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Experte für Fügetechnik Frank Steegmanns „klebt“ auf der ganzen Welt

Von André Partmann | 08.06.2018, 21:32 Uhr

Die eine Woche in Europa, die andere in Asien: Als „Key Account Manager Adhesives“ kommt Frank Steegmanns viel rum. Seine Aufgabe: Die Welt miteinander verbinden – und zwar mittels Klebtechnik.

Was Frank Steegmanns anpackt, das hält fest zusammen. Und das war auch schon sein halbes Leben lang so.

Als der heute 52 Jahre alte Familienvater aus Lockhausen seine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann absolvierte, wusste er davon zwar noch nichts. Aber als er über Umwege zum Spezialisten für konventionelle Verbindungselemente wie Schrauben, Muttern und Drehteilen wurde und er seinem damaligen Wohnort Essen nach seinem Umzug 1991 ein „Bad“ hinzugefügt hat, da zeichnete sich sein Talent bereits ab.

Heute ist Frank Steegmanns einer der gefragtesten Experten, wenn es um das Thema Klebtechnik geht – dabei hat er nie studiert.. Es war das Jahr 2000, als er den Schritt wagte und sich beruflich noch einmal umorientierte: Etwas „langweilig“ sei ihm seine alte Arbeit geworden, im Bereich der traditionellen Verbindungselemente sei „das Entwicklungspotenzial ausgeschöpft“ gewesen. Technisches Interesse war bei Frank Steegmanns schon von klein auf vorhanden – und so fand er schließlich den Weg in die Klebtechnik.

Innovative Technik

Klebtechnik ist die älteste, gleichzeitig aber auch die innovativste Fügetechnik der Welt“, erklärt Steegmanns. Bereits vor 220000 Jahren wurden die ersten Werkzeuge mittels Birkenpech geklebt und damit der Grundstein für die heutige Technik gelegt. „Die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten, verschiedene Werkstoffe mit einem Klebstoff zu verbinden, hat mich von Anfang an begeistert“, erzählt der Familienvater.

hne Klebtechnik würde unser Alltag gar nicht mehr funktionieren, meint der 52-Jährige. „Autos, Schienenfahrzeuge, Handys, Haushaltsgeräte und auch etliche Produkte aus der Medizinbranche kommen ohne das Kleben gar nicht mehr aus“, erklärt Steegmanns. „Inzwischen gibt es Klebstoffe, die Temperaturen von minus 60 bis 1700 Grad aushalten.“ Und die Entwicklung sei noch lange nicht am Ende.

Das Know-how hat sich Steegmanns im Rahmen umfassender Fortbildungen angeeignet. Die erste absolvierte er 2006, 2009 folgte die Weiterbildung zum „European Adhesive Specialist“. Seit 2015 ist er European Adhesive Engineer, die derzeit höchste klebtechnische Ausbildung. Von seinem „Home-Office“ in Lockhausen arbeitet er seit zehn Jahren für das Lemgoer Unternehmen Stockmeier Urethanes. Dort ist er zuständig für den Geschäftsbereich Klebstoffe und deren Vertrieb. Bis auf den USA, Frankreich und England, wo das Unternehmen weitere Betriebsstandorte hat, ist er weltweit unterwegs. „Zum Beruf gehört das Fliegen dazu“, sagt Steegmanns. Doch in Lockhausen findet er bei seiner Frau und den Kinder einen Ausgleich.

Als Experte gefragt

Steegmanns Wissen ist auch außerhalb seines Unternehmens gefragt: Er ist unter anderem Mitglied im Expertenkreis des Deutschen Instituts für Normung in Berlin und zudem als Vertreter im Fachbereichsbeirat „Normenausschuss Schweißen und verwandte Verfahren (NAS), um die Änderungen der klebetechnischen Normen auf europäischer Ebene zu begleiten. Darüber hinaus hält er Vorträge auf Fachtagungen und ist Mitglied am Frauenhofer IFAM in Bremen, wo unter anderem Fachkräfte für Klebtechnik ausgebildet werden.

Und was macht Steegmanns, wenn ihm mal Freizeit bleibt? Dann hilft er bei der Freiwilligen Feuerwehr in Bad Essen-Lockhausen. Sein Job kam ihm dabei immer zugute, auch weil er ein internationales Netzwerk zu Feuerwehrleuten aufbauen konnte. Dazulernen und offen sein für neue Techniken – das war schon immer Steegmanns Ding.