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17.01.2017, 17:00 Uhr VERÄNDERTES KONSUMVERHALTEN

Tankstellenshops für eilige, gestresste Menschen

Kommentar von Claudia Scholz

Die Tankstelle in Rabber mit Shop und Autowaschanlage. Foto: Oliver KratoDie Tankstelle in Rabber mit Shop und Autowaschanlage. Foto: Oliver Krato

Bad Essen. Mit dem Shop machen Tankstellenbesitzer aus der Region mittlerweile den Hauptumsatz und ersetzen damit, das, was es früher in jedem Dorf gab: den Tante-Emma-Laden. Doch angesichts der Konkurrenz der Supermärkte müssen sich die Tankstellen neue Einkaufskonzepte überlegen.

Tankstellen werden immer mehr zu Nahversorgern, die dem eiligen, gestressten Menschen (meist mit Single-Haushalt) alles To Go liefern. Angesiedelt irgendwo zwischen sehr kleinem Supermarkt und ziemlich großem Kiosk, bieten die Shops in den Tankstellen frische Speisen, Kaffee oder Tiefgefrorenes für den eiligen oder vergesslichen Einkäufer – als Konkurrenz für Imbissbuden oder Fast-Food-Restaurants.

Auf dem Land übernehmen sie die Rolle von „Spätkaufs“, wo in den Großstädten wie Berlin alles um jede Uhrzeit zu haben ist. Und die von Tante-Emma-Läden, die in den kleineren Ortschaften fast ausgestorben sind. Gerade die Supermärkte, denen die Tankstellen früher das Business und die Kunden durch ihre unbegrenzten Öffnungszeiten und flexiblen Parkmöglichkeiten weggenommen haben, sind nun die größten Konkurrenten, weil auch sie sich dem Einkaufsverhalten (spontan, täglich, flexibel) angepasst haben.

Bleibt für die Tankstellen nur die Suche nach neuen Geschäftsmodellen und Shopkonzepten: Sexspielzeug, Fotoautomaten und Gourmet-Food sind da nur einige von vielen Möglichkeiten.


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