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Ippenburger Sommerfestival 2016 Respekt und etwas Wehmut in Lockhausen

Von Christa Bechtel | 20.06.2016, 21:35 Uhr

Ob die neuen Schaugärten „Ein Stück vom Glück – Datschenparadies und Laubenlust“, das Rosarium 2000+, Deutschlands größter Küchengarten, die dritte Grill & Chill-Show oder zahlreiche Workshops: Tausende von Besuchern konnten ein Füllhorn an Inspirationen vom Ippenburger Sommerfestival „Gartenlust & Landvergnügen“ mit nach Hause nehmen.

Viktoria Freifrau von dem Bussche hatte es auch im 19. Jahr ihrer Festivaltätigkeit „so richtig krachen“ lassen. Doch es war „Viktorias letztes Sommerfestival“, sodass bei dem Einen oder Anderen schon so manche Erinnerung, aber auch etwas Wehmut hochkam.

Erst einmal tief durchgeatmet

„Als ich das erfuhr, habe ich erst einmal tief durchgeatmet. Dann habe ich versucht, das zunächst zu verarbeiten. Und ich glaube, das ist mir gelungen“, erklärt Jürgen Frieler, langjähriger Ortsbürgermeister von Lockhausen, wie ihm bei der Nachricht zumute war. Frieler war von Beginn an immer der „Mann für alle Fälle“ und ist stets im Eingangsbereich im Informationszelt zu finden. Für die Zukunft hofft er: „dass das, was hier aufgearbeitet und aufgebaut wurde – auch viel im ehrenamtlichen Bereich – , dass da das Eine oder Andere mit Sicherheit übernommen werden kann und dass es genauso weitergeht.“

Es war ganz großartig

„Zum Einen ist man ein wenig wehmütig, weil schon eine Ära zu Ende geht“, meint Andreas Reiter vom Moccamaker Bramsche, der mit seinen kulinarischen Köstlichkeiten und dem fantastischen Mocca auf Schloss Ippenburg kaum wegzudenken ist. „Ich empfinde viel Dankbarkeit, großen Respekt vor der Lebensleistung Frau von dem Bussches. Die Zusammenarbeit war immer vertrauensvoll, sehr freundschaftlich; es war ganz großartig“, schwärmt er. Auf der anderen Seite sei man froh, dass es weitergehe. Reiter: „Ich bin positiv gestimmt und gespannt, welche neuen Akzente gesetzt werden. Dass sich etwas verändern wird, ist ganz klar. Wir gewinnen dem auf alle Fälle etwas Positives ab. In welche Richtung das Ganze dann geht, bleibt abzuwarten. Aber ganz klar ist, dass wir und auch die restliche Ausstellerschaft das mittragen und in weitestem Sinne Unterstützung leisten.“

„Ich freue mich für die jungen Leute. Und ich freue mich für Viktoria von dem Bussche , dass sie mal wieder Zeit für sich selber hat“, schildert die Osnabrücker Floristikmeisterin Gudrun Gosmann ihre Empfindungen. Nach 20 Jahren könne sie das gut verstehen: „Da hat man auch viel investiert. Und ich verstehe es, dass man in der ‚Hochzeit‘ die Fackel, wie sie das so sagt, weitergibt. Anstatt dass man es abgibt, wenn man nicht mehr kann.“

Wehmut kommt auf

„Es gibt immer einen Anfang und ein Ende. Jetzt kommt schon etwas Wehmut auf, weil Schönes, Liebes, Gewohntes, Vertrautes zu Ende geht. Und gleichzeitig geht es ja nicht zu Ende. Denn mit der neuen Generation - die wird von den guten Traditionen mit Sicherheit ganz viel übernehmen – wird wieder Neues kommen. Viktoria stand ja auch für immer für Neues; sie war eine beständige Neuerin“, hebt die Berliner Malerin Feodora Hohenlohe hervor, die auf Schloss Ippenburg seit vielen Jahren ein lieb gewonnener Gast ist. Viele Bilder von ihr sind direkt dort entstanden. Es werde sich sicher einiges verändern. „Aber so ist das Leben – das Leben ist ein Fluss“, sagt sie lächelnd.

Kulinarischer Küchengarten

Aber: Unter dem Motto „Sommerlust im Küchengarten“ lädt Viktoria von dem Bussche bereits am 6. und 7. August zu einem kleinen, aber feinen Sommerfest in den kulinarischen Küchengarten ein. Dort werden sich Sommerblumen, Obst, Gemüse und Kräuter in ausladender Opulenz zeigen. Zudem präsentiert sich der Lubera Mundraubgarten in voller Pracht und lädt zum Naschen ein. Die beliebten Vorträge und Kochworkshops, beispielsweise mit Veronique Witzigmann, werden viel Neues für Küche und Garten bieten. Das Restaurant im Alten Pferdestall, unter der Leitung der neuen Generation auf Ippenburg – Viktor Freiherr und Deborah Freifrau von dem Bussche – bietet in ruhiger Atmosphäre erfrischende Getränke und köstliche Speisen. Im Küchengarten und Remisenhof finden Besucher 30-35 handverlesene Aussteller mit dem Schwerpunkt „Pflanzen“.

Ippenburger Kürbismeisterschaft

Blumenzwiebeln und die 5. Ippenburger Kürbismeisterschaft sind wichtige Bestandteile beim Ippenburger Herbstfestival „en miniature“ im Küchengarten. Ein kleines, feines Herbstfest am 24. und 25. September zum Ausklang der Ippenburger Gartensaison 2016.