Neue Ausstellung im Schafstall Kurschatten und andere Leidenschaften in Bad Essen

Von Christa Bechtel


Bad Essen. Mal malt Christel Johanna Schoenen-Schlootz figürlich, mal abstrakt; mal spachtelt sie und schafft damit kühne, dynamische Strukturen. Mit lebendigen Linien, dominanter Farbgebung setzt sie gezielt Komplementärkontraste ein. All das sorgt für eine große Tiefe in ihren Bildern.

Auf Einladung des Kunst- und Museumskreises (KMK) Bad Essen stellt sie über 40 ihrer Werke im Schafstall an der Bergstraße 31 in Bad Essen aus. Das Motto: „Kurschatten und andere Leidenschaften“. Oder: Wie kommt ein Kurschatten vom Niederrhein in den Schafstall nach Bad Essen und welche Rolle spielt ein Moselwein dabei? Musikalisch umrahmte die Vernissage die Pianistin Astrid Riese aus Lohne mit Salon- und Kaffeehausmusik. Vorbereitet hatten die Ausstellung Martina Sieveking und Lutz Mardorf vom Kunst- und Museumskreis.

Malerei als Passion

Christel Johanna Schoenen-Schlootz hat schon als Kind gerne gemalt. „Aber richtig angefangen habe ich um 2000. Da hat mein Mann mir einen Malkursus geschenkt“, erzählt sie im Gespräch mit unserer Redaktion. So wurde die Malerei für sie zur Passion. Mit Blick auf das Motto verrät die Künstlerin: „Ich habe noch nie einen Kurschatten gehabt, denn ich war noch nie ‚in Kur‘. Aber was liegt näher, als in einem Kurort an einen Kurschatten zu denken. Als mein Mann und ich vom Hotel in den Schafstall durch die ‚Kussallee‘ gelaufen sind haben wir gedacht: ‚Hier muss es schön sein, einen Kurschatten zu haben und auf der Kussallee zu küssen und herrliche Dinge zu tun‘“, sagt sie lachend. Und andere Leidenschaften - hat sie die? „Viele! Außer der Malerei, wo es mich in alle Richtungen treibt, schreibe ich gerne Gedichte, betreibe mit Leidenschaft Sport, bin gerne in der Natur, gehe gerne spazieren“, antwortet die Familientherapeutin.

Farbenfrohe Bilder

Ihre überwiegend sehr farbenfrohen Bilder malt Schoenen-Schlootz in Mischtechnik, Acryl und Dispersionsfarben auf Leinwand. In der Ausstellung stellt sie verschiedene Techniken vor. Wie die Papiertechnik als Collage; manchmal kommt bei ihren Arbeiten auch der Spachtel zum Einsatz. Mit Witz und Pfiff hängen einige Papierbilder einfach an Kleiderbügeln. „So kann ich einen Stapel nehmen, in einen Raum gehen und sie aufhängen“, erklärt die gebürtige Oermtenerin die einfache Vorgehensweise. Woher bekommt sie ihre Inspirationen? „Die sind einfach da. Ich gehe durch die Welt und durch das Leben und es inspiriert mich, was ich sehe.“

Die Augen von „Röschen“

„Hinter diesem Titel scheint sich eine ganze Novelle zu verstecken“, meinte Lutz Mardorf in seiner Begrüßung mit Blick auf das Motto der Ausstellung. Aber: „Dahinter verbirgt sich vordergründig die Geschichte dieser Ausstellung.“ Als einige Mitglieder des KMK-Vorstandes an der jährlichen Studienreise im vergangenen Jahr teilnahmen, „hat es uns an die Mosel zur römischen Villa in Mehring verschlagen. Wir hatten eine Führung gebucht“, erläuterte Mardorf. Während einige die archäologischen Besonderheiten genossen, habe der Rest an einer Weinprobe des Weinguts Jutta Fassian teilgenommen. Die war zur Vernissage sogar in den Schafstall gekommen, um später dort ebenfalls zu einer Weinprobe einzuladen. Dabei geschah es aber in Mehring: „Ich schaute auf ein Weinetikett – und da strahlten mich diese Augen von „Röschen“ an. In der Flasche ein feinherber Rosé aus der Spätburgunder Traube und ein Blick, der in einen hineingeht“, gab der KMK-Vertreter unumwunden zu, dass ihn die Etiketten, die Christel Johanna Schoenen-Schlootz mit ihren Bildern verschönert, sofort fesselten. Mardorf: „Jetzt war klar: Wir brauchen diese Künstlerin im Schafstall. Und nun ist sie hier!“

„Du bist eigentlich ‚in Schuld‘“, meinte Christel Johanna Schoenen-Schlootz Richtung Jutta Fassian. Dass sie nämlich mit ihrem Wein der Auslöser für die Ausstellung gewesen sei, in die die Malerin die Besucher selbst einführte. „Kurschatten und andere Leidenschaften“ kann bis zum 25. Juni im Schafstall Bad Essen donnerstags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr besucht werden.