2016 an Leukämie erkrankt So geht es Leonie aus Bad Essen heute


Dahlinghausen. Im Dezember 2016 erhielt die damals 12-jährige Leonie aus Bad Essen-Dahlinghausen die Diagnose Leukämie. Wenige Wochen später folgte die erste Chemotherapie in Münster. Mittlerweile hat sie die Behandlung überstanden, und ist seit Februar Teil einer Fernseh-Doku über kleine Helden des Alltags.

Leicht schüchtern lächelt Leonie in die Kamera, ihre Augen glänzen vor Freude, die violetten Haare fallen ihr ins Gesicht. Sie wirkt wie ein normaler Teenie. Als sie Ende September dieses Jahres zum ersten Mal nach ihrer Behandlung auf ein Pferd steigt, scheint sie die Tortur der zurückliegenden Monate für einen Moment zu vergessen. Bei Dreharbeiten für die RTL2-Serie „Kleine Helden ganz groß“ wird Leonie an diesem Tag begleitet, auf einem Hof ganz in der Nähe ihrer Heimat Dahlinghausen. Seelenruhig dreht sie vor den Augen ihres Vaters ein paar Szenen, genießt die Ablenkung und Aufmerksamkeit, die man ihr schenkt. (Weiterlesen: Nach Spendenaktion: Wie geht es für Leonie weiter?)

Es ist einer von insgesamt 14 Drehtagen, die Leonie für die Fernseh-Doku hinter sich gebracht hat. Begleitet werden Kinder und Jugendliche, die schwer erkrankt sind und ihrem gewohnten Alltag nicht mehr nachgehen können. „Ich habe mit zehn oder elf Youtube gemacht, dann ist man auf mich aufmerksam geworden. Sie haben die Nummer gefunden und dann die Oma angerufen“, berichtet die heute 13-Jährige über ihren Weg auf die Leinwand. Seitdem ist sie regelmäßig auf dem Privatsender zu sehen.

Mit einem Team von vier Personen begleitete die Produktionsfirma Leonie und ihre Familie zur Behandlung nach Münster, filmte in der Wohnung in Dahlinghausen oder bei Ausflügen in der Freizeit. „In Münster waren sie oft dabei, haben Gespräche mit den Ärzten geführt“, erinnert sich Großmutter Bettina Kreitz. Was für Leonie Spaß und Ablenkung bedeutete, war für Vater und Großmutter nicht unbedingt leicht, auch wenn sie die Dreharbeiten als schöne Erfahrung werteten. „Es kommen noch weitere Folgen, Ausschnitte, wie es mit den Kindern weitergeht“, so Bettina Kreitz.

Hier finden Sie ein Video der RTL2-Serie „Kleine Helden ganz groß“ >>

Chemotherapie in Münster

Nach der Diagnose Ende des vergangenen Jahres ging es für Leonie zur Behandlung nach Münster. Fünf Chemotherapien ließ sie über sich ergehen. Angedacht waren neun, wie Bettina Kreitz erklärt. Doch weil die Behandlung so gut anschlug, ging alles ein bisschen schneller. Trotzdem fielen dem Teenie nach und nach die Haare aus, Leonie brauchte eine Perücke, ihre Stimmung schwankte – mal mehr, mal weniger. „Mittlerweile geht es mir ganz gut, auch wenn gerade die erste Behandlung sehr schwierig war“, sagt Leonie, die damals mit Übelkeit, Kopfschmerzen und Atemnot zu kämpfen hatte. (Weiterlesen: Spendenaufruf für leukämiekranke Leonie aus Bad Essen)

Seit der bislang letzten Behandlung muss sie mehrmals die Woche Chemotabletten zu sich nehmen, alle vier Wochen eine Spritze. Jeden Mittwoch geht es zur Kontrolle nach Münster; Routine für Leonie und ihre Familie. Möglich wurde die ständige Fahrerei durch Spenden von Privatpersonen, Vereinen und Organisationen, die unter anderem in ein neues Fahrzeug investiert wurden. Doch Großmutter Bettina reichte die Spenden auch weiter, unterstützte die Knochenmarkspenderdatei DKMS oder die Deutsche Krebshilfe. Trotzdem habe es nach den Spenden auch viel Neid und Missgunst gegeben, erinnert sich die Familie.

Leonie versucht, den Trubel um ihre Person auszublenden, und blickt nun positiv in die Zukunft. Zwar seien zur Zeit keine Zellen mehr vorhanden, überwunden habe sie die Krankheit aber noch nicht, so Bettina Kreitz. „Krebsfrei ist Leonie noch nicht. Davon kann man frühestens in sieben bis acht Jahren sprechen“, erklärt die Großmutter. Ganz überstanden ist es für Leonie also noch nicht.


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