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Keine Angst vor Herausforderungen Laurenz Klinkert absolviert Soziales Jahr in Südafrika

Von Steffen Meyer | 09.09.2011, 16:17 Uhr

Es sollte nicht Europa sein und außerdem ein anderer Kulturkreis. Gefunden hat Laurenz Klinkert für sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) schließlich eine Stelle in Südafrika. Voraussichtlich am Dienstag fliegt der 19-Jährige in das ferne Land, um dort in einem „Save Park“ für Waisenkinder zu arbeiten. Eine Herausforderung, die er nicht scheut.

„Er liegt im Norden von Südafrika nahe des Krüger Parks“, so Klinkert. Genauer gesagt in Thohoyandou in der Limpopo-Provinz. Angeboten wird in dem „Save Park“ nachmittags ein Betreuungsprogramm für elternlose Kinder. Die hohe Aids-Rate ist eine der Hauptursachen dafür, dass es so viele Waisen in Südafrika gibt. „Im Landesdurchschnitt liegt sie bei 19 Prozent, im verarmten Norden aber noch darüber“, berichtet er.

Es ist zugleich die heißeste Region von Südafrika, da sie dem Äquator am nächsten liegt, und im Augenblick herrscht dort Sommeranfang. „Die Temperaturen liegen tagsüber zwischen 30 und 40 Grad. Nachts aber kühlt es stark ab“, hat Klinkert mittlerweile erfahren, denn um dort ein FSJ zu absolvieren, bedurfte es der Teilnahme an einem Vorbereitungsseminar. Dort erhielt er alle notwendigen Infos über Land und Leute. Außerdem lernte er bei dieser Gelegenheit seine beiden Mitreisenden kennen.

„Wir werden das FSJ in dem Park zu dritt absolvieren“, erklärt Klinkert. Eine weitere Freiwillige vom Bodensee und eine aus Stuttgart sind ebenfalls dabei.

Von dort aus soll es auch am Dienstag losgehen. „Allerdings liegen erst zwei der notwendigen drei Visa vor“, erläutert Klinkert die mögliche Verzögerung. Sie wollen aber ausschließlich gemeinsam reisen, denn sie landen in Johannisburg und müssen die weitere Reise quer durchs Land bis nach Limpopo in Alleinregie managten.

„Solch einen Trip ohne Begleitung zu unternehmen würde ich niemandem raten“, urteilt der Afrikareisende. Grund dafür ist die hohe Gewaltkriminalität im Land. Überfälle und Vergewaltigungen sind an der Tagesordnung. „Wie man sich richtig verhält, war deshalb auch wichtiger Teil des Vorbereitungsseminars“, erinnert sich Klinkert. Townships als Weiße sind zu meiden. Außerdem sollten sie nie alleine, sondern immer in einer Gruppe unterwegs sein und ganz wichtig: „Ein Mann sollte immer dabei sein. Das macht einen ganz anderen Eindruck.“ Frauen aus dem Ausland allein sind besonders gefährdet.

„Die Kosten für ein FSJ belaufen sich auf rund 10000 Euro“, fügt Klinkert hinzu. Zwei Drittel davon trägt der deutsche Staat. Den Rest übernehmen die „Freunde der Erziehungskunst von Rudolf Steiner“. Dort hatte sich Klinkert für das FSJ beworben. Ein Restbetrag von 1800 Euro musste er allerdings selbst durch Spenden aufbringen.

Zur finanziellen Unterstützung bereit waren neben der Familie auch die Volksbank sowie mit Apostolos Kritsiniotis der Chef des griechischen Restaurants in Bad Essen.

Welche Eindrücke in den kommenden zwölf Monaten auf Klinkert zukommen, weiß er noch nicht. „Bisher bin ich nicht über Europa hinausgekommen“, schmunzelt er.

Mit Jugendarbeit kennt er sich zwar aus, denn in den vergangenen drei Jahren war er als Betreuer beim katholischen Zeltlager „HuBa“ (für Hunteburg und Bad Essen) dabei.

Alles andere aber wird vollkommen neu für ihn sein.

Auch Sprachprobleme gilt es zu bewältigen. Zwar wird Englisch an staatlichen Schulen in Südafrika unterrichtet. Jedoch beherrschen es viele der Lehrer selbst kaum. Daher verständigt man sich viel in Tshivenda. Die Sprache wiederum muss Klinkert erst noch lernen.