Erleben, Ausprobieren, Forschen 10 Stationen aus Bad Essen zur Miniphänomenta

Von Christa Bechtel


Bad Essen. Das eigene unmittelbare Erleben spüren, ausprobieren oder altersgemäß forschen können künftig Schüler der Bad Essener Grundschulen an zehn frei zugänglichen Experimentierstationen. An denen erleben sie naturwissenschaftliche und technische Phänomene. „Miniphänomenta“ nennt sich daher auch dieses Projekt, das entwickelt und fachlich begleitet wurde von der Nordmetall Stiftung und der Universität Flensburg.

Aus dem Angebot der insgesamt 56 Stationen hatte sich die Grundschule Bad Essen zehn ausgewählt. Die bauten an diesem Tag Eltern, Kinder und einige Lehrkräfte nach. So gibt es jetzt zum Beispiel eine „Kugelrampe“, wo man mit der Bewegung von Metallstangen die Kugel bergauf bewegt. Weiter entstand eine „Galileibahn“. „Wenn da zwei Murmeln von beiden Seiten aufeinander prallen, dann fliegen die einfach wieder zurück“, verdeutlichte Alexander aus der Klasse 4a.

Blick in die Unendlichkeit

Weitere kreative Hände sorgten für ein „Koppelpendel“, bei dem es um Schwingungen geht. Ebenso wurde eine Sitzgelegenheit zum „Richtungshören“ gebaut, denn da können künftig die Ohren „Längen“ hören. Oder „Lissajousfiguren“, wo mit einem Pendel Figuren in den Sand gezeichnet werden können. Einige Fleißige kreierten zudem einen „Spiegelkasten“; hier kann man den Blick in die Unendlichkeit wagen und entdeckt sogar noch den „Froschkönig“. Während einer „Kugelrallye“ rennen dann drei Kugeln um die Wette.

Europa Universität Flensburg

Material für alle Stationen, also die mobile Werkstatt, hatte Björn Kaffenberger von der Europa Universität Flensburg mitgebracht. „Mit der Werkstatt versorgen wir auch die Lehrer-Fortbildung für die ‚Miniphänomenta“, die durch die NiedersachsenMetall vertreten wird“, erläuterte Kaffenberger. Voraussetzung, dass man überhaupt die Ausstellung bekomme, sei eine zweitägige Fortbildung. An der nahmen von der Grundschule Bad Essen die Pädagoginnen Birte Bartels, Kristina Kleine und Nathalie Nadig-Leis teil.

Regionales MINT-Zentrum

Ebenfalls vor Ort weilte Judith Rother vom Bildungsbüro für den östlichen Landkreis Osnabrück. „In Bohmte gehört zu diesem Bildungsbüro noch ein regionales MINT-Zentrum“, veranschaulichte Rother. Ein Ziel des Zentrums sei: „Für alle Altersklassen MINT-Angebote zu schaffen, auch schon für die Kindergärten.“ Ihre Vorgängerin, Elke Möller, habe den Kontakt zur Grundschule Bad Essen hergestellt.

„Der Bereich ‚MINT‘ ist ein Schwerpunkt unserer Schule“, stellte Schulleiterin Gabriele Spang heraus. So habe man vor vielen Jahren bereits am Programm Sinus-Grundschule teilgenommen, das es leider nicht mehr gebe. Deshalb schaue man immer, wo es besondere Angebote/Projekte in diesem Bereich gebe. Das Programm „Miniphänomenta“ sei sehr interessant, „da es fächerübergreifend ist. Wir haben Werken, auch Mathematik, Kunst oder Gestalten dabei.“

Handwerklich geschickt

Besonders reizvoll sei es für Kinder, „die handwerklich geschickt sind oder einfach nur gerne werkeln. Und es entsteht heute etwas Tolles mit den Eltern und einigen Lehrern. Der Grundgedanke dieser Werkstattarbeit ist, dass gemeinsam etwas entsteht“, hob die Schulleiterin heraus. An dem Programm möchte die Grundschule aber auch die Kindergärten sowie die weiteren Grundschulen mit einbeziehen. „Sie können die Stationen bei uns ausleihen“, sagt Spang, dass hier der Synergieeffekt für die Gemeinde Bad Essen im Vordergrund steht.

Sponsoren suchen

Die Finanzierung des Projektes wurde vom Bildungsfonds der Bildungslandschaft Wittlager Land mit 1500 Euro bezuschusst. „Weiter mussten wir für 1000 Euro Sponsoren suchen, die wir im Ort gefunden haben“, freute sich Gabriele Spang. Örtliche Sponsoren, die Beträge zwischen 50 und 400 Euro spendeten, waren: Autohaus Reiner Fütz, Fahrradhaus Lilier, Citaku Oberflächentechnik, Fleischerei Schlacke, Tischlerei Jens Nordsieck, Heko IT-Systeme Henning Kottmeier, Lammersiek Getränke, Reitel Feinwerktechnik, Haustechnik Siefker und Gartengestaltung Heiko Wloch.

Kurze Pause einlegen

Zu all dem hatte der Schulelternrat ein kleines Büfett vorbereitet, an dem sich die fleißigen Handwerker zwischendurch stärken und eine kurze Pause einlegen konnten. Schöner Nebeneffekt der Aktion: Da man das gesamte Material der Stationen im Baumarkt kaufen kann, können sie sogar Zuhause nachgebaut werden.