Enttäuschung und Betroffenheit Homann-Schließung schockt das gesamte Wittlager Land

Von Andreas Schnabel

Das Homann-Werk in Bad Essen-Lintorf. 2007, nachdem die Lebensmittelwerke Hamker das 100-jährige Firmenjubiläum feiern konnten, wurde das Unternehmen an Homann verkauft. Foto: Friedrich LükeDas Homann-Werk in Bad Essen-Lintorf. 2007, nachdem die Lebensmittelwerke Hamker das 100-jährige Firmenjubiläum feiern konnten, wurde das Unternehmen an Homann verkauft. Foto: Friedrich Lüke

Lintorf. Die am Donnerstag vom Müller-Konzern verkündete Schließung der Homann-Standorte Dissen, Bad Essen-Lintorf, Bottrop und Floh-Seligenthal hat für Betroffenheit und Enttäuschung im Altkreis Wittlage gesorgt.

Das Feinkostunternehmen Homann will die bisherige Produktion im Jahre 2020 an einem neuen Standort im Bundesland Sachsen zusammenfassen.

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Bad Essens Bürgermeister Timo Natemeyer sagte dazu: „Die Entscheidung des Unternehmens, die gegenüber Aufsichtsrat und Arbeitnehmervertretern verkündet wurde, markiert einen herben Einschnitt für die heimische Region. Die Lebensmittelproduktion in Lintorf wie auch in Dissen kann auf eine mehr als hundertjährige Tradition zurückblicken. Anscheinend zählt das angesichts des Wettbewerbs nichts mehr. Schlimm ist die Entscheidung natürlich insbesondere für die Beschäftigten.“

Keine Autobahnnähe

Was Lintorf betrifft, „so mussten wir seit Anfang des letzten Jahres damit rechnen, dass mittelfristig eine Schließung des Werks drohen würde. Die Anforderungen des Unternehmens an einen neuen Gesamtstandort ließen sich auf dem Gebiet der Gemeinde Bad Essen nicht erfüllen – weder von der Größenordnung der benötigten Flächen her noch bezüglich der geforderten Autobahnnähe,“ so Natemeyer.

Daher blieben neben der vagen Hoffnung auf einen Erhalt des Lintorfer Werks als zweit- und drittbeste Lösungen im Interesse der Beschäftigten und der Region eine Neuansiedlung in Venne oder der Neubau in Dissen, der zuletzt als sehr aussichtsreich galt. Dass sich diese Perspektive nun offenbar auch zerschlagen habe, sei ernüchternd, sagte Natemeyer.

Drei Jahre bleiben

Allen Betroffenen bleiben nun drei Jahre, um sich auf die anstehenden Veränderungen einzustellen. Bad Essens Bürgermeister denkt nach dem Tiefschlag an die Folgen für die Menschen und die Region: „Wo kommen die Leute unter? Was wird aus dem Werksgelände? Das sind die drängendsten Fragen, die uns beschäftigen werden. Für alle spürbar wird der Wegfall des Produktionsstandortes Lintorf übrigens auch bei den Wasser- und Abwassergebühren werden. Ohne den Wasser-Großkunden Homann werden die Gebühren nämlich für alle anderen angehoben werden müssen. Das ist bereits jetzt absehbar.“

Lesen Sie hier unseren Kommentar zur Homann-Schließung in der Region

Ein langjähriger leitender Hamker-Mitarbeiter sieht die vom Müller-Konzern angekündigte Schließung „als Trauerspiel für unsere gesamte Region. Hamker in Lintorf war ein florierendes Unternehmen mit gutem Ruf und Top-Produkten. Der Standort Lintorf galt bis zuletzt als produktivster Homann-Standort. Und jetzt das...“