Löschwasserversorgung aufgebaut Kreisfeuerwehr übt mit 160 Mann in Bad Essen

Von Hubert Dutschek


Dahlinghausen. 160 Feuerwehrkräfte aus dem Landkreis und der Stadt Osnabrück haben in der Gemeinde Bad Essen eine Übung durchgeführt. Die Aufgabe und die Zielvorgabe waren klar beschrieben: Aufbau einer Löschwasserversorgung vom Mittellandkanal bis zum Löschteich der Firma Kesseböhmer an der B65 mit einer Förderleistung von 5000 Litern pro Minute.

Anfang Oktober vergangenen Jahres wurde im Rahmen einer Katastrophenschutzübung bereits versucht, eine entsprechende Wasserversorgung aufzubauen. Immerhin beträgt die gesamte Strecke rund vier Kilometer. Aus dem damals beobachteten Unzulänglichkeiten wurden Schlussfolgerungen gezogen und für die nun anstehende Übung eine entsprechend detaillierte Planung vorgenommen.

Drei Züge „Wasserförderung“

Um 9.30 Uhr fuhren die drei Züge „Wasserförderung“ mit ihren Führungskomponenten sowie eine Einheit der Feuerwehr aus der Stadt Osnabrück mit ihrem Hochleistungspumpsystem den Platz vor der Firma Kastrup in Wehrendorf an. Bei einer Lagebesprechung wurden den Einsatzkräften die Aufgaben und Abschnitte zugewiesen. Zuerst machten sich die Fahrzeuge der Stadt Osnabrück mit ihrem Hytrans-Fire-System (HFS) auf den Weg zur Wasserentnahmestelle „Brücke 70 – Fiesteler Weg“. Dort wurde eine hydraulisch betriebene Pumpe in den Mittellandkanal gelegt. Die Pumpe hat etwa das Format eines Kühlschranks und ist schwimmfähig.

Großer Bedarf an Löschwasser

Pumpe, Antriebseinheit und Schlauchmaterial werden auf einem Wechselladerfahrzeug transportiert. Direkt an die Pumpe wird ein F-Schlauch mit 150 Millimetern Durchmesser angeschlossen. Fahrend wurde vom Schlauchcontainer eine Leitung über eine Gesamtlänge von 2100 Metern entlang der Hördinghauser Straße bis zum Wasserwerksweg verlegt. Das Hytrans-Fire-System (HFS) der Osnabrücker Feuerwehr kommt in der Regel zum Einsatz, wenn über einen langen Zeitraum ein großer Bedarf an Löschwasser besteht. Die Förderleistung beträgt durchschnittlich 5000 Liter pro Minute.

Übergabepunkt „Wasserwerksweg“

Am Übergabepunkt „Wasserwerksweg“ wurden über einen Verteiler zwei B-Leitungen angeschlossen. Möglich sind sogar fünf parallele Leitungen. Die Einsatzkräfte der Fachzüge „Wasserförderung“ verlegten die doppelte Schlauchleitung entlang der Flachswandstraße und setzten an zwei Stellen Verstärkerpumpen zur Druckerhöhung. An der B65 wurden die Schläuche in einer unter der Fahrbahn verbauten Röhre durchgeführt. Die Wasserabgabe erfolgte in den Löschteich der Firma Kesseböhmer. An verschiedenen Stellen wurden Schlauchbrücken ausgelegt, damit Fahrzeug über die Schläuche ohne Beschädigungen fahren konnten.

Ein großer Löschteich

Nach rund einer Stunde, gerechnet vom Beginn des Aufbaus, stand die Löschwasserversorgung über die beachtliche Länge von rund 4000 Metern. Geschäftsführer Gerd-Wilhelm Langenberg und Brandschutzbeauftragter Gerhard Jösting verfolgten seitens der Firma Kesseböhmer die Übung. „Die Löschwasserversorgung im Brandfall erfolgt zunächst aus Hydranten und dem großen Löschteich. Wir konnten heute mit Zufriedenheit feststellen, dass bei extrem hohem Wasserbedarf im Falle eines Großbrandes unser Löschteich in angemessener Zeit während eines Einsatzes kontinuierlich aufgefüllt werden kann“, erläuterte Jösting.

Gegen 12.15 Uhr wurde von Bereitschaftsführer Uwe Rasch das Ende der Übung über Funk durchgegeben. Während die Schlauchauslegung überwiegend fahrend erfolgte, mussten die Leitungen nun teilweise mit viel Handarbeit getrennt, entwässert und zusammengerollt werden.

Gute Erfahrungen sammeln

Nach einer kleinen Stärkung in einer Halle der Firma Kesseböhmer sprach Ralf Auf dem Felde, Brandabschnittsleiter Nord, Dankesworte. Er dankte den rund 160 Einsatzkräften, der Firma Kesseböhmer und dem örtlichen DRK für die Bereitstellung eines Rettungswagens zur Eigenabsicherung.

„Es ist sinnvoll, im Einsatzfall eine derartige Löschwasserversorgung von den Fachzügen Wasserförderung der Kreisfeuerwehr mit dem HFS-System der Stadt Osnabrück aufzubauen. Die Zielvorgabe wurde erfüllt. Wir haben hier und heute gute Erfahrungen sammeln können, die wir in einer Nachbesprechung weiter aufarbeiten“, so die zusammenfassenden Worte des Brandabschnittsleiters.