Vertrag unterzeichnet Hospizdienst und Altenzentrum Eielstädt kooperieren

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Im Altenzentrum Simeon und Hanna ist der Vertrag unterzeichnet worden. Im Bild, stehend von links: Reinhold Kassing, Martin Reutepöhler, Pflegeinstleiter Reiner Junghans, die Hospizhelferinen Angelia Haasis und Marianne Vehring. Davor von links; Doris Welsing, Maja Winter, Marion Heitling und Silvia Dick (Ambulanter Hospizdienst). Foto: Rainer WestendorfIm Altenzentrum Simeon und Hanna ist der Vertrag unterzeichnet worden. Im Bild, stehend von links: Reinhold Kassing, Martin Reutepöhler, Pflegeinstleiter Reiner Junghans, die Hospizhelferinen Angelia Haasis und Marianne Vehring. Davor von links; Doris Welsing, Maja Winter, Marion Heitling und Silvia Dick (Ambulanter Hospizdienst). Foto: Rainer Westendorf

Eielstädt. Der Ambulante Hospizdienst Spes Viva Ostercappeln und das Altenzentrum Simeon und Hanna in Bad Essen-Eielstädt haben einen Kooperationsvertrag geschlossen. Das ist die erste Vereinbarung dieser Art in der Region und zugleich der Auftakt für weitere Verträge zwischen dem Hospizdienst und stationären Pflegeeinrichtungen in Stadt und Landkreis Osnabrück.

„Die Zusammenarbeit ist in den vergangene Jahren gewachsen. So gesehen, ist der Vertragsabschluss sowohl ein Schlusspunkt als auch ein neuer Startpunkt“, so Martin Reutepöhler, Leiter des Altenzentrums. Grundlage der Kooperationsvereinbarung ist das neue Hospiz- und Palliativgesetz. Dieses soll Lücken der palliativen Versorgung schließen. Das Gesetz formuliert Rechte und Pflichten. Das ist wichtig für die vielen ehrenamtlichen Hospizhelferinnen und -helfer, für die Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen und natürlich auch für die Bewohner dieser Heime.

Handlungskonzept erstellt

Das Team des Ambulanten Hospizdienstes hatte im Vorfeld des Vertragsabschlusses ein Handlungskonzept erarbeitet, das den Mitarbeitern Leitlinien an die Hand gibt. Darauf wiesen Reinhold Kassing, Vorsitzender des Fördervereins Spes Viva und Marion Heitling, Koordinatorin des Hospizdienstes, hin. „Das ist wichtig, weil immer mehr Menschen ihre letzten Tage in Altenpflegeheimen verbringen“, sagte der Fördervereinsvorsitzende.

Wandel der Gesellschaft

Ein Blick in die Statistik belegt den Wandel der Gesellschaft in den vergangenen Jahrzehnten. Danach sterben über 80 Prozent der Deutschen in einem Krankenhaus oder in einem Pflegeheim, lediglich zehn Prozent in ihrer häuslichen Umgebung. Ein Teil der Pflegeeinrichtungen neigt aber zugleich dazu, die Bewohner zum Sterben wegen vermeintlich besserer Versorgung in ein Krankenhaus zu bringen, anstatt selbst Palliativkonzepte zu entwickeln. Hier soll das neue Gesetz Verbesserungen bewirken.

Absprache mit Angehörigen

In Eielstädt ist der Hospizdienst schon seit einigen Jahren präsent, ebenso wie in sieben weiteren Einrichtungen der Osnabrücker Region. Im haus St. Michael Ostercappeln wurde zudem eine eigene Palliativeinheit geschaffen. Die Mitarbeiter des Hospizdienstes informieren und bieten Sprechstunden an. Und nach Absprache mit den Angehörigen natürlich auch die Sterbebegleitung selbst. „Wir wollen bei den Menschen sein“, betont Reutepöhler. In Simeon und Hanna werde ein würdiges Angebot gemacht; keine Notfallversorgung. Insgesamt gelte es aber auch, in der Gesellschaft ein größeres Bewusstsein für die Bedeutung der Hospizarbeit zu schaffen „Die Akzeptanz ist wichtig“, so Reutepöhler.

Nur ein erster Schritt

Das neue Palliativgesetz unterstütze die Kooperation von ambulanten Hospizdiensten und Altenheimen. Die Gesetzesregelung sei aber nur ein erster Schritt, der aber die gewachsene Bedeutung unterstreiche, die die Politik der Hospizarbeit beimesse, merkte Kassing an. Mit dem Gesetz verbundene zusätzliche Kosten würden aber nicht gänzlich abgedeckt. „Die Hospizarbeit ist weiterhin auf Spenden angewiesen“.

Rund 100 Ehrenamtliche

Zahlreiche ehrenamtliche Aktive von Spes Viva leisten diese Hospizarbeit. „Rund 100 Ehrenamtliche sind bei uns tätig“, so Marion Heitling. Eine ganz große Bedeutung hat die Aus- und Fortbildung der Hospizhelfer. Regelmäßig werde neue Kurse organisiert und angeboten. Der Förderverein Spes Viva finanziert die Ausbildung. Marion Heitling wies darauf hin, dass die Begleitung von Sterbenden und deren Angehörigen immer individuell ausgerichtet sei. Das sei oft mit einem hohen zeitlichen Aufwand verbunden, der von den Ehrenamtlichen aber gerne aufgebracht werde. „Die Begleitung sei für beide Seiten bereichernd.“


Spes Viva und der Ambulante Hospizdienst

Spes Viva kümmert sich um Schwerstkranke und Sterbende, deren Angehörigen und Trauernden. Ein wichtiger Bereich ist der Ambulante Hospizdienst. Seine Aufgabe besteht darin, Schwerstkranke und Sterbende in ihrer häuslichen Umgebung – oder auch in Einrichtungen wie dem Altenzentrum Simeon und Hanna – zu unterstützen. Dazu gehört die Begleitung durch Gespräche, das Erfüllen von Bedürfnissen und Wünschen, das Mittragen von Hoffnungen und Ängsten und die Unterstützung der Angehörigen. Die Begleitung beim Abschiednehmen und bei der Trauer unterstützt der Hospizdienst außerdem. Schulungen und Ausbildungskurse für Menschen, die sich ehrenamtlich in den Hospizdienst einbringen möchten, werden regelmäßig angeboten.

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