PEFC-Zertifizierung läuft Wittlager Wälder werden nachhaltig bewirtschaftet

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Altkreis Wittlage. Einen wichtigen Beitrag zu nachhaltigem Wirtschaften leistet das PEFC-Waldzertifizierungssystem. Die unabhängige Organisation vergibt dieses Siegel. Dazu gehören regelmäßige Kontrollen, so wie kürzlich bei den Waldschutzgenossenschaften Ostercappeln und Bohmte-Hunteburg.

In Deutschland sind inzwischen mehr als zwei Drittel der Waldflächen zertifiziert. Das gilt für die staatlichen Forsten, aber auch für den privaten Waldbesitz. In Europa sind es etwas mehr als 40 Prozent; weltweit knapp acht Prozent. Die privaten Waldeigentümer sind in den Waldschutzgenossenschaften (WSG) oder Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) zusammengeschlossen. Der Altkreis Wittlage liegt bei der PEFC-Zertifizierung über dem Bundesdurchschnitt. „Der weitaus größte Teil ist dabei. Wir haben fast 100 Prozent“, so Bezirksförster Karl-Heinz Koopmann von der Försterei Wittlage-West.

Wald reguliert das Klima

Nachhaltigkeit wird immer wichtiger. Der Wald ist Lebensgrundlage für Pflanzen, Tiere und Menschen. Er reguliert das Klima. In verschiedenen Regionen der Erde sind die Wälder sind in Gefahr: Überwiegend in den Tropen werden pro Jahr bis zu 15 Millionen Hektar Wald vernichtet – das ist die Hälfte der Fläche der Bundesrepublik. Wie wichtig es ist, die Wälder zu schützen und für nachfolgende Generationen zu bewahren, haben zumindest in Deutschland die Menschen erkannt.

Sozial verträglich

Diese Nachhaltigkeit funktioniert aber nur mit einer wirtschaftlichen und gleichzeitig umweltschonenden und sozial verträglichen Waldbewirtschaftung. Mit dem PEFC-Siegel soll diese Form der Waldbewirtschaftung kontrolliert und dokumentiert werden. Die gesamte Produktherstellung - vom Rohstoff bis zum gebrauchsfertigen Endprodukt - wird dabei durch unabhängige Gutachter der DQS (Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen) kontrolliert.

Raubbau an den Wäldern, das ist kein Phänomen der Gegenwart. Was vielen Bürgern heute nicht mehr bewusst ist: Vor 150 Jahren waren große Teile Nordwestdeutschlands nahezu baumlos. Aus wirtschaftlicher Not waren die Bäume gefällt worden; Schafe weideten auf der kargen Landschaft.

Nur qualifiziertes Personal

„Seit rund fünfzehn Jahren gibt es die PEFC-Zertifizierung in der Region“, erläutert Koopmann. „Die Überprüfung erfolgt durch externe Fachleute“, so der Förster. Koopmann selbst darf das Siegel also nicht vergeben. Die Waldschutzgenossenschaft selbst finanzieren übrigens durch Beiträge die Arbeit der PEFC Deutschland. Welche Kriterien werden überprüft? Was muss bei einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung beachtet werden? Die Checkliste ist lang. Es darf nur qualifiziertes Personal im Forst tätig sein. „Der Motorsägenlehrgang ist Pflicht für alle Forstarbeiter und Selbstwerber“, betont Koopmann. Die Waldbesitzer selbst sollten ebenfalls einen EMS-Lehrgang absolviert haben. Sämtliche Unfallverhütungsvorschriften müssen natürlich eingehalten.

Nur zertifizierte Betriebe

Es müssen standortgerechte Bäume neu angepflanzt werden. Diese wiederum dürfen nur bei zertifizierten Betrieben und Baumschulen gekauft werden. Die Herkunft des Pflanz- und Saatgutes muss also überprüfbar sein. Der Waldboden darf nicht gedüngt werden, um die Erträge zu steigern. Kahlschläge sollten lt. PEFC möglichst vermieden werden, sind aber nach § 12 NWaldLG bis 1,0 ha erlaubt. Darüber hinaus muss der Kahlschlag bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises angezeigt werden, außer bei Kalamitäten wie Windwurf oder Borkenkäfer.

Boden- und Wasserschutz

Die sogenannten Rückegassen spielen zudem eine wichtige Rolle bei den Arbeiten im Wald. Diese müssen dauerhaft funktionsfähig gehalten werden und einen Abstand von mindestens 20 Metern haben. Der Waldboden soll möglichst nicht belastet werden. Folglich muss auch das Befahren des Waldes auf ganzer Fläche außerhalb der Holzernte – der Abtransport der geschlagenen Bäume – unterlassen werden. Kurz gesagt: Wald-, Boden- und Wasserschutz müssen beachtet werden.

Die passenden Angebotspakete

Viele Waldbesitzer gehen heutzutage nicht mehr selbst in den Forst, um dort zu arbeiten. Klassische Waldbauern gibt es noch, die Anzahl wird aber immer weniger. Forstunternehmen, die ein von PEFC anerkanntes Zertifikat besitzen, übernehmen diesen Job mit modernster Technik. Eine der Aufgaben des Försters ist es, diese Arbeit zu koordinieren. Er kümmert sich auch um die Holzernte. Das heißt, Koopmann und seine Kollegen sorgen dafür, dass die passenden Angebotspakete für die Sägewerke zusammengestellt werden. Das könnte ein einzelner Waldbesitzer, der nur einige wenige Bäume geschlagen hat, niemals leisten.

Ein zweites Siegel: FSC

Neben der PEFC-Zertifizierung gibt es noch ein zweites Siegel. FSC – das „Forest Stewardship Council“. Dies ist ein internationales Zertifizierungssystem für Waldwirtschaft. Der FSC-Standard schreibt unter anderem vor, dass die ökologischen Funktionen eines Waldes erhalten bleiben muss. Der FSC-Wald schützt vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Letztlich soll auch dieser Wald so bewirtschaftet werden, um ihn als Ökosystem langfristig erhalten können


PEFC, das steht für Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes. Auf Deutsch: Programm für die Anerkennung von Waldzertifizierungssystemen. PEFC ist eine Organisation, deren Ziel die Förderung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung durch die Waldzertifizierung und die Kennzeichnung von Holzprodukten ist. Das PEFC-Label garantiert, dass das Holz und dein daraus hergestellten Produkte aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen. Wie der englische Name schon vermuten lässt, ist PEFC eine internationale Organisation. PEFC Deutschland gehört dem Verbund seit 1999 an. Ein wichtiger Punkt: Die Organisation ist unabhängig.

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