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Ich schenk dir ein Lied In Bad Essen mit Kindern musizieren

Von Kerstin Balks | 01.10.2015, 09:30 Uhr

Gemeinsam singen und musizieren kommt schon bei den Kleinsten gut an. Musik bereichert sowohl das Familien- als auch das Gemeindeleben – wer wüsste das besser als Martin Stindt, Kirchenmusiker in der evangelischen Gemeinde St. Nikolai.

Martin Stindt musiziert mit allen Altersgruppen, angefangen von der Stimmbildung bei den Erstklässlern über die Ausbildung der Jungbläser im Kirchenkreis Bramsche und den Kinderchor „Flotte Noten“ in Bad Essen, bis hin zu den dortigen Kirchen- und Posaunenchören.„Musik entspannt und verbindet. Mitunter sagen Chormitglieder nach der Probe ,Eigentlich wollte ich heute gar nicht kommen, aber jetzt geht es mir richtig gut‘“, berichtet er. Liegt es am gemeinsamen Tun? „Ja, und auch daran, dass wohl alle die Stimmung des jeweiligen Stückes ähnlich spüren.“ Gewissermaßen also Herzen im Gleichklang.

Wunschkonzert

Gleiches gelinge auch bei der Hausmusik, für die dem Berufsmusiker, und das bedauert er ein wenig, leider wenig Zeit bleibt. Dennoch: „Natürlich wird ein tolles Stück weitergegeben und bei Familienfeiern oder an Weihnachten wird selbstverständlich auch gemeinsam musiziert.“ Überhaupt Weihnachten – da kommt die gesamte Familie Stindt zusammen, 25 Personen und mehr, und da wird natürlich gemeinsam gesungen. „Jeder hat eine Liedermappe, und es ist regelmäßig ein großes Wunschkonzert“, beschreibt er das weihnachtliche Familiensingen. Diese Tradition tue der Familie gut, ist Stindt überzeugt. Man kenne inzwischen die Lieblingslieder der einzelnen Verwandten, und es sei schön, lieben Menschen damit eine Freude machen zu können und deren Wünsche gemeinsam verwirklichen zu können.

Familienzeit

Bedauerlicherweise finde die Hausmusik, überhaupt gemeinsame häusliche Aktivitäten, heutzutage immer weniger statt, „weil der gemeinsame Tag immer mehr auseinandergezogen ist und in der Alltagswirklichkeit die gemeinsame Familienzeit immer seltener wird“, bedauert der Musiker – umso mehr, als gerade das Singen für die kindliche Entwicklung, und nicht nur die musikalische, überaus positiv sei.

Kinderlieder

„Kinder haben einen enormen Speicherplatz für Lieder“, weiß er aus seiner Erfahrung in der Stimmbildung, die er seit etlichen Jahren mit den Erstklässlern der Grundschule Bad Essen anbietet. „Die Kinder können in diesem Alter ja noch nicht lesen und schaffen es trotzdem locker, sich im ersten Halbjahr zwölf bis 15 Lieder zu merken.“ Bei den Stimmbildungskursen setzt er auch auf die Wahrnehmung von Musik durch Bewegung. „Kinder lernen beim Stampfen, beim Lachen, beim Atmen Resonanz zu spüren – ganz spielerisch“, erklärt er und rät Eltern, auch beim Heranführen ihrer Sprösslinge spielerisch vorzugehen.

Angebote

„Man sollte nicht drängen und schon gar nicht versuchen, die eigenen musikalischen Träume im Kind zu verwirklichen. Man kann nur anbieten: Ein Konzert besuchen, das Kind ein Instrument ausprobieren lassen – und abwarten.“ Bei Martin Stindt selbst hat das Konzert eines Posaunenchores seinerzeit die Liebe zur Musik geweckt, die dann am elterlichen Klavier gepflegt wurde. Nach der Konfirmation erlernte er die Orgel und studierte Kirchenmusik – und schenkt den Bad Essenern seit nunmehr mehr als 20 Jahren viele Lieder.

Oratorium

So auch am Sonntag, 15. November, wenn der Nikolaichor unter seiner Leitung um 17 Uhr in der Walburgiskirche zu Venne das Oratorium „Israel Shalom“ zum Besten gibt. Stindt: „Auch hierbei handelt es sich sozusagen um eine Familienveranstaltung, da der Chor nach über 20 Jahren schon sehr familiär geworden ist.“