Traditionell seit 20 Jahren Bad Essener Schüler zur Apfellese auf Ippenburg

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Lockhausen. Traditionell kommen Bad Essener Grundschüler zur Apfellese nach Ippenburg. Viktoria von dem Bussche, Jürgen Frieler und Claudia Himmelstoß haben die Aktion mit Eltern und Lehrern perfekt durchorganisiert – die Kinder genießen jedes Mal Spaß und leckeren Saft.

„Als ich in den Siebzigerjahren aufs Schloss zog, gab es dort mehr finstere Tannen als Obstbäume“, erinnert sich Viktoria von dem Bussche. Die Freifrau machte sich alsbald daran, das zu ändern, und pflanzte auf den Wiesen am Schloss Kirschen, Birnen, Pflaumen, vor allem aber Äpfel. Und so wie die Zahl der Apfelbäume sich von Jahr zu Jahr vergrößerte, nahm natürlich auch die Menge an Obst jährlich zu und irgendwann war es viel, viel mehr, als der Ippenburger Haushalt, Freunde und Verwandte verbrauchen konnten. „Und weil es uns in der Seele wehtut, Nahrungsmittel wegzuwerfen, hatten Jürgen Frieler, der seinerzeit Ortsbürgermeister von Lockhausen war, und ich die Idee zur Mostaktion“, berichtet Viktoria von dem Bussche.

Perfekte Organisation

Seit nunmehr 20 Jahren ist Schloss Ippenburg daher alljährlich an einem Vormittag im Herbst Anlaufstelle für die Grundschule Bad Essen. Bis zu 100 Schüler kommen dann, um Äpfel zu sammeln, die dann zur Kelterei Lammersiek gebracht und dort zu leckerem Most verarbeitet werden. Inzwischen ist die Traditionsveranstaltung perfekt durchorganisiert: Jürgen Frieler und ein Team aus Bad Essen und Lockhausen mähen tags zuvor die Obstwiesen. „Außerdem müssen die Bäume vorgeschüttelt werden, damit die Kinder am folgenden Tag gleich mit Sammeln loslegen können“, erklärt der ehemalige Polizist.

Pause und Jause

Denn am Tag der Lese sind die Grundschüler, zumeist Erst- und Zweitklässler, natürlich aufgeregt. Vieles haben sie zum Thema schon im Sachunterricht gelernt, trotzdem lassen sie sich von Jürgen Frieler, von Eltern und Lehrern gern erklären, worauf sie achten müssen, etwa dass sich unter den Äpfeln für die Mosterei kein Laub und kein faules Obst befinden darf. Neu in diesem Jahr waren auch die Informationen zu den verschiedenen Apfelsorten, denn Viktoria von dem Bussche hat mithilfe der Sachkenntnis des Belmer Hobby-Pomologen Karl-Heinz Handke Schilder mit den Sortennamen anbringen lassen. Natürlich bleibt bei der drei- bis vierstündigen Aktion, die in diesem Jahr am letzten Schultag vor den Herbstferien stattfand, auch immer noch Zeit für eine Pause und eine Jause – mit Spiel und süßem Most. Immerhin: Trotz Ernteeinbußen durch Spätfrost und Sturm konnten die Kinder, unterstützt von Werner Nordsiek, Dirk Brüggemann und Lehrerin Elke Schmidt-Brill, diesmal 1,17 Tonnen Äpfel ernten.

Ausgeklügelter Pendelverkehr

Die Abfuhr der befüllten Steigen zu Lammersiek erfolgt in einem ausgeklügelten Pendelverkehr, den die Eltern organisieren. Claudia Himmelstoß, naturverbundene Chefin von Lammersiek-Säfte, erfreut sich jedes Jahr an der Aktion und überlässt der Grundschule den Saft zum Lohnmostpreis, sodass die Schüler übers Jahr ein leckeres, gesundes und noch dazu günstiges Pausengetränk erhalten.


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