Maximilian Mangold zu Gast Ein Konzertabend zum Träumen in Bad Essen

Von Christa Bechtel

Unter dem Motto „Von Barock bis Tango“ gastierte der Gitarrist Maximilian Mangold im Bad Essener Schafstall. Foto: Christa BechtelUnter dem Motto „Von Barock bis Tango“ gastierte der Gitarrist Maximilian Mangold im Bad Essener Schafstall. Foto: Christa Bechtel

Bad Essen. Höchste Perfektion und erstklassige Virtuosität servierte der renommierte Gitarrist Maximilian Mangold den Besuchern im Bad Essener Schafstall an der Bergstraße.

Er wurde ein wundervoller Konzertabend zum Träumen, sich Fallenlassen, um sich in die Musik wohlig einzuhüllen. Übertitelt war das Konzert, zu dem der Bad Essener Kunst- und Museumskreis eingeladen hatte, mit „Von Barock bis Tango“.

„Das ist wieder mal ein ordentlich gefüllter Schafstall“, freute sich Hartwig Ventker vom Kunst- und Museumskreis bei seiner Begrüßung. Die Osterkonzerte seien eine noch junge Tradition, klärte er das Publikum auf, dass es die dritte Auflage sei. Doch: „Die Tradition funktioniert nur, wenn Sie unser Angebot zum Frühling auch annehmen.“ Das nächste Osterkonzert findet übrigens am 2. April 2018 statt.

Eine konzertante Fuge

Maximilian Mangold, der zum dritten Mal im Schafstall gastierte, doch dieses Mal solistisch, eröffnete das Programm mit der Sonate Nr. 2 in a-Moll (BWV 1003), die Johann Sebastian Bach ursprünglich für Violine solo schrieb. Sie beginnt mit einem stark verzierten langsamen Satz, an den sich eine konzertante Fuge anschließt. Diese ist aus ganzen acht Tönen entwickelt, ein Kunstgriff, den Bachs Kollege Johann Mattheson in seinen musikkritischen Schriften als Wunderwerk des Kontrapunkts pries. Mit dem ‚Andante‘ hat Bach einen seiner schönsten langsamen Sätze geschaffen. Im finalen „Allegro“ lenkte die statische Harmonik und die Motorik der konstanten gleichen Sechzehntel die Aufmerksamkeit des Publikums ganz auf das Passagenspiel des grandiosen Solisten.

Melodietöne lang ausschwingen

Caspar Joseph Mertz (1806-1856) war ein ungarischer Komponist und Gitarrist der Romantik, der eine ganz eigene Tonsprache hatte. Mit „Le Romantique“ ließ der Gitarrist die Melodietöne lang ausschwingen. Manuel Maria Ponce (1882-1948), ein mexikanischer Komponist, war ein Wunderkind und von der Volksmusik seines Landes fasziniert. Mit einem Mix aus mediterranem Kolorit und spanischem Flair brachte Mangold vor der Pause innig, ganz in die Musik versunken und stets mit geschlossenen Augen Ponces „Sonatina Meridional“ zu Gehör.

Hoher technischer Anspruch

Dieter Macks (*1954) Kompositionen stellen meistens einen hohen technischen Anspruch an die Interpreten, überraschen aber durch ihre dem europäischen Hörer ungewohnten Klangfarben und Strukturen. Für Maximilian Mangold schrieb Mack „Saitenlinien“. Hier entlockte er seinem Instrument ganz unterschiedliche Klangschattierungen: Mal kräftige Akkorde, dann Töne, die sanft ineinander fließen, geradezu verschmelzen - und doch für manches Ohr gewöhnungsbedürftig waren.

Agustín Barrios Mangoré (1885-1944) war ein paraguayischer Komponist und einer der ersten Gitarrenvirtuosen Südamerikas. John Williams, einer der bekanntesten Gitarristen schrieb über ihn: „Als Gitarrist und Komponist ist Barrios der Beste von allen, unabhängig von der Zeitepoche. Seine Musik ist besser geformt, sie ist poetischer, sie hat mehr von allem! Und sie hat es auf eine zeitlose Art.“ Von ihm interpretierte Mangold „Aire de Zamba“ und melodiös „Vals op. 8, Nr. 4“.

Schlichtheit und Brillanz

Joaquin Rodrigo (1901-1999), der mit fünf Jahren erblindete, widmete seinem Lehrer und Förderer Manuel de Falle „Invocation et danse“. Mit diesem Werk beschwört er die rauschhafte Ekstatik des Ballettkomponisten de Falla. Schlusspunkt des Konzertes sollte Astor Piazzollas „La Muerte del Angel“ (Der Tod des Engels) sein, ein einfacher Tango von einzigartiger Schlichtheit und Brillanz. Hier und auch in der anschließenden Zugabe – „Das Lied der Spinnerin“ - konnte das Auditorium noch einmal die technische Akkuratesse und beeindruckende Fingerfertigkeit von Maximilian Mangold bewundern, der abschließend schmunzelnd meinte: „Sie dürfen sich gerne noch zahlreiche Zugaben in Form von CD´s mitnehmen.“


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