Die böse Tat von Wimmermühle Sagenumwobene Steinkreuze an der B 65


Bad Essen. Sagen, Volkserzählungen und Legenden sind untrennbar mit der Wittlager Geschichte verbunden. Sie wurden von Generation zu Generation überliefert und sind heute noch in den Wittlager Heimatheften nachzulesen.

Sagen und mystische Berichte aus längst vergangener Zeit üben eine besondere Faszination aus. Auch im Zeitalter von Datenautobahnen und digitalen Revolutionen.

Sagen enthalten in der Regel den häufig genannten „wahren Kern“, sie gehen also auf tatsächliche Begebenheiten zurück und versuchen deren Ursache zu erläutern. So geben Sagen eigene Antworten beispielsweise auf die in damaliger Zeit unerklärbaren Naturphänomene.

Viele Schauplätze der alten Erzählungen, die von ruchlosen Morden, blutigen Schlachten, bösen Hexen, Schimmelreitern, Zwergen, Räubern und Rittern, von unheimlichen Orten und verborgenen Schätzen berichten, können noch heute aufgesucht werden.

Eine der bekanntesten Wittlager Sagen ist fraglos die über die beiden Steinkreuze in Wimmermühle an der B 65 in der heutigen Gemeinde Bad Essen.

Die beiden Steinkreuze bei Niemanns Mühle an der alten Heerstraße nach Minden erinnern nämlich an eine böse Tat. Bei einem Streit zwischen zwei Müllergesellen um die Müllerstochter erwürgte „Speck-Lammert“ aus Wut und Eifersucht den „Schnätt-Göttchen“. Als er erkannte, was er getan hatte, richtete er sich selbst und erhängte sich an einer Linde, die damals dort stand.

Die beiden Kreuze wurden später, so ist es in den Wittlager Heimatheften nachzulesen, zur Erinnerung an die böse Tat aufgestellt, das aufrechte Kreuz für „Schnätt-Göttchen“, das gefallene, bis heute schief stehende für den jähzornigen „Speck-Lammert“.

Wilhelm Wellner aus Bohmte ist im Besitz einer Postkarte, die die sagenhafte Wimmermühle zeigt und folglich auch einen Bezug zu der legendären Sage von den beiden Steinkreuzen bei Niemanns Mühle hat.

Eine Postkarte, die, so Wellner, nach einem Original-Gemälde des Künstlers und Müllermeisters Fritz Hohlt (1903–1975) gefertigt wurde. Das Gemälde soll 1945 entstanden sein.


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