Dümmersanierung 160.000 Euro für Gewässerrenaturierung im Wittlager Land

Die Arbeit kann beginnen: Mitglieder vom Unterhaltungsverband Obere Hunte, des LBEG, der Landwirtschaftskammer, des NLWKN und der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Osnabrück freuen sich über die finanzielle Unterstützung. Foto: David HausfeldDie Arbeit kann beginnen: Mitglieder vom Unterhaltungsverband Obere Hunte, des LBEG, der Landwirtschaftskammer, des NLWKN und der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Osnabrück freuen sich über die finanzielle Unterstützung. Foto: David Hausfeld

Rabber. Der Unterhaltungsverband Nr. 70 Obere Hunte mit Sitz in Bad Essen-Rabber erhält Fördermittel zur Unterstützung der Dümmersanierung in Höhe von knapp 160.000 Euro. Das Geld soll für Renaturierungsmaßnahmen in Bereich von Hunte, Venner Mühlenbach/Elze, Lecker Mühlbach und Pauschbach genutzt werden.

„Im Zweifel fehlt immer das Geld“, sagte Uwe Bühning, Geschäftsführer des Unterhaltungsverbandes. Doch mit den angekündigten Mitteln, könnten nun endlich Taten folgen. Für das Jahr 2017 habe der Unterhaltungsverband die Fördermittel in der genannten Höhe beantragt. 90 Prozent der Summe werde von der Europäischen Union und dem Land Niedersachsen getragen, einen Eigenanteil von 10 Prozent übernehme der Landkreis Osnabrück.

Durch den „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER) der EU und der Länder Niedersachsen und Bremen zur Förderung landwirtschaftlicher Entwicklung werden auch Vorhaben der Seeentwicklung finanziell unterstützt, erklärt Gewässerkoordinatorin Ingrid Vörckel. Die Förderung erfolgt auf Grundlage der EU-Verordnung Nr. 1305/2013 und als Teil des ELER-Programms Niedersachsen und Bremen (PFEIL).

Gewässerentwicklungspläne

Neben der Förderung weiterer Planungsschritte zur Hunte-Renaturierung würden mit Venner Mühlenbach/Elze und Lecker Mühlenbach auch zwei nährstofforientierte Gewässerentwicklungspläne im Einzugsgebiet des Dümmers gefördert, teilt Bühning weiter mit. Die Wahl der Teileinzugsgebiete zur Erstellung der Pläne basiert unter anderem auf den Ergebnissen eines Monitorings des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) Betriebsstelle Sulingen.

Dabei würden die Teileinzugsgebiete hinsichtlich ihrer Phosphorfracht untersucht, so Bühning. Die Höhe der Fracht beeinflusse maßgeblich die Entwicklung von Blaualgen im Dümmer. Im Jahr 2015 habe das Teileinzugsgebiet der Elze etwa die Hälfte der im Dümmer ankommenden Phosphorfracht aufgewiesen. Das Teileinzugsgebiet des Lecker Mühlbachs habe vergleichsweise niedrige Frachten geliefert. Wiederkehrende Starkregenereignisse würden jedoch immer wieder Sandeinträge verursachen, die Phosphor beinhalten und die Sohle des Gewässers versanden lassen.

Pilotprojekt am Pauschbach

Der vierte Zuwendungsbescheid beinhalte ein Pilotprojekt am Pauschbach. Das Gewässer ist ein Zulauf im Oberlauf der Hunte im Bereich Melle-Markendorf. Die Auswahl basiert hier auf den Untersuchungen des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), die für die Gewässerschutzberatung der Landwirtschaftskammer durchgeführt wurden. In der Folge von Starkregenereignissen wurden unter anderem im August 2015 Grabenerosionen mit hohen Phosphorfrachten dokumentiert.

Ziel des Projekts sei ein Konzept, welches sowohl die Geologie des Einzugsgebiets als auch die Wasser- und Landwirtschaft betrachte und Maßnahmen beinhalte, die zur Reduzierung des Nährstoffeintrages beitragen. An dem Projekt sind neben dem Unterhaltungsverband Obere Hunte, das LBEG, die Landwirtschaftskammer, der NLWKN Sulingen und Cloppenburg und die Untere Wasserbehörde des Landkreises Osnabrück beteiligt.

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Gewässerallianz Niedersachsen

Seit März 2015 ist der Unterhaltungsverband Nr. 70 Obere Hunte Teil der Gewässerallianz Niedersachsen und bekommt dadurch die Stelle der Gewässerkoordinatorin zu 80 Prozent vom Land Niedersachsen und zu 20 Prozent von den Gemeinden Bad Essen, Bohmte und Ostercappeln sowie dem Landkreis Osnabrück gefördert, teilt Uwe Bühning, Geschäftsführer des Unterhaltungsverbandes mit. Ziel der Teilnahme des Unterhaltungsverbandes ist die Förderung der Umsetzung der Dümmersanierung im Einzugsgebiet durch Gewässerrenaturierungen. Neben der Finanzierung durch Kompensationsverpflichtungen aus der Eingriffsregelung, die etwa durch Bebauungspläne der drei Gemeinden entstehen, sollen auch Fördermittel des Landes in Anspruch genommen werden.

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