Konzert im Schafstall Alte Weisen in natürlichem Klanggewand in Bad Essen

In der stimmungsvollen Atmosphäre des Schafstalls verzauberte das Ensemble Trigon mit einem etwas anderen Weihnachtskonzert. Foto: Petra RopersIn der stimmungsvollen Atmosphäre des Schafstalls verzauberte das Ensemble Trigon mit einem etwas anderen Weihnachtskonzert. Foto: Petra Ropers

Bad Essen. Mit einem ebenso stilvollen wie stimmungsvollen Konzert klangen im Schafstall die Festtage aus: Das Ensemble Trigon nahm sein gebannt lauschendes Publikum mit auf eine Reise bis zurück ins Mittelalter.

In einer Zeit, die an Konzerten so reich ist wie kaum eine andere, setzen die Veranstalter im Schafstall immer wieder außergewöhnliche Akzente. Mit dem Ensemble Trigon verpflichteten sie dabei ein Trio, das alte Musik mit natürlicher Leichtigkeit neu belebt. Charmant anmoderiert und virtuos dargeboten, verbanden sich Lieder und Tänze im Stile des mittelalterlichen Minnesangs mit weihnachtlichen Weisen im historischen Klanggewand und barocker Kammermusik.

Eigene Arrangements

Eigene Arrangements setzten die zum Teil bis ins 13. Jahrhundert zurückdatierenden Melodien in Szene. Mit gänzlich unprätentiöser Virtuosität wechselten dabei die Flötistinnen Katrin Krauß und Kerstin de Witt zwischen einer Vielzahl von Blockflöten unterschiedlichster Tonarten und Epochen. Ihr variationsreicher, zwischen freudig-hellem Strahlen und samtiger Wärme wechselnder Klang vereinte sich stimmig mit Cembalo und keltischer Harfe, beide gespielt von Holger Schäfer, der zudem gekonnt in die Rolle des Minnesängers schlüpfte.

Mittelalterliche Festfreude

Unaufdringlich bot er etwa jene aus dem 16. Jahrhundert stammende Weise dar, deren Titel „Es ist ein Schnee gefallen“ das Motto des klangvollen Abends lieferte. Bilder ausgelassener, mittelalterlicher Festfreude zeichneten die Musiker mit Flöten, Harfe und heiter läutenden Schellen in der „Canconeta Tedesca“. Nicht die bekannten, unzählige Male gehörten Weihnachtslieder, sondern weitgehend unbekannte Melodien stellte das Ensemble Trigon in den Mittelpunkt seines Konzertes.

Bildreiche Harfenklänge

Die wenigen Ausnahmen, darunter „O sanctissima“, besser bekannt als „O du fröhliche“, verzauberten variationsreich im einzigartigen Klanggewand von dezent agierendem Cembalo und virtuos einander umspielenden Flöten. Außergewöhnlich wie die Musikauswahl präsentierte sich auch das Märchen zu Beginn des zweiten Konzertteils. Die Geschichte von dem Troll, der Mensch werden wollte, untermalte Holger Schäfer mit bildreichen Harfenklängen: Mit zart perlendem Arpeggio fielen die Tränen des kleinen Trolls zu Boden. In feierlichen Akkorden läuteten die weihnachtlichen Glocken der Kirche.

Einfühlsame Virtuosität

Bis hinauf in den hohen Norden Skandinaviens reiste das Ensemble Trigon gemeinsam mit den vielen Musikfreunden. Für sie hielten Katrin Krauß, Kerstin de Witt und Holger Schäfer zum Abschluss noch einen besonderen Höhepunkt bereit: Arcangelo Corellis Weihnachtskonzert empfahl sich in der reduzierten Besetzung von Cembalo und Flöten mit einfühlsamer Virtuosität auf höchstem Niveau. Atemberaubende Allegro-Sätze in schwereloser Leichtigkeit und sanft fließendes Adagio mündeten in jene bekannte Pastorale, deren friedvolle Ruhe mit hauchzarten Flötentönen verklang.

Gut eingestimmter Chor

Die Musikfreunde ließen nach dem etwas anderen Weihnachtskonzert das außergewöhnliche Ensemble nur ungern ziehen. Und sie ließen sich nicht lange bitten, zur Zugabe die Musiker als bemerkenswert gut eingestimmter Chor bei „In dulci jubilo“ zu unterstützen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN