Ein Artikel der Redaktion

Handschuhe im Storchenhorst Ein neues Zuhause für die Wehrendorfer Störche

Von PM. | 16.11.2016, 19:39 Uhr

Der Storchenhorst im Garten von Familie Meyer an der Bohmter Straße in Wehrendorf ist erneuert worden.

Im Verlauf der vielen Jahre hat der Weißstorchhorst in Wehrendorf beachtliche Ausmaße in Umfang und Höhe erreicht, sodass zu befürchten war, dass heftige Stürme ihn zum Auseinanderbrechen oder zum Absturz bringen können. Dass ein Neuaufbau notwendig war, musste beim Abtragen des alten Horstes festgestellt werden, wobei das eingetragene Nistmaterial und der Aufbau mit Eisenträgern und Wagenrad so marode waren, dass diese schon auseinanderfielen.

Der neue Horst ist nach den Erkenntnissen von Storchenexperten aufgebaut worden. Als Grundlage dient eine Achteckgitter-Konstruktion mit einer glatt gehobelten Holzumrandung. Beim Anfliegen im zeitigen Frühjahr mit noch Frosttemperaturen landen die Weißstörche auf dem abgekanteten glatt gehobelten Holz statt auf der Stahlkonstruktion. Die Gesamtkonstruktion gewährleistet das sichere Anlegen einer Leiter für notwendige schnelle Kontrollsicht in den Horst sowie eine optimale Standsicherheit für das Beringen und die gleichzeitig erfolgende gründliche Untersuchung der Jungstörche auf dem Horst.

Im Horstgrund befindet sich jetzt ein umgedrehter Kunststoffkorb, sodass ein Hohlraum entsteht, durch den das Regenwasser abfließen kann, was bei heftigen Regenfällen das Risiko der lebensbedrohlichen Unterkühlung der Jungstörche deutlich reduziert. Dieser Korb ist von dickeren Ästen umlagert, und das Ganze ist mit groben Holzhackschnitzeln abgedeckt, auf denen der Weißstorch sein Nest weiter auspolstern kann.

Dass der ehrenamtliche Naturschutz – hier die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte mit Siegfried Lippert und Tiemo Rakers – diesen Neuaufbau nicht alleine bewältigen konnte, liegt auf der Hand. So hatten sie Unterstützung von Uwe Bruns, der den Kran der Wehrendorfer Dachdeckerfirma Hartmann steuerte, weiter von der Privatbrauerei Barre aus Lübbecke, die mit ihrer Aktion „Kisten fürs Nisten“ mit einer Spende unterstützte.

Zudem stellte der Landkreis Osnabrück Mittel aus dem Topf „Artenschutz“ der Unteren Naturschutzbehörde für diese Sicherung dieses Weißstorchbrutstandorts zur Verfügung.

Für die Unterstützung sagten die Naturschützer ausdrücklich „Danke“, wobei dieser Dank auch der Familie Meyer gilt, auf deren Grundstück der Weißstorchbrutstandort seit Jahrzehnten beheimatet ist.

Kleine Anekdote am Rande der Horst-Aktion: Beim Weißstorchenpaar muss es sich wohl um „Arbeitsstörche“ handeln, denn beim Abtragen des Horstes wurden sage und schreibe 14 Paar Arbeitshandschuhe gefunden. Eingebaut in das Nest.

Nun warten alle auf das Eintreffen der Weißstörche im kommenden Frühjahr.