment nicht absehbar ist, auf welchem Pferd. Aber das scheint nach 2017 ja auch mit „Ersatz“ gut zu funktionieren...

Geschenk zum 17. Geburtstag

Neben Leonie durfte auch Vereinskollegin Nane Grunwald das Erlebnis Aachen genießen. Bei ihrer zweiten DM-Teilnahme nach 2015 bereitete die Bad Essenerin sich selbst das schönste Geschenk zum 17. Geburtstag, indem sie mit „Seppl“ als Vizelandesmeisterin bei der ersten DM-Prüfung der Junioren strahlende Siebte wurde und auf die Qualifikation für das Finale der besten Zwölf hoffen durfte. Doch bei der zweiten Wertungsprüfung am Tag danach fehlten ihr mit Seppl ein paar Punkte, sodass „nur“ Platz 23 heraussprang, der in der Endabrechnung immerhin Rang 15 unter 42 Startern bedeutete.