Nach Wasserschaden und Renovierung Wiehen-Buchhandlung Bad Essen öffnet Donnerstag

Von Kerstin Balks


Bad Essen. Sechs Wochen hat es gedauert, bis alles getrocknet, saniert und restauriert war. Nach einem erheblichen Wasserschaden kann die Wiehen-Buchhandlung rechtzeitig zum Historischen Markt wieder eröffnen.

Den 12. Juli 2017 wird Ute Heisinger wohl so schnell nicht vergessen. Noch genau erinnert sich die Buchhändlerin an den entsetzlichen Anblick, der sich ihr an diesem Tag bot: „Es sah aus wie in einer Tropfsteinhöhle, überall troff das Wasser von der Decke, durch die Lampen, an den Wänden herunter. Ein Totalausfall.“ In der Nacht zuvor war in den Räumen über der Buchhandlung an der Lindenstraße eine Rohrleitung geplatzt und alles war unter Wasser gesetzt. Aus Büchern waren in wenigen Stunden Zelluloseklumpen geworden, Regale drohten aufzuquellen und auch die antiken Möbel und die liebevoll zusammengetragene Dekoration aus alten Körben, Hutschachteln und Koffern waren teilweise stark beschädigt.

Schnelle Hilfe

Doch zum Klagen blieb Ute Heisinger keine Zeit, es musste gehandelt werden und dabei half ihr eine Mannschaft aus guten Freunden und zuverlässigen Handwerkern. „Und man muss tolle Vermieter haben“, sagt sie mit einem Blick zu Gunda Schlacke. Die Eigentümerin des Hauses hatte blitzschnell die Trocknung der Räume veranlasst und ihren Keller aus Zwischenlager zur Verfügung gestellt. Schließlich wurde am nächsten Tag eine Lieferung von 900 Schulbüchern erwartet. Auch sonst wurde unkonventionell geholfen: Wannen und Kisten, die sonst der Beförderung von Würsten und Schinken dienen, wurden nun mit Büchern befüllt, in der Remise von Schloss Ippenburg wurden die antiken Schränke untergestellt, der Schlacke-Sprinter und selbst ein Pferdewagen fungierten als Transportmittel.

Kanapee unversehrt

Doch es gab noch weitere Kuriositäten, über die Ute Heisinger nun, da es wieder ans Einräumen geht, herzlich lachen kann. So sei aus dem Telefon zwar das Wasser gelaufen, der Apparat habe aber anfangs immer noch funktioniert. Und, was sie besonders freut, das alte Kanapee, durch viele Lesungen und Schmökerstunden so etwas wie das Markenzeichen der Wiehen-Buchhandlung, ist weitgehend unversehrt geblieben, obschon etliche andere Möbel aufwendig aufgearbeitet werden mussten. Während der umfangreichen Renovierungsarbeiten fand der Buchverkauf im Lager im Hof statt, „weshalb natürlich die Laufkundschaft größtenteils ausblieb“, bedauert Ute Heisinger, die sich aber umso mehr über die Solidarität der Bad Essener freut: „Viele haben uns unterstützt, indem sie trotz oder gerade wegen der Umstände kamen. Und wir hatten tolle und engagierte Handwerker, die unheimlich mitgezogen haben.“

Wieder normalen Öffnungszeiten

Ab Donnerstag ist die Buchhandlung wieder zu den normalen Öffnungszeiten geöffnet, gerade rechtzeitig zum Historischen Markt am kommenden Wochenende. Es gibt einige interessante Neuerungen, aber – und das dürfte vor allem die vielen Stammkunden freuen – der Charme der Wiehen-Buchhandlung bleibt.