Morgan-Sportwagen machen Halt Ein Augenschmaus auf dem Kirchplatz in Bad Essen

Von Gertrud Premke

Kein Auto von der Stange: das Nobel-Fahrzeug Morgan. Foto: Gertrud PremkeKein Auto von der Stange: das Nobel-Fahrzeug Morgan. Foto: Gertrud Premke

Bad Essen. Oldtimer und Sportwagen finden immer wieder den Weg nach Bad Essen. So wie unlängst zwei Morgan-Automobile.

Es ist für den Betrachter ein Augenschmaus, diese Fahrzeuge in Bad Essens Ortsmitte zu entdecken. Drei dieser sehr seltenen Kultfahrzeuge – Cabrios der englischen Sportwagen-Nobelmarke Morgan – sowie ihre stolzen Besitzer aus dem Oldenburgischen hatten auf dem Weg nach Bielefeld einen Stopp in Bad Essen eingelegt. Zwei Fahrzeuge fanden einen Parkplatz in der Nähe der Tourist-Information. Die Fahrzeuge waren um die 30 Jahre alt, äußerst gepflegt und „wie aus dem Ei gepellt“.

Im Stil der 1930er-Jahre

„Richtige“ Oldtimer sind die Morgans eigentlich nicht. Es sind offene Sportwagen im Stil der 1930er-Jahre. Sie werden aber bis heute nahezu unverändert gebaut. Das neustes Modell, der Plus 8, wird seit 2012 übrigens von einem BMW-Motor angetrieben.

Kutschwagenbau

Die Morgan Motor Company ist ein britischer Sportwagenbauer und in privater Hand. Das Unternehmen ist weltweit das einzige, das bei Automobilen für Aufbauten (Armaturen) mit Rahmen Eschenholz einsetzt, eine Fertigungstechnik, die noch aus dem Kutschwagenbau stammt. Die sehr leichten und teils sehr starken Fahrzeuge von 145 bis über 300 PS haben in einer großen Fangemeinde Kultstatus.

In Mittelengland gegründet

Pro Jahr werden nur um die 1000 Fahrzeuge gebaut – ausschließlich in Handarbeit. Der Morgan ist eben kein Auto von der Stange, sondern eines für Individualisten.

Deutschland ist der zweitgrößte Abnehmer dieser Nobelkarossen. Das Unternehmen wurde 1909 von Harry Morgan in Mittelengland gegründet und feierte 2009 sein 100-jähriges Bestehen. Aktueller Geschäftsinhaber ist Charles Morgan. Bislang wurden insgesamt rund 75 000 Exemplare des ungewöhnlichen Autos gebaut.