Kosten von 90 Millionen Euro Wann kommt die Hochspannungsleitung nach Wehrendorf?

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Über die Umspannanlage in Wehrendorf soll die neue Hochspannungstrasse ab 2020 führen. Foto: Stefan GelhotÜber die Umspannanlage in Wehrendorf soll die neue Hochspannungstrasse ab 2020 führen. Foto: Stefan Gelhot

Wehrendorf. Der Netzbetreiber Amprion plant bis 2020 den Ausbau einer 380-kV-Höchstspannungsfreileitung, um Windstrom von der Küste ins Landesinnere zu transportieren. Auch zwischen Bad Essen-Wehrendorf und Lemförde soll der Ausbau realisiert werden. Einen konkreten Zeitplan gibt es jedoch (noch) nicht.

„Die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt von der Umspannanlage in Wehrendorf bis nördlich von Lemförde beginnen im Jahr 2018“, heißt es in einer Pressemitteilung des Netzbetreiber Amprion, der im Auftrag des Bundes für Energiewende den Ausbau einer Höchstspannungsfreileitung durchführt. Da die „Planungsstelle eine gewisse Zeit benötige“, könne man derzeit „keinen konkreten Zeitplan“ bekannt geben, erklärte Michael Weber, zuständig für die Projektkommunikation, auf Nachfrage unserer Redaktion.

Mit dem Bau der Trasse soll eine Lücke im Stromnetz zwischen der Nordseeküste und Nordrhein-Westfalen geschlossen werden, um den durch Windenergie erzeugten Strom ins Netz einzuspeisen. Die Freileitung ist als Ersatz für die seit über 45 Jahren bestehende 220-kV-Leitung geplant. Mitte des Monats sind die Vorbereitungen für den ersten Bauabschnitt nördlich von Lemförde bis zur Umspannanlage in St. Hülfe (Diepholz), der bis zum Frühjahr 2019 finalisiert werden soll, angelaufen. Der zweite Bauabschnitt soll 2018 folgen und 2020 abgeschlossen sein.

Klagen gegen Planfeststellungsbeschluss

Erst im Juni hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig Klagen über den Planfeststellungsbeschluss, einem Verwaltungsverfahren über die Zulässigkeit von Infrastrukturmaßnahmen, abgewiesen und damit die Umsetzung des ersten Bauabschnitts ermöglicht. Die Kläger – Landwirte und Eigentümer von Wohngrundstücken unter anderem aus Stemwede – bemängelten, dass ihre Grundstücke zum Teil als Maststandorte oder für die Ausweisung von Schutzstreifen in Anspruch genommen und von der Leitung überspannt werden würden. Außerdem sei ein von den Kommunen Stemwede und Lemförde erarbeiteter alternativer Trassenentwurf weder vom Netzbetreiber noch von der Bezirksregierung berücksichtigt worden.

Auch für den zweiten Bauabschnitt wird mit Klagen von Anwohnern und Landwirten gerechnet. „Wir sind derzeit in Gesprächen mit den Grundstückseigentümern“, bestätigte Michael Weber, die Bemühungen des Netzbetreibers zur Sicherung der 34 Kilometer langen Leitungstrasse zwischen Wehrendorf und St. Hülfe, deren Umsetzung nach eigenen Angaben rund 90 Millionen Euro kosten werde.


Höchstspannungsleitung von St. Hülfe nach Wehrendorf

Geplant ist der Neubau einer 380-kV-Höchstspannungsleitung von Gütersloh über Osnabrück nach Wehrendorf, um die Regionen Osnabrück und Ostwestfalen miteinander zu verbinden. Gesetzliche Grundlage ist das Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG), in dem das Vorhaben als Maßnahme Nr. 16 verankert ist.

Die Leitungstrasse ist Teil einer Verbindung, die im niedersächsischen Ganderkesee beginnt und über Diepholz, Bad Essen, Osnabrück und Gütersloh schließlich bis nach Dortmund und Frankfurt führt.

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