Serie: Stille Stars Carsten Nienhüser ist Leichtathletik-Trainer in Bad Essen

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Wohlfühlen und Vielfalt wecken: Carsten Nienhüser und seine Leichtathletik-Gruppe beim TuS Bad Essen Foto: TuS Bad EssenWohlfühlen und Vielfalt wecken: Carsten Nienhüser und seine Leichtathletik-Gruppe beim TuS Bad Essen Foto: TuS Bad Essen

Bad Essen In einem Verein „etwas unzufrieden, weil es da überwiegend ums Laufen geht“. In einem anderen Verein herzlich willkommen und sofort geankert, „weil ich ein Mehrkämpfer bin“, wie Carsten Nienhüser gesteht. Im Internet gesucht und passend gefunden haben sich der Leichtathletik-Trainer und der TuS Bad Essen.

Kein Wunder, dass dessen 1. Vorsitzender Tim Eller sich über diesen Glücksfall für die Leichtathletik im TuS freut. Und das seit zwei Jahren, als der B-Lizenz-Mehrkampf-Trainer nach Bad Essen kam. „Das war eine schnelle Entscheidung“, sagt der 45-Jährige, im Berufsleben Produktmanager bei Assmann-Möbel, beim Blick zurück auf zwei Jahre, in denen er dreimal pro Woche von zu Hause in Westerhausen nach Bad Essen pendelt.

Zum einen für die vielen Talente, um sie für den Mehrkampf in der Leichtathletik zu begeistern und sie gerade auch auf gefragte Disziplinen wie Hochsprung und Speerwerfen zu trainieren. Zum anderen als für ihn willkommenen Ausgleich zum Job, wobei er kein geborener Leichtathlet ist. „Dummerweise“ habe er bis zum 14. Lebensjahr nur Fußball bei Tura (heute SC) Melle gespielt, was er in Bezug auf seine heutige Sportart als „vertane Zeit“ einstufen kann. Als „verpasste Chance“, was ein früheres Training in dieser Sportart betrifft, denn gerade auch im Alter von 13 bis 15 Jahren wäre dann mehr Erfolg möglich gewesen. Und manchmal beschäftigt es ihn, nicht zu wissen, „wie schnell ich mit 25 gelaufen wäre“.

„Mehr Spaß am Training der Jugend als am eigenen Erfolg“

Als „etwas Spätberufener“ lief er im Alter von Mitte 30 bei den Landesmeisterschaften immerhin noch beachtliche 12,0 Sekunden über 100 Meter, doch damals wie erst recht heute habe er „mehr Spaß am Training der Jugend als am eigenen Erfolg“. Dabei weiß er zu schätzen und zu vermitteln, wie sehr die Leichtathletik mit ihrer Vielfalt als Grundlage für ganz viel Sport gesehen werden kann. Speziell im Winter, wenn draußen wenig bis nichts läuft. Dann geht es um Grundlagen und Vielfalt ganz im Sinne von Nienhüser in Athletik, Kräftigung und Stabilität sowie Koordination, was generell im Sport und in der Bewegung wichtig ist und dem Menschen guttut.

Und wenn es dann bei milderen Temperaturen wieder ins Freie geht, wo das Herz der Leichtathletik schlägt, dann ist Nienhüser „offen für alles“, was die Kids wollen. Auch für die Bildung von Staffeln, wobei es schwierig ist, bei mindestens fünf oder sechs Athleten/-innen einen gleichwertigen Ersatz zu haben. „Es können mehr werden“, lautet sein Appell, wobei er nicht tatenlos auf Zulauf wartet, sondern durch Zeitungsanzeige, Flyer in Schulen und Plakate versucht, mehr Zuspruch zum Schnuppern zu wecken.

Hochsprung und Speerwerfen faszinieren oft beim ersten Kontakt

Am meisten gefragt ist Laufen, exakt Sprint, sprich kurze Distanz im Gegensatz zur häufigen Einschätzung von Langstrecke beim Laufen. Auch Hochsprung und Speerwerfen faszinieren oft beim ersten Kontakt. Dabei fehlt für Hochsprung im Sommer die entsprechende Matte bei der Hoffnung auf Zuwendungen von Sponsoren sowie von Eltern, die sich ohnehin einbringen bei den Jüngsten im Alter von 6 bis 10 Jahren. Da ist Spaß pur angesagt, wobei Nienhüser besonders in Heike Polkehn und Corinna Koch tolle Unterstützung erfährt, wenn es gilt, die Kids in Gruppen aufzuteilen und zu trainieren.

Dabei räumt er mit dem Vorurteil oder Eindruck auf, wonach Mädchen sich beim Werfen schwerer tun als Jungen. Warum mancher Wurf etwas ungelenk aussehe? „Weil allgemein zu wenig geworfen wird“, betont der Idealist und ergänzt: „Früher haben wir mit Äpfeln auf der Wiese geworfen.“ Was deshalb aber nun nicht im Training beim TuS Bad Essen eingeführt wird.

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