Jubiläum mit Europa-Perspektive Bad Essen erneuert Partnerschaft mit Walcz

Von Cornelia Müller


Rattinghausen. Im Juli ist eine Delegation aus der Gemeinde Bad Essen und dem Landkreis Osnabrück nach Walcz (Deutsch Krone) gereist, um dort die seit zehn Jahren bestehenden Partnerschaften zu erneuern. Jetzt kamen die Polen zu einem viertägigen Gegenbesuch nach Bad Essen.

Der wolkenlose Himmel über dem Bergwirt Pöhler in Hüsede-Rattinghausen, wo am Samstag der offizielle Festakt zum Partnerschaftsjubiläum stattfand, hatte Symbolwert. Nichts trübte die strahlende Laune von Gästen und Gastgebern, die eine Freundschaft feierten, deren Anfänge bis in die 1950er Jahre zurückreichen. In den Gesichtern las man ehrliche Wiedersehensfreude und das polnische „Dzien dobry“ und das deutsche „Guten Tag“ gingen den Teilnehmern gleichermaßen leicht über die Lippen.

Freundschaftsbekenntnis

„Mit Ihrem Besuch wird wieder einmal deutlich, dass die Fortführung und der weitere Ausbau der Freundschaft Ihnen genauso am Herzen liegt wie uns“, begrüßte Bürgermeister Timo Natemeyer die Gäste aus Walcz. Die Unterzeichnung der gemeinsamen Deklaration im Jahr 2007 sei ein erster Höhepunkt in den Beziehungen zwischen der Stadt Walcz und Bad Essen sowie den Landkreisen Walcz und Osnabrück gewesen. Wenn man dieses Freundschaftsbekenntnis nun noch einmal erneuere, setze man damit ein wichtiges Zeichen für die Zukunft: „Es ist unser Ziel, Bürgern auch weiterhin zu ermöglichen, in persönlichen Begegnungen viel voneinander zu erfahren und einander zu verstehen.“

Beispielhafter Charakter

Die stellvertretende Bürgermeisterin von Walcz, Joanna Rychlik-Lukaszewicz, hob den beispielhaften Charakter der langjährigen Partnerschaft hervor: „Eine Partnerschaft wie unsere ebnet einen sicheren Weg zum vereinten Europa und baut eine Brücke zwischen beiden Nationen. Im Rahmen der Zusammenarbeit begegnen sich Hunderte von Menschen, für die Freiheit, Toleranz und Demokratie von höchster Priorität sind.“

Der Erste Kreisrat Stefan Muhle machte deutlich, dass sich die Freundschaft zwischen Walcz und Bad Essen/Osnabrück trotz sich verändernder politischer Rahmenbedingungen bewährt habe. Denn im Jahr 2017 könne von einer Europa-Euphorie, wie sie zu Anfang des Jahrtausends geherrscht habe, keine Rede mehr sein. „Um so schöner, dass wir heute Gelegenheit haben, diese Freundschaft zu feiern,“ sagte Muhle. Auch Landrat Bogdan Wankiewicz betonte, nicht immer laufe alles reibungslos in der EU. Aber durch den Partnerschaftsvertrag wolle man „den im vereinten Europa entscheidenden Faktor des gegenseitigen Vertrauens intensivieren“.

Europäische Werte verteidigen

Hans-Gert Pöttering ordnete in seiner Festrede das Jubiläum in übergreifende geschichtliche und politische Zusammenhänge ein. Der ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments und Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung spannte einen Bogen vom 23. August 1939, als die Diktatoren Hitler und Stalin Europa unter sich aufteilten, bis zum 13. Dezember 2007, dem Tag der Unterzeichnung des Vertrags von Lissabon. „Wer die Geschichte kennt, muss sagen, dass es ein sehr großer Schatz ist, dass wir heute durch die Werte, wie sie der Vertrag von Lissabon beschreibt, verbunden sind“, sagte . Pöttering. „Wir müssen diese europäischen Werte nach innen und nach außen verteidigen“. Besonders wichtig in einem vereinten Europa sei gegenseitiger Respekt: „Wir wollen ein Europa der Einheit in der Vielheit. Heimat, Vaterland und Europa sind keine Gegensätze. Wer nur seine Heimat sieht, wird sie nicht schützen, und wer sich nur als Europäer sieht, hat keine Wurzeln.“

Die Partnerschaftserklärungen

Nachdem Gäste und Gastgeber, vertreten durch Joanna Rychlik-Lukaszewicz, Bogdan Wankiewicz, Timo Natemeyer und Werner Lager, gemeinsam die Partnerschaftserklärungen unterzeichnet hatten, mahnte der stellvertretende Landrat Werner Lager: „Wir sind nur die Repräsentanten, die heute das Vergnügen haben, die Urkunden zu unterschreiben. Wichtig ist, dass die Menschen die Partnerschaft leben.“


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