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Kreisfeuerwehr Fachzüge Wassertransport üben in Lintorf

Von Hubert Dutschek | 03.07.2014, 19:07 Uhr

Manche Bürger im Bad Essener Ortsteil Lintorf mögen sich am Samstagvormittag über die vielen Feuerwehrfahrzeuge gewundert haben. Wer genauer hinsah, konnte an den Aufschriften erkennen, dass Fahrzeuge nicht nur aus Lintorf kamen, sondern beispielsweise auch aus Bad Rothenfelde, Melle und Bissendorf.

Die Lintorfer Ortsfeuerwehr hatte unter Leitung ihres Ortsbrandmeisters Ralf George und mit Unterstützung der Ortswehren Linne, Dahlinghausen und Hördinghausen eine Übung für die drei Fachzüge „Wassertransport” der Kreisfeuerwehrbereitschaft ausgearbeitet.

Jeder der drei Fachzüge besteht aus vier beziehungsweise fünf Tanklöschfahrzeugen und jeweils einem Einsatzleitwagen.

Sammelpunkt war der Mitarbeiterparkplatz eines großen Betriebs an der Lintorfer Straße. Dort gab Ralf George eine Einweisung. Zielvorgabe war, durch die Tanklöschfahrzeuge im Pendelverkehr an zwei Wasserabgabestellen im Wald für eine unterbrechungsfreie Wassermenge von 500 Litern pro Minute zu sorgen. Gleichzeitig sollte die Übung der Maschinistenausbildung dienen.

Eine sechs Kilometer lange Strecke durch den Wald mit Steigungen, Gefälle, engen Kurven und matschigen Stellen musste mit den schweren Fahrzeugen bewältigt werden. Die Fachzüge starteten jeweils mit 15 Minuten Abstand. Erster Anlaufpunkt war der Löschteich bei der Firma Kesseböhmer. Dort war eine Wasseraufnahmestelle eingerichtet.

Innerhalb weniger Minuten wurden 2500 bis 4000 Liter Wasser aufgenommen – je nach Tankvolumen des jeweiligen Fahrzeugs. An jeweils einer der zwei Abgabestellen wurde das Wasser über Strahlrohe abgegeben. Dann ging es wieder von vorne los.

Nach knapp zwei Stunden war die Übung beendet. Die Feuerwehrkräfte trafen sich am Feuerwehrhaus Lintorf zur Nachbesprechung. Als sehr hilfreich wurde die Unterstützung der Verkehrslenkungsgruppe der Kreisfeuerwehr angesehen, die mit einem Motorrad und zwei Transportern den ortsunkundigen Fahrern der Tanklöschfahrzeuge an Straßenkreuzungen den richtigen Weg wies.

Schlepper stand bereit

Die Zugführer lobten die gute Vorbereitung der Übung. Die Lintorfer hatten im Wald an Weggabelungen Markierungen mit Sägespänen vorgenommen.

Falls sich eines der Tanklöschfahrzeuge festgefahren hätte, hätte ein Feuerwehrmann mit Schlepper sofort helfen können. Alle Tanklöschfahrzeuge waren aber aufgrund der Motorisierung und des Allradantriebs dem Gelände gewachsen. Da jedes der 13 Tanklöschfahrzeuge mehrere Runden fuhr, konnten sich die Fahrer abwechseln und so im Gelände Erfahrungen sammeln.

Zum Einsatz käme der Fachzug Wassertransport bei schwieriger Löschwasserversorgung zum Beispiel bei einem Waldbrand. Das für diese Übung angestrebte Ziel wurde sogar übertroffen: Insgesamt wurden 123500 Liter Wasser in 110 Minuten gefahren. Rechnerisch ergibt sich daraus eine Abgabeleistung von 561 Litern pro Minute an einer Abgabestelle.

Nach einer Stärkung mit Bratwurst und Getränken starteten die Tanklöschfahrzeuge zur Rückfahrt an die Heimatstandorte. Zuvor wurden die Fahrzeuge allerdings von anhaftendem Erdreich aus dem Wiehengebirge gesäubert.