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Beliebtes Touristenziel Saurierspuren in Barkhausen sind Highlight der Region

02.09.2014, 20:00 Uhr

Vor rund 150 Millionen Jahren haben Dinosaurier im heutigen Bad Essen-Barkhausen ihre Spuren hinterlassen. Durch die Auffaltung des Wiehengebirges am Ende der Kreidezeit kamen die Fußabdrücke der Giganten an die Erdoberfläche und wurden 1921 von Heinrich Vehring entdeckt und vom Geologen Walter Klüpfel identifiziert. Ein Glücksfall für das Wittlager Land, denn heute zieht das Naturdenkmal jedes Jahr viele Touristen an.

„Die Dinosaurierspuren sind ein Alleinstellungsmerkmal des Landkreises. Obwohl es dort keine Infrastruktur wie einen Kiosk oder Toiletten gibt, ist der Ort richtig gut besucht“, sagt Annette Ludzay von der Tourist-Information Bad Essen . Die fossilen Spuren ziehen insbesondere Familien mit Kindern an. Lebensgroße Nachbildungen der Tiere, die 2000 und 2001 aufgestellt wurden, haben zusätzlich zur Attraktivität des Ausflugsziels beigetragen. „Durch die Figuren haben die Dinosaurierspuren touristisch einen Schub bekommen. Für Kinder ist das Ganze jetzt besser vorstellbar“, erklärt Ludzay. Außerdem sei der dazugehörige Steinbruch für Kinder imposant und ein großes Spielgelände, wo sie ausgiebig toben könnten.

Neben der Gemeinde Bad Essen will auch Melle die Saurierspuren touristisch nutzen. „Wir sehen in den Saurierfährten ein Kleinod, das an der Grenze der Gemeinde Bad Essen und der Stadt Melle ein bedeutsames touristisches Highlight für das Osnabrücker Land darstellt“, erklärt Melles Mediensprecher Jürgen Krämer. Er regte an, kommunalübergreifende Angebote zu prüfen, „von denen sowohl Bad Essen als auch Melle profitieren kann“. Als Stichworte nannte er unter anderem den Waldlehrpfad mit Arboretum im Huntetal, das Alttraktoren- und Landmaschinenmuseum am Bergsiek in Meesdorf und den Grünen See in Markendorf, die sich im Verbund mit den Saurierfährten in ein Gesamtkonzept einbinden ließen.

Krämer, der auch Vorstandsmitglied des Heimat- und Verschönerungsvereins Buer ist, wies in diesem Zusammenhang auf positive Erfahrungen im ehrenamtlichen Bereich hin: „Unser Verein hat in der jüngeren Vergangenheit im Grenzgebiet von Markendorf und Rödinghausen zwei Wanderwege ausgebaut und einen weiteren Wanderweg angelegt, sodass es dort bereits zu einer interessanten Vernetzung kommt, die bei Wanderern auf eine positive Resonanz stößt.“ Synergieeffekte seien dort deutlich spürbar – beispielsweise mit Blick auf den von der Gemeinde Rödinghausen neu geschaffenen Naturerlebnispark.

Die Marketingleiterin des Tourismusverbandes Osnabrücker Land, Angelika Hoffstädt, misst den Dinosaurierspuren in Barkhausen ebenfalls große Bedeutung zu. „Als erdgeschichtliche Besonderheit sind die Spuren für uns als Tourismusverband sehr wichtig. Sie sind Bestandteil vieler touristischer Angebote. Wir möchten sie auf keinen Fall missen“, betont Hoffstädt.

So sind die Fährten Highlight und Namensgeber der Diva-Tour und des Diva-Walks. Auf einer Strecke von jeweils rund hundert Kilometern können Radfahrer und Wanderer das Osnabrücker Land erkunden und dabei gleichzeitig in die Geschichte eintauchen. Fester Bestandteil beider Routen sind das Varus-Museum und der Park Kalkriese sowie die Dinosaurierspuren. Auch andere Wander- und Radfahrangebote führen an dem Naturdenkmal vorbei, wie etwa der Wittekindsweg. Daneben können Touristen auch spezielle Führungen zu den Dinosaurierspuren buchen. Natur- und Landschaftsführer Manfred Schulpius erklärt in rund eineinhalb Stunden unter anderem den Ablauf der Erdgeschichte, die Entstehung des Wiehengebirges, die Unterschiede der Fährten und der beiden Dinosaurierarten.

Auch aus geologischer Sicht hätten die fossilen Fährten einen hohen Stellenwert, wie der stellvertretende Geschäftsführer des Natur- und Geoparks Terra Vita, Wolfgang Marks, betont. Die Fußspuren der pflanzenfressenden Sauropoden und der fleischfressenden Theropoden sind die einzigen in Norddeutschland. „Innerhalb der Highlights, die der Natur- und Geopark bietet, sind die Dinosaurierspuren ziemlich hoch angesiedelt“, sagt Marks. Genutzt werden die fossilen Fußabdrücke nicht nur als touristisches Ziel, sondern auch für die Umweltbildung von Schülern, die anhand der Spuren und der Sauriermodelle die Entwicklung der Landwirbeltiere anschaulich nachvollziehen können.