Differenzen bei Randbebauung Baustopp an der Marina 1 in Bad Essen

Von Andreas Schnabel, David Hausfeld und Hubert Dutschek


Bad Essen. Die Bautätigkeiten zur Errichtung eines Gebäudekomplexes an der Marina in Bad Essen ruhen. Die Bodenplatte ist gegossen, Versorgungsschächte sind angelegt und ein Baukran wurde aufgestellt. Seit einigen Tagen stehen die Räder auf der Baustelle still.

Auf Nachfrage bestätige Konstantin Heidrich, Leiter des Außenbezirks Bad Essen des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Minden den Baustopp. „Es sind Differenzen zwischen Planung, Genehmigung und baurechtlichen Vorschriften erkannt worden, die einer Klärung bedürfen“, so Heidrich.

Zu weiteren Einzelheiten wollte sich der Außenbezirksleiter mit Blick auf das schwebende Verfahren nicht äußern.

Frage der Grenzbebauung

Nach Recherchen unserer Redaktion geht es im Kern um die Frage der Grenzbebauung. Gemäß Planung und Genehmigung des Landkreises soll die Bebauung direkt auf der Grenze zum Betriebsweg des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes, der in Bundesbesitz ist, erfolgen. Dementsprechend wurde die Bodenplatte gegossen.

Baugenehmigungsbehörde bei dem Projekt der Marina-Randbebauung ist der Landkreis Osnabrück. Kreissprecher Henning Müller-Detert betonte auf Anfrage unserer Redaktion: „Für das Projekt An der Marina 1 ist einvernehmlich mit dem Bauherrn ein Baustopp im nördlichen Grundstücksbereich vereinbart worden. Der Grund dafür ist, dass die Abstände zur Grundstücksgrenze möglicherweise nicht eingehalten worden wären. Der Bauherr wurde in einem Schreiben des Landkreises dazu aufgefordert, die Planung zu überarbeiten und diese genehmigen zu lassen.“

(Weiterlesen: Abschied von „Mast und Segel“ in Bad Essen)

Hierzu habe es bereits ein Gespräch mit dem Eigentümer gegeben, an dem auch der Planer sowie Vertreter von Gemeinde Bad Essen und Wasser- und Schifffahrtsverwaltung teilgenommen haben. Bei diesem Gespräch habe der Bauherr zugesichert, bis zur Klärung der Fragen keine Bauarbeiten mehr durchzuführen.

Wichtig, dass eine Lösung gefunden werde

Trotz des einvernehmlichen Stopps der Arbeiten im Nordbereich könnte der Bau im Süd- und Mittelbereich des Gebäudes weitergeführt werden, sagt Bauherr Konstantin Schnitker, Geschäftsführer des Bauunternehmen Schnitker, auf Nachfrage.

Es sei „nicht schön, das Projekt zu unterbrechen“, aber bis zur Klärung des Sachverhaltes würden auch diese Arbeiten ruhen.

Die Unterbrechung habe die Firma von sich aus eingeleitet und mit der Baugenehmigungsbehörde abgestimmt.

Durch die vielen beteiligten Behörden vor Ort herrsche eine komplexe Situation. Fehler passieren, so Schnitker. „Aus meiner Sicht ist irrelevant, wer Schuld daran trägt“, sagt der Bauherr. Wichtiger sei, dass eine Lösung gefunden werde.

Der Fachdienst Bauen. Planen und Umwelt im Bad Essener Rathaus geht davon aus, dass es in den kommenden Wochen eine Klärung geben werde. Erste Gespräche gäben Hoffnung, dass man zu einer Einigung kommen werde und das Bauvorhaben an der Marina verwirklicht werden könne.

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