Im Landschaftsschutzgebiet Argelith hat weiteren Flächenbedarf in Wehrendorf

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Die Inbetriebnahme einer weiteren Produktionsstraße, die Erweiterung der argelith-Produktpalette und die Erhöhung des Exportanteils erfordern laut Unternehmensleitung eine Vergrößerung von Lagerflächen. Foto: Hubert DutschekDie Inbetriebnahme einer weiteren Produktionsstraße, die Erweiterung der argelith-Produktpalette und die Erhöhung des Exportanteils erfordern laut Unternehmensleitung eine Vergrößerung von Lagerflächen. Foto: Hubert Dutschek

Wehrendorf. Argelith Bodenkeramik will eine 55 Meter hohe Natursteinwand südlich des bisherigen Betriebsgeländes in Wehrendorf abbauen. Das hat die Firma gegenüber dem Landkreis Osnabrück als Genehmigungsbehörde im Rahmen einer Voranfrage beantragt.

Der Landkreis Osnabrück forderte nun die Gemeinde Bad Essen zu einer Stellungnahme auf. So war eine 12-seitige Tischvorlage Beratungsgegenstand in der jüngsten Sitzung des Ratsausschusses für Umwelt, Planen und Bauen im Bad Essener Rathaus.

Grund für die Beantragung der Abbaufläche ist seitens der Firma weiterer Flächenbedarf. Die Inbetriebnahme einer weiteren Produktionsstraße, die Erweiterung der Produktpalette und die Erhöhung des Exportanteils erfordern eine Vergrößerung von Lagerflächen, hatte das Unternehmen betont.

Dazu soll die Natursteinwand mit rund 7000 Quadratmeter Fläche abgetragen werden. Der Hangfuß wird um etwa 30 Meter nach Süden verlegt. Da diese Fläche im Landschaftsschutzgebiet „Nördlicher Teutoburger Wald und Wiehengebirge“ liegt, ist eine entsprechende Erlaubnis beziehungsweise eine Löschung der Abbaufläche als Landschaftsschutzgebiet erforderlich. Grundlage für den Antrag zum Bodenabbau sind das Niedersächsische Ausführungsgesetz zum Bundesnaturschutzgesetz sowie die Niedersächsische Bauordnung.

Die Natursteinwand stellt den direkten Nordhang des Wiehengebirges dar. Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Luft, Klima, Landschaft, Kultur- und sonstige Sachgüter sind gemäß den gesetzlichen Vorgaben zu ermitteln. Die Planung sieht nach vorläufiger Schätzung einen Abbau von etwa 425000 Kubikmetern vor. Das Material soll zu Schotter verarbeitet werden.

Der Abbauzeitraum wird auf eine Dauer von zehn Jahren beschränkt. Durch die Abbauerweiterung müsste eine Waldfläche von rund 6500 Quadratmetern gerodet werden.

Der in der Abbaufläche liegende Waldrandweg soll in südliche Richtung verlegt werden. Für alle Maßnahmen, die einen Eingriff in die Natur bedeuten, sind gemäß Bundesnaturschutzgesetz Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zwingend vorgeschrieben.

In der Diskussion sprachen die Ausschussmitglieder sowohl die Bedeutung des Unternehmens als Wirtschaftskraft für die Kommune und die Region als auch den Eingriff in die Natur an.

Ausschussvorsitzender Heinfried Helms (CDU) rief schließlich zur Abstimmung auf. Für den vorliegenden Antrag stimmten die sechs Ausschussmitglieder der CDU (5) und der FDP (1). Dagegen stimmten die drei SPD-Mitglieder.

Inhaltlich wurde festgehalten, dass in jedem Fall die erforderlichen Kompensationsmaßnahmen auf dem Gebiet der Gemeinde Bad Essen erfolgen müssten. Die textliche Formulierung der gemeindlichen Stellungnahme soll vom Verwaltungsausschuss erarbeitet und an den Landkreis Osnabrück weitergeleitet werden.


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