Sonderausstellung zum Landart-Festival Hommage an das Weltkulturerbe in Niedermehnen

Eine Nachbildung des Wildpferdes aus der Vogelherdhöhle, wo Arbeiten gefunden wurden, die als die ältesten Kunstwerkes der Menschheit gelten, hat Jürgen Rehling gefertigt. Es ist in der Ausstellung in Niedermehnen zu sehen. Das Original ist übrigens knapp fünf Zentimeter groß. Foto: Reinhard HegerfeldEine Nachbildung des Wildpferdes aus der Vogelherdhöhle, wo Arbeiten gefunden wurden, die als die ältesten Kunstwerkes der Menschheit gelten, hat Jürgen Rehling gefertigt. Es ist in der Ausstellung in Niedermehnen zu sehen. Das Original ist übrigens knapp fünf Zentimeter groß. Foto: Reinhard Hegerfeld

Niedermehnen. Die Veranstalter in Stemwede-Niedermehnen sind stolz darauf, mit ihrer Ausstellung ganz auf der Höhe der Zeit zu sein. Gezeigt werden nämlich auch Nachbildungen von zwei Arbeiten, die als früheste Kunstwerke der Menschheit gelten. Fundort sind die Höhlen, die kürzlich zum Weltkulturerbe erklärt wurden.

Als am 9. Juli 2017 die Karsthöhlen der Schwäbischen Alb von der Unesco den Weltkulturerbe-Status erhielten, freute sich auch die Dorfgemeinschaft Niedermehnen. In ihrer aktuellen Sonderausstellung zum Landart-Festival können sich nämlich Besucher ein Bild davon machen, warum die Höhlen der Schwäbischen Alb zum Weltkulturerbe erklärt wurden.

Früheste Kunstwerke

„Stimmen verschwebenden Schweigens“ lautet der Titel der Ausstellung, in der Künstler und Künstlerinnen des Altkreises sich dem Göttlichen der Vor- und Frühzeit widmen. Und darunter sind eben auch – als eine Hommage an die Künstler der jüngeren Altsteinzeit – zwei Objekte, die als die frühesten Kunstwerke der Menschheit gelten.

Thomas Koch, früher Lübbecke, heute München, gibt dem Löwenmenschen vom Hohlenstein-Stadel ein Gesicht. Das Original wurde 2013 noch einmal rekonstruiert. Es ist aus einem einzigen Mammutstoßzahn gefertigt und hat eine Gesamthöhe von 31,1 Zentimeter. Der Löwenmensch zeigt sich dem Besucher als Mischwesen zwischen Löwe und Mensch. Sein Alter wird auf 35.000 bis 41.000 Jahr geschätzt. Damit ist der Löwenmensch das älteste bekannte Kunstwerk, das ein Fabelwesen zeigt.

Thomas Koch hat dieses Fundstück in modernem Material nachgearbeitet, damit Besucher der Ausstellung eine Vorstellung dieses Artefakts erhalten.

Winziges Wildpferd

Jürgen Rehling aus Rahden-Sielhorst hat aus Ibbenbürener Sandstein ein Meisterstück aus der Vogelherdhöhle nachgearbeitet. Das im Original lediglich 4,8 Zentimeter große Wildpferd, dessen Alter auf 32.000 Jahre geschätzt wird, besteht wie alle Fundstücke in den Welterbe-Höhlen aus Elfenbein. Mit seinem gebogenen Hals und seinen runden Formen wirkt es außerordentlich elegant und spiegelt eindrucksvoll die handwerklichen Fertigkeiten der frühen Menschen wider. Wie alle Elfenbeinskulpturen des Vogelherds gehört es zu den berühmtesten Werken der jungpaläolithischen Kunst.

Zweimal geöffnet

Besucher können sich noch am 6. und 13. August jeweils von 11 bis 18 Uhr im NaturGarten in Niedermehnen ein eigenes Bild machen vom Göttlichen der Vor- und Frühzeit. Die Adresse: NaturGarten Jutta Wasels, Schmalger Weg 2, 32351 Stemwede-Niedermehnen. Eintritt: 2 Euro (für die Dorfgemeinschaft Niedermehnen).